Neustadt Aus München, Berlin und Belgien

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Deidesheim. 123 Aktive aus zahlreichen Vereinen sind am vergangenen Sonntag beim Jakob-Lutz-Gedächtnis-Schwimmen im Deidesheimer Schwimmbad Paradiesgarten an den Start gegangen. Für den Schwimmverein 1921 Deidesheim war es das 55. Mastersschwimmfest in der 95-jährigen Vereinsgeschichte. Ein Höhepunkt war traditionell die Familienstaffel. Zudem gab es einen Weltrekord bei den Senioren.

Wie beliebt das Schwimmfest in dem seit 131 Jahren bestehenden Schwimmbad Paradiesgarten ist, zeigte sich auch in diesem Jahr wieder. Teilnehmer waren sogar aus Berlin und München angereist – und dank belgischer Beteiligung hatte die Veranstaltung in diesem Jahr sogar internationalen Charakter. Doch selbst wenn es bei den einzelnen Wettbewerben auch um Bestzeiten geht, ist das Mastersschwimmfest mit Vereinen, die seit Jahren kommen, immer auch „ein traditionelles Treffen von Freunden und Bekannten“, sagt Carsten Möbus, seit Frühjahr dieses Jahres Vorsitzender des Schwimmvereins 1921 Deidesheim, über diese besondere „Schwimm-Community“. Wer eine lange Anreise hat, verbinde die Teilnahme an diesem Wettbewerb gern auch mit einem kurzen Aufenthalt in der Pfalz; die sich, zumindest an diesem Wochenende, durch „traumhaftes Wetter“ auszeichnet. „In den vergangenen Jahren haben wir manchmal noch die Bademäntel gebraucht“, erinnert sich Möbus. An diesem Sonntag ist das Wetter sogar optimal für einen Weltrekord. Karl Hauter vom 1. SV Blau-Weiß Pirmasens, mit 91 Jahren der älteste Teilnehmer, ist am Vormittag in seiner Altersklasse Weltrekord über 200 Meter Brust geschwommen. Die formalen Prüfungen, ob alles seine Richtigkeit hatte, sind zwar noch nicht beendet, doch „das ist das, was man jedem wünscht, im Alter noch so fit zu sein“, sagt Möbus. Er selbst schwimmt mit Frau und Kindern bei der sehr beliebten Familienstaffel über 3 x 50 Meter mit. Sieben Familien haben sich in diesem Jahr dafür angemeldet. Die Voraussetzung: Es müssen in jeder Familie mindestens zwei Generationen vertreten sein. Eine Familie aus Mannheim geht sogar mit drei Generationen an den Start: Großvater Heinrich, Sohn Markus und Enkelsohn Nils. Eine Altersbegrenzung nach unten gibt es nicht, „sie müssen schwimmen können“, bringt es Dieter Noppenberger, der Präsident des Sportbundes Pfalz, trocken auf den Punkt. Er moderiert mit Fachkenntnis und viel Humor das Geschehen. Kurz vor dem Start beginnt das Einschwimmen. Nicht verbissen, sondern locker. Die Augen sind dabei auch nicht unbedingt starr auf den Sieg gerichtet. „Ach, wie schön, dass du auch hier bist“, ruft beispielsweise eine der Teilnehmerinnen und klettert schnell noch einmal aus dem Wasser, um eine Bekannte zu begrüßen. Inzwischen wird der Weltrekord bestätigt. 4:59 Minuten, heißt es, hat Karl Hauter gebraucht. Damit ist er nun Inhaber von sechs Weltrekorden. Denn er hat auch die Bestmarken über 100 und 200 Meter Freistil, 100 Meter Brust sowie 100 und 200 Meter Lagen. Jetzt bereiten sich die Familien auf den Staffelwettbewerb vor, perfektionieren noch einmal die Startsprünge. Wenig später erfolgt der Start, die Schwimmer tauchen in das Wasser ein und hören schon beim Auftauchen die ersten Anfeuerungsrufe. Auf Bahn zwei geht im ersten Lauf der Familienstaffel schon früh die Deidesheimer Familie Becker mit Mutter Ulrike und den Söhnen Tobias und Lars in Führung, muss auf den letzten 25 Metern aber noch um den Sieg fürchten. Es wird knapp, reicht aber aus für den ersten Platz. Die Familie von Carsten Möbus hat im zweiten Lauf auf Bahn fünf weniger Glück. Sie schlägt als Letzte an. Der Familienvater sieht es sportlich. „Das macht nichts“, findet er. Wichtig sei, das Schwimmen als Familiensport und Sport für alle Generationen zu sehen. Und da sind auch die Senioren und Seniorinnen gut vertreten. Der Schwimmverein ist mit der Veranstaltung sehr zufrieden. „Ohne die Unterstützung der Stadt Deidesheim, die uns dafür das Freibad zur Verfügung gestellt hat, und die Hilfe der Vereinsmitglieder wäre das aber nicht möglich gewesen“, sagt Möbus.

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