Maikammer
Böse Überraschung bei Rathaus-Umbau: Schimmel sorgt für Mehrkosten
Absperrungen, Gerüste, Stahlstützen: Die Sanierung des Rathauses in Maikammer läuft auf Hochtouren. Wer das Anfang der 1980er-Jahre erbaute Gebäude im Moment betritt, kann sich noch nicht so recht vorstellen, wie es hier einmal aussehen wird, wenn das neue Bürgerbüro fertig ist. Direkt rechts vom Eingang soll es sein, größer und offener als bisher.
Seit September vergangenen Jahres wird das Gebäude unter Federführung des Architekturbüros Feth aus Landstuhl modernisiert. Rund 4,9 Millionen Euro nimmt die Verbandsgemeinde dafür in die Hand – laut Planung. Am Ende könnte es ein wenig mehr sein, sagt Verbandsbürgermeisterin Gabriele Flach (CDU) bei einem Baustellenbesuch. Denn an einer Stelle habe es eine böse Überraschung gegeben: Unter dem Dach haben die Bauleute Schimmel entdeckt. „Die Folge von falscher Dämmung damals in der Bauzeit“, kommentiert Florian Kowalke, der bei der Verbandsgemeinde für Gebäudesanierungen und -unterhalt zuständig ist. Es bleibe der Verbandsgemeinde nichts Anderes übrig, als das Dach zu öffnen und die verschimmelte Abdeckung zu entfernen. Ob danach wieder die alten Ziegeln verwendet werden, sei noch offen, erklärt Flach.
Doch vom Schimmel abgesehen, ist die Behördenchefin zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Bauarbeiten. Eine temperaturbedingte Verzögerung bei den Betonarbeiten sei fast komplett ausgeglichen worden, indem andere Arbeiten im Innenbereich vorgezogen worden seien. Beispielsweise die Verlegung von Leitungen und Rohren für die neue Technik. Die Ersetzung der veralteten technischen Installationen ist einer der zentralen Punkte bei der Sanierung. Daneben geht es um die energetische Verbesserung, die Verbesserung des Brandschutzes, die Erneuerung der Sanitäranlagen und die Schaffung eines barrierefreien Zugangs.
Im Aufzug in den ersten Stock
Wer mit Rollator, im Rollstuhl oder mit Kinderwagen unterwegs ist, kann künftig mit dem Aufzug vom Erdgeschoss in den ersten Stock gelangen. Fundament und Wandöffnungen dafür sind schon fertig. Auch der kleine Anbau, in dem im Norden zusätzliche Räume für vier bis sechs Mitarbeiter entstehen, ist im Rohbau schon ziemlich weit gediehen. Insgesamt ist das Verwaltungsgebäude die Arbeitsstätte für über 40 Beschäftigte.
Noch nicht viel zu sehen ist von der geplanten Optik der Westfassade. „Sie wird moderner aussehen und besser gedämmt sein“, erklärt Flach. Der Stil des Gebäudes solle zwar nicht komplett verändert werden. Doch ein Stück weit soll der rustikale Charakter mit viel Holz zurückgedrängt werden. „Bisher gab es hier kleine Holzbalkone, die allerdings so gut wie nie benutzt wurden“, berichtet die Behördenchefin. Diese sind bereits entfernt worden und sollen nicht ersetzt werden. Künftig wird die Optik von den Fenstern und Alu-Elementen dominiert. Die Betonsäulen, die im Obergeschoß in die Wände integriert sind und sich als Kältebrücken erwiesen haben, werden eingehaust. Dadurch werde die Dämmung verbessert und gleichzeitig im Inneren ein bisschen mehr Platz geschaffen. Auch der Ratssaal wird ein wenig größer.
Farblich wird sich das Rathaus künftig in einem warmen Bronze-Ton präsentieren. „Wir hatten die Wahl zwischen diesem Ton und einem etwas kühleren Grau-Ton“, erzählt Flach. Der Bauausschuss habe sich dann für den wärmeren Farbton entschieden. Überhaupt, Farben und Formen: Da gab es so einige Detail-Entscheidungen zu treffen: Jalousien, Fliesen, Waschbecken, Wandfarben. „Wir haben sowohl den Bauausschuss als auch die Mitarbeiter mit ins Boot genommen“, sagt Flach.
Auf Lichtkuppeln verzichtet
Da durch den Schimmelbefall am Dach Mehrkosten entstanden sind, hätten die Gremien beschlossen, an anderer Stelle nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Und das ist auch gelungen. So werden die Lichtkuppeln im Foyer, deren Glas durch teures Brandschutzglas hätte ersetzt werden müssen, jetzt geschlossen. Für Licht werden an der Stelle LED-Lampen sorgen. Da das Bürgerbüro ja zur Außenseite hin viel Tageslicht habe, hätten die Gremien beschlossen, an dieser Stelle zu sparen.
Bei den Ausschreibungen habe die Verwaltung bei allen Gewerken genügend Rückmeldungen bekommen, um die Angebote bewerten und vergleichen zu können. „Man merkt, dass private Bauherren sich derzeit eher zurückhalten“, sagt Kowalke. Noch offenen seien Ausschreibungen mit einem Volumen von rund 800.000 Euro, darunter unter anderem die Fenster.
Derzeit ist die Verwaltung großenteils im früheren Telekom-Hochhaus in Neustadt untergebracht, nur das Bürgerbüro ist in Maikammer geblieben und dort in der Weinstraße Süd 40 anzutreffen. Die Bauzeit ist auf 1,5 bis zwei Jahre kalkuliert worden. Flach geht davon aus, dass diese Planung zu halten ist. Das ist der Behörde auch wichtig, denn in Neustadt fallen jeden Monat Mietkosten an.