Neustadt
Bahnhofsvorplatz: Was sich für Bürger und Bahnkunden ab 20. November ändert
6,5 Millionen Euro kostet der Umbau des Bahnhofsvorplatzes, etwa die Hälfte davon wird über Zuschüsse gedeckt. Weil es sich vor allem um Bahngelände handelt, musste die Stadt einen Gestattungsvertrag mit der Bahn abschließen. Bis Ende 2025 soll der Platz fertig sein, geplant sind vier Bauabschnitte. Abzuwarten bleibt, ob es Überraschungen in Sachen Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gibt. Die rund 8700 Quadratmeter wurden zwar als Verdachtsfläche sondiert, aber eine letzte Garantie ist das nicht.
Auch Busbahnhof
Beim Umbau müssen mehrere Zielsetzungen und Faktoren unter einen Hut gebracht werden. Optisch sollen Besucher sofort einen guten Eindruck bekommen. Zudem werden die Buslinien über einen Ringverkehr in den Platz integriert. Geplant sind acht statt der bislang sechs Bussteige, versehen mit digitalen Fahrgastanzeigen und Überdachung samt Photovoltaik.
Rasten und feiern
Der Platz selbst soll viel Aufenthaltsqualität bieten: Er bekommt ein Wasserspiel sowie zwölf neue Bäume, neun davon flankierend an Ost- und Westseite. Die große Kastanie bleibt. Außerdem soll das Areal auch künftig für Veranstaltungen dienen, allerdings nicht mehr für den Jahrmarkt beim Deutschen Weinlesefest.
Die Raumkante
Eng verbunden mit dem Projekt ist außerdem der Neubau eines Hotels samt Auto- sowie Fahrradparkhaus auf dem Postgelände. Wie im Gestaltungswettbewerb vorgesehen, wird dieses Hotel den Platz im Osten begrenzen. Beide Projekte sollen möglichst zeitgleich abgeschlossen werden.
Das Bahnhofsgebäude
Und noch eine Maßnahme gehört zum Gesamtpaket: Die Bahn saniert ab 2024 das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude. Als sicher gilt das für den Mittelteil, was darüber hinaus noch möglich sein könnte, ist offen, weil noch nicht finanziert.
Der erste Bauabschnitt
Der erste Bauabschnitt ist für November 2023 bis April 2024 geplant. Er umfasst die Bahnhofstraße und den nördlichen Vorplatz. Dann werden auch wieder Leitungen – wie für Strom, Wasser, Abwasser – saniert. „Da passiert erst mal ganz viel tief in der Erde, bevor man etwas sieht“, sagt Konstantin Boltenhagen, Leiter der städtischen Tiefbauabteilung.
Der zweite Bauabschnitt
Von April bis Juli 2024 geht es auf der Ostseite entlang der Gebäude der Bundespolizei und des städtischem Gebäudemanagements weiter. Dabei werden für die dort geplanten vier Bäume auch die sogenannten Baumquartiere im Untergrund eingerichtet, die eine optimale Entwicklung sichern sollen, ohne für statische Probleme zu sorgen.
Der dritte Bauabschnitt
Er umfasst mit rund 4500 Quadratmetern den eigentlichen Platz. Los gehen soll es im August 2024, die Bauzeit wird auf ein Jahr geschätzt. Drei neue Bäume sind vorgesehen, ein großer Fokus liegt auf der alten Kastanie mitten im Baufeld. Ihr Wurzelverlauf wurde bereits geprüft, um ihn vor Schaden zu bewahren.
Der vierte Bauabschnitt
Von August bis November 2025 sollen die Parkplätze, Gehwege und der Anschluss zum neuen Hotel mittels Treppe hergestellt werden. Außerdem soll der Platz durch eine Rampe direkt mit dem Fahrradparkhaus verbunden werden. An dieser Kante sind fünf weitere Bäume vorgesehen.
Der Busverkehr
Ab 20. November bis Sommer 2024 fahren nur noch zwei Buslinien über den Vorplatz, alle anderen steuern über Bahnhofstraße (vor der Post) und Landauer Straße, entsprechend werden die Haltestellen verlegt, ähnlich wie zum Weinlesefest. Während des dritten Bauabschnitts kommt kein Bus mehr über den Vorplatz. Nach Abschluss der Arbeiten, also voraussichtlich im Sommer 2025, soll der neue zentrale Omnibusbahnhof direkt in Betrieb gehen.
Die Fußgänger
Der Bahnhof bleibt natürlich immer erreichbar – über den Daniel-Meininger-Platz, die Bahnhofstraße und die Landauer Straße. Je nach Baufortschritt, haben Fußgänger aber einen unterschiedlichen Zugang zu den Gleisen. Beispielsweise kann der Zugang zur Gleisunterführung über den Vorplatz gesperrt sein.
Das Fahrradparken
Bereits umgesetzt wurden die Radboxen, und zwar vom hinteren Bahnhofsbereich an die Bahnhofsstraße. Die neue Radabstellanlage auf dem Parkplatz hinter der Bundespolizei bleibt zugänglich.
Taxis und MoD
Stellplätze für die Taxiunternehmer werden auf der Westseite eingerichtet, hinzu kommt ein Haltepunkt für Mobility-on-Demand.
Kfz-Verkehr und Parken
Während der Bauzeit für die Abschnitte eins bis drei – also von November 2023 bis August 2025 – können der Bahnhof, der Vorplatz und der DB-Parkplatz auf der Ostseite hinter der Bundespolizei nur über die Bahnhofstraße angefahren werden. Mit dem Baustart entfallen die Parkplätze auf dem Vorplatz und in der Bahnhofstraße. In der Bahnhofstraße sind ab dann nur noch Car-Sharing, Kurzzeit-Parkplätze für Postkunden sowie Stellflächen für einen möglichen Schienenersatzverkehr, also Busse, vorgesehen. Die Stadt hofft darauf, dass es so wenig Parksuchverkehr wie möglich gibt. Eine gewisse Entlastung erhofft sie sich dabei vom Steg in die Schillerstraße, sobald dieser freigegeben ist.
Was die Bauverwaltung sagt
Baudezernent Bernhard Adams ist froh, nach vielen Jahren Vorlauf endlich beginnen zu können. Die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes – nach dem Marktplatz der wichtigste Platz in Neustadt – sei das größte kommunale Investitionsprojekt der vergangenen 30 Jahre und eines der drei Top-Projekte. Die anderen beiden seien die Landesgartenschau 2027 und das Feuerwehrgerätehaus in Lachen-Speyerdorf. Die Projektleitung hat Matthias Rößler (38) übernommen und ist dafür eigens zur Stadtverwaltung zurückgekehrt. Diese hatte ihm Projektverantwortung signalisiert. Dass es gleich der Bahnhofsvorplatz wurde, freut den Neustadter nach eigenem Bekunden „tierisch“.
