Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Dürkheimer Orgelsommer: Die „Königin“ hält Hof

Spielt am 16. Juni: Carsten Wiebusch.
Spielt am 16. Juni: Carsten Wiebusch.

Der Bad Dürkheimer Orgelsommer in der Schlosskirche setzt mit fünf Konzerten ab 9. Juni nachdrücklich auf die Vielseitigkeit der „Königin“.

Auf diesmal fünf Konzerte hat der Bad Dürkheimer Orgelsommer vom 9. bis 30 Juni in der Schlosskirche sein Angebot gegenüber den Vorjahren nochmals erweitert. „Es ging mir bei diesem Programmkonzept vor allem darum, das weite Spektrum des Instruments Orgel zu öffnen, erfahrbar zu machen“, erläutert Dominik Hambel, seit knapp einem Jahr Bezirkskantor im protestantischen Dekanat Bad Dürkheim. „Natürlich – da ist der reiche Fundus an Orgel-Literatur durch praktisch alle Epochen der Musikgeschichte. Darüber hinaus aber ist die Orgel auch eine treffliche Kammermusikpartnerin für Instrumente jeglicher Art, taugt als Begleiterin für Solo-Gesang ebenso wie als impulsgebendes, farbiges Fundament für Chöre.“

Zum Auftakt am Dienstag, 9. Juni, allerdings hat die „Königin“ ganz solistisch das klangliche Sagen, und Dominik Hambel lässt sie bei „G-waltiger Symphonik“ mit zwei Großwerken der spätromantischen Epoche ihre orchestrale Macht entfalten; zunächst mit Edward Elgars leichtfüßig virtuoser Orgelsonate in G-Dur und – jetzt im etwas schwerblütigeren g-Moll – der spektakulären 6. Sinfonie des berühmten Pariser Komponisten Charles Marie Widór.

Bach und Schumann im Programm

„Schlaflose Nächte“ verspricht Carsten Wiebusch, vielgefragter Konzertorganist und als Professor an der Frankfurter Musikhochschule unter anderem vormals auch Lehrer von Dominik Hambel, für Dienstag, 16. Juni. Denn der anekdotischen Überlieferung nach sollen Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ einem Gesandten am Dresdener Hof in eben jenen durchwachten Stunden zur Erheiterung gedient haben. Ins Zentrum seiner Werk-Bearbeitung vom Cembalo für die Orgel setzt Wiebusch drei Fugen über Bach von Robert Schumann.

Gäste am 20. Juni – ausnahmsweise ein Samstag – sind die Mitglieder des „Collegium Vocale“ am Wormser Dom unter Leitung von Dom- und Regionalkantor Dan Zerfaß. Im Mittelpunkt stehen zwei Sakralwerke französischer Provenienz des späten 19. Jahrhunderts: die Messe op.4 von Camille Saint-Saëns und von Charles Gounod das „Magnificat“. Dazu wird Dominik Hambel mit Orgelwerken von César Franck und Louise Vierne die spezielle Aura der legendären Orgelschule des Nachbarlandes zusätzlich verdichten.

Aus der Welt der Improvisation

Im üblichen Dienstags-Modus geht es dann am 23. Juni mit einer weiteren Spielart im Spektrum des königlichen Instruments weiter: „Aus der Welt der Improvisation“, in der die derzeit in Landau das Interim im Stiftskirchenkantorat bespielende junge Organistin Charlotte Vitek mit Professionalität und Leidenschaft unterwegs ist, werden überraschende Momentaufnahmen der spontanen Fabulierlust an der Ott-Orgel aufflammen; und zwar quer durch Epochen und Stile. Das könnte spannend werden.

„Orgel plus 2“ schließlich lautet der Titel des Abschlusskonzerts am 30. Juni, bei dem die Orgel als Kammermusik-Partnerin noch einmal mit einem ganz eigenen Auftritt brilliert. Dann wird das Frankfurter Trio Won Ki Kim, Violine, Christoper Herrmann, Violoncello, und Dekanatskantor Simon Graeber die selten gespielte hochromantische Suite c-Moll op. 149 von Josef Gabriel Rheinberger interpretieren; ein kammermusikalisches Kleinod aus dem reichen Œuvre des Organisten, Komponisten und Pädagogen aus München, dessen Todestag sich im November 2026 zum 125. Mal jährt.

Info

Die Konzerte in der Schlosskirche beginnen jeweils um 20 Uhr, der Eintritt ist frei bei Bitte um eine angemessene Spende zugunsten der Bad Dürkheimer Kirchenmusik.

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