Neustadt Bürger zum Thema Lärm gefragt
Ziel der EU-Umgebungslärmrichtlinie 2002/49 EG ist, Umgebungslärm zu vermeiden und vorzubeugen. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) sind verpflichtet, Lärmkarten und Lärmaktionspläne zu erstellen und regelmäßig fortzuschreiben. Die Verwaltung stellte dem Verbandsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Entwurf eines Lärmaktionsplans für die Verbandsgemeinde Deidesheim vor.
Der Entwurf lehnt sich an einer Mustervorlage an. Darin sind die üblichen Maßnahmen zur Verminderung von Lärm wie Geschwindigkeitsreduzierungen oder auch die Förderung des öffentlichen Verkehrsnetzes und des Radverkehrs enthalten. Die Daten der Lärmkartierung des Landes Rheinland-Pfalz stammen allerdings noch aus dem Jahr 2012, erklärte Verbandsgemeindebürgermeister Peter Lubenau (CDU). Berücksichtigt wurde dabei ausschließlich die Lärmbelastung viel befahrener Straßen, dazu gehören die neue B 271 sowie die A 65 und die L 530 bei Meckenheim. Diese Straßen liegen im Verantwortungsbereich des Landesbetriebs Mobilität (LBM). Mittlerweile gebe es zum Entwurf schon mehrere Bürgeranschreiben, so Lubenau: „Diese Eingaben nehmen wir sehr ernst.“ Eine Deidesheimer Bürgerin meinte: „Seit wir in Deidesheim wohnen, können wir nicht mehr richtig schlafen.“ In der Weinstraße beginne der Autolärm abends und ginge bis spät in die Nacht hinein. Auch Ratsmitglied Martina Dopp (FWG) monierte: „Hier wurden längst nicht alle lärmbelasteten Straßen erfasst.“ Zudem wunderte sie sich, warum das Land bis jetzt noch keine aktuellen Daten veröffentlicht habe. Jeder solle sich bei diesem Thema an die eigene Nase fassen, mahnt Wilfried Schwab (SPD dazu: Wenn jeder sein Fahrverhalten kritisch prüfen würde, könne einiges an Verkehrslärm reduziert werden. Der Entwurf des Lärmaktionsplans werde ab Mitte Januar in der Verbandsgemeinde ausgelegt. Im Anschluss werde eine Bürgerversammlung angesetzt, so Lubenau.