Neustadt Auf Schotter zum Weinlesefest?
Die Stadtverwaltung hat gestern bei der Baustellenbesprechung zur B 39 zugesagt, binnen einer Woche zu prüfen, ob die Straße an den Wochenenden während des Weinlesefestes einspurig auf Schotter zu befahren ist.
Diese Forderung hatte Andreas Böhringer, Schatzmeister des Gewerbevereins Willkomm, gestellt. Norbert Schied, der Vorsitzende des Innenstadtbeirates, unterstützte ihn dabei. Das Weinlesefest findet vom 22. September bis 9. Oktober statt. Böhringer bezeichnete es als ganz wichtig für den Tourismus-Standort, mindestens an zwei der drei Wochenenden gut erreichbar zu sein. Tiefbauleiter Konstantin Boltenhagen sah den Vorschlag kritisch, da zu dem Zeitpunkt bereits die Kanaldeckel bis zur späteren Fahrbahnhöhe eingebaut seien. Nachdem die Runde aber die Pläne studiert hatte, stellte sich heraus, dass es nur vier Kanaldeckel zwischen Hetzel- und Hauptstraße gibt. Die könnten doch per Schotter seitlich angeschüttet werden, so Böhringer. Die Mehrkosten seien ja wohl zu verkraften vor dem Hintergrund der Außenwirkung des Weinlesefestes. Die entsprechenden Marketingmaßnahmen würde die Willkomm übernehmen und auch Schilder finanzieren, die auf die vorübergehende Freigabe der Straße hinweisen. Boltenhagen sicherte zu, das Thema mit der ausführenden Baufirma noch in dieser Woche zu besprechen. Geprüft werde auch, ob die Sperrung der Parkplätze vor der Kindertagsstätte in der Hetzelstraße über das Wochenende aufgehoben werden kann. Nicht möglich ist laut Boltenhagen, dass sich die Baufirma vorübergehend vom gegenüberliegenden Parkplatz verabschiedet, wie ebenfalls gefordert wurde. Dort lagert sie ihre Container und Baumaterialien. Kein Thema ist übrigens, dass der Winzerfest-Umzug über die Talstraße führt. Entwarnung gibt es auch an der Südeinfahrt der Stadt. Boltenhagen geht davon aus, dass die B 39 beim ADAC-Kreisel bis zum Weinlesefest wieder in beiden Richtungen zu befahren ist. Derzeit kann man auf der Landauer Straße nur stadtauswärts fahren. Bevor der Endbelag eingebaut wird, muss der Abschnitt ab der Speyerdorfer Straße aber nochmals drei Tage komplett gesperrt werden. Alle Beteiligten waren der Meinung, dies am sinnvollsten über ein Wochenende zu tun. Schnell erledigt war die Forderung von Böhringer und Schied, die B 39 auch an den vier Samstagen vor Weihnachten zu öffnen. „Das wird voraussichtlich kein Problem sein. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis dahin fertig sind. Die Arbeiten werden zwei Monate früher fertig sein als geplant“, so Boltenhagen. Der Lidl-Markt eröffne voraussichtlich am 30. November. Bis dahin sei die neue Straßenoberfläche hergestellt, allenfalls Markierungsarbeiten müssten danach noch ausgeführt werden. Laut Andreas Böhringer sei dies eminent wichtig: „Das Weihnachtsgeschäft ist für den Handel sozusagen existenziell. Da darf es keine Behinderungen geben.“ Böhringer und Schied berichteten von Verkehrsteilnehmern, die vor allem an Wochenenden Absperrbaken und Verbotsschilder aus dem Weg räumen würden, um die Schotterpiste zu befahren. „Da werden Schilder gestohlen oder beschädigt, es ist unglaublich“, so Schied. Die Stadt müsse gegen diese Verkehrsrowdys vorgehen. Boltenhagen kündigte an, die Straßenverkehrsbehörde darum zu bitten, verstärkt die Halter widerrechtlich abgestellter Autos zur Rechenschaft zu ziehen. Auch mit der Polizei wolle man Kontakt aufnehmen.