Neustadt Bahnhöfe: Warum es plötzlich Durchsagen auf Französisch gibt

Am Neustadter Hauptbahnhof und in den Zügen aus und in Richtung Süden gibt es auch Durchsagen auf Französisch.
Am Neustadter Hauptbahnhof und in den Zügen aus und in Richtung Süden gibt es auch Durchsagen auf Französisch.

Seit kurzem schallen Durchsagen auf französischer Sprache durch den Neustadter Hauptbahnhof. Dahinter steckt eine längere Geschichte – und ein Neustadter Akteur.

Wer in Neustadt Fragen zu Eisenbahnangelegenheiten hat, hat meist auch schon eine Idee, wer Auskunft geben könnte: Werner Schreiner, allseits bekannter Bahnexperte und Beauftragter des Ministerpräsidenten für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Tatsächlich weiß er, dass es mit den französischen Durchsagen alles andere als eine simple Sache war.

Bereits 2005, als die ersten direkten Zugverbindungen mit französischen Triebwagen zwischen Neustadt und Straßburg eingeführt wurden, habe es Bemühungen gegeben, die Kundeninformation zu verbessern, berichtet Schreiner. Das habe sich jedoch als schwieriges Unterfangen erwiesen, nicht nur für die Bahnhofsbereiche, sondern auch in den eingesetzten Triebwagen. Denn die Programme, die die Bahnen auf französischer wie auf deutscher Seite in der jeweiligen Landessprache nutzten, hätten solche ausländischen Ergänzungen einfach nicht hergegeben. „Man scheiterte schon an den Stationseingaben“, sagt Schreiner. Etwa fünf Jahre später habe er dann eine Überraschung erlebt, als er im Straßburger Hauptbahnhof den ersten Zuganzeiger mit Endbahnhof Neustadt sah.

Erster Anlauf scheiterte

In der Folge habe es verschiedene Versuche gegeben, in den deutschen Zügen auch französische Ansagen einzuführen, aber die dort verwendeten Textpassagen seien in „Schulbuchfranzösisch“ gehalten worden, „und so für den normalen Bahnbetrieb eigentlich zu umständlich“, erklärt der Experte.

Fortschritte habe es dennoch gegeben. So hätten die Franzosen in den Anzeigern des Bahnhofs in Weissenburg die Information zu den Halten in der Pfalz verbessert. Das habe wohl auch daran gelegen, dass der damalige Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, bei der Präsentation des elsässischen Projekts in Paris deutlich darauf hingewiesen habe, dass Neustadt der Verknüpfungspunkt zwischen den Zügen der Region Grand Est und der S-Bahn-Rhein-Neckar sei, meint Schreiner.

Franzosen legen vor

Doch in Sachen Durchsagen tat sich erst mal nichts, zumindest auf deutscher Seite. Denn Schreiner stellte im vergangenen Jahr auf dem Weg nach Nantes fest, dass es in den Zügen des Regionalverkehrs und im Bahnhof Ansagen in deutscher Sprache gab. Darauf habe er dann die Bahn-Verantwortlichen hingewiesen, die Anfang November nach Neustadt kamen, um Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) die Sanierung des Bahnhofsgebäudes zu zeigen. Stefan Schwinn, der Leiter für Südwest, habe sich offen gezeigt, erinnert sich Schreiner. Die technischen Möglichkeiten gaben es mittlerweile auch her.

Umgesetzt wurde das Vorhaben dann sehr rasch. Und Schreiner erfuhr gar nicht von der Bahn davon. Neustadter Bürger hätten ihn in der Stadt darauf angesprochen, erzählt er. Er selbst sei zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht am Bahnhof gewesen. Bei der Heimfahrt von einem Termin in Colmar stellte er in Wörth fest, dass es auch dort funktioniert. Auch in Landau und Winden kann man nun auf dem Bahnsteig „Französisch lernen“. Man habe die pfälzischen Bahnhöfe mit direkten Zuganschlüssen aus dem Elsass in den Blick genommen, erklärt Schreiner dazu.

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