Neustadt Aufholjagd in zwei Schichten
Wie geschäftig und hektisch es in der Filiale in Haßloch zugeht, mag man daran erkennen, dass Mit-Geschäftsführerin Sabrina Kunz fast vier Wochen nach der RHEINPFALZ-Anfrage Zeit für eine Mail-Antwort fand. „Bitte sehen Sie es mir nach, wir sind schwer beschäftigt“, so die Chefin, die die auf die Herstellung und den Vertrieb von chemischen Erzeugnissen spezialisierte Firma mit Ehemann Matthias leitet. In Haßloch werden in diesen Tagen vier Abfülllinien und einige weitere Ansatzbehälter in Betrieb genommen, ab Juli wird dort in zwei Schichten gearbeitet. „Mit diesem Maßnahmenpaket, bestehend aus Menschen und Maschinen, werden wir einen sehr hohen Prozentsatz der Kapazitäten von Edenkoben erledigen können“, schreibt Sabrina Kunz. Genau werde man es ab dem kommenden August wissen, „wenn wir tatsächlich für ein paar Wochen mit der neuen Infrastruktur doppelschichtig gearbeitet haben.“ Und was ist mit dem Standort Edenkoben? Dort werde umfangreich abgerissen, aufgeräumt und saniert. Die Zusammenarbeit mit der Versicherung laufe sehr gut, auch wenn der abschließende Bericht des Sachverständigen zur Brandursache noch ausstehe. Das bedeute zwar, dass sämtliche finanzielle Leistungen der Versicherung unter Vorbehalt erfolgen, ACC Beku hat aber nicht den Eindruck, dass die Qualität der Zusammenarbeit darunter leide. Kunden und Lieferanten sind dem Unternehmen treu-gewogen und äußerten immer wieder ihr positives Erstaunen darüber, wie engagiert gearbeitet werde, um möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen. Somit lautet das derzeitige Fazit: Es ist eine echte Doppelbelastung für alle Mitarbeiter, aber die Fortschritte und die Unterstützung motivierten und stimmten positiv hinsichtlich der Zukunft des Unternehmens. ACC Beku arbeitet mit diversen brennbaren Flüssigkeiten: Aceton, Benzine, Lacke, Klebstoffe. Wie berichtet, war es am Morgen des 7. Februar, offenbar bei der Herstellung eines chemischen Produkts, nach einer Verpuffung zu dem Großfeuer gekommen. Alle Mitarbeiter konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen. Zusammen mit den Einheiten aus den Nachbarkreisen waren rund 200 Rettungskräfte im Einsatz. Nachdem der Brand unter Kontrolle, ein Übergreifen der Flammen auf ein Gefahrstofflager verhindert worden war, richtete die Feuerwehr für die Brandwache einen Schichtbetrieb ein. Die Bevölkerung wurde zunächst gebeten, Türen und Fenster wegen möglicher Rauchgase geschlossen zu halten. Später kam Entwarnung. Die Ermittlungen am Brandort hatten zunächst keine Hinweise auf einen technischen Defekt an den bei der Produktion verwendeten Geräten ergeben.