Neustadt Auch Elefanten und Giraffen fahren Klapprad

Jede Menge Elefanten machten sich auf den Weg zum Kalmitgipfel. Aber auch Giraffen in Käfigen und auf Klapprädern waren auf der
Jede Menge Elefanten machten sich auf den Weg zum Kalmitgipfel. Aber auch Giraffen in Käfigen und auf Klapprädern waren auf der Strecke zu sehen.

«Maikammer.» „Ehrlich gesagt, ist für uns als Klapprad-Verein gar nicht so entscheidend, wer gewinnt. Wichtig ist, dass alle Beteiligten ihren Spaß haben und alles in einer schönen gemeinschaftlichen Atmosphäre abläuft“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Holger Gockel. Ein Höhepunkt im Fahrradjahr in der Südpfalz war der Kalmit-Klapprad-Cup allemal. 1000 Teilnehmer stürmten unter dem Motto „Menschen, Tiere und Scharniere“ ab 15 Uhr in Richtung Gipfel. Nach knapp 20 Minuten überquerte Max Haag als Erster den Zielstrich. „Mad Max“, so sein Künstlername, hatte mit den „Klappenthalern“ sogar einen eigenen Fanclub dabei, der ihn ihm Ziel frenetisch bejubelte. Überhaupt muss es für die Teilnehmer ein irres Gefühl sein, von tausenden Zuschauern angefeuert zu werden, überboten nur noch auf den letzten Metern vor dem Ziel, wo sich die Helden des Klapprades im Spalier der begeisterten Menge fühlen dürfen, als bewältigten sie gerade den Anstieg zum Ziel der Königsetappe bei der Tour de France hinauf nach Alpe d’Huez. Apropos Tour de France: Wie dort waren auch in Maikammer Kameraleute auf Motorrädern im Einsatz, um die Leistungen der Pedaleure in Szene zu setzen. Der Aufstieg wurde wenige hundert Meter vor dem Ziel sogar noch erschwert. Eine 30 Meter lange und mehrere Zentimeter dicke Schicht Sägemehl ließ an dieser Stelle die Strecke zur echten Zirkusmanege werden. Doch alle kämpften sich tapfer über das fast natürliche Hindernis. Auch der mit 81 Jahren älteste Starter, Erich Kuhn aus Dudenhofen, meisterte den Anstieg problemlos. Respekt! Maikammers Bürgermeister Karl Schäfer (CDU), als „Direktor Ron Karli“ mit der Startnummer 1000 dabei, reihte sich mit einer Fahrzeit von 38:35 Minuten im Mittelfeld ein. „Es war eine wundervolle Veranstaltung, bei der glücklicherweise auch der Wettergott rechtzeitig ein Einsehen hatte. Hier verbinden sich sportlicher Wettbewerb und spaßiges Miteinander ideal zur Freude aller Beteiligten“, sagte Schäfer im Ziel. Zu seinem eigenen Abschneiden meinte er: „Das war soweit ganz in Ordnung. Ich bin aber einfach zu schnell angegangen, und dann fehlten am Ende doch ein paar Körner, um eine bessere Zeit zu erreichen. Ich ließ mich von der tollen Atmosphäre etwas verleiten.“ Als die Zuschauer ihn so lautstark angefeuert und motiviert hätten, „da konnte ich auf den ersten zwei Kilometern einfach nicht langsam fahren“. Einmal mehr bestätigte Eva Katz ihre Vormachtstellung im Damenfeld. Die „Dompteuse“ aus Otterstadt erspurtete sich den 17. Platz im Gesamtklassement. Wie schnell man zu zweit sein kann, zeigten Björn und Jan Blätz aus Erbes-Büdesheim. „Siegfried und Roy“ schafften es als Gesamtdritte aufs Podium. Eine tolle Leistung boten „Pippi Langstrumpf und Herr Nilson“ auf ihrem Tandem „Kleiner Onkel“. Die zehnjährige Anna-Maria aus Hainfeld und ihr 40 Jahre junger Papa Andreas Hermann waren bereits zum vierten Mal gemeinsam am Start. „Sie ist unglaublich gut gefahren, denn es geht wirklich nur gemeinsam. Auf dem Tandem müssen beide die gleiche Leistung bringen, gerade weil man ja keine Gangschaltung hat“, lobte der Papa seinen Sprössling. Erstaunlich, wie schnell sich die Kleine von den Strapazen erholt hatte und sich über das tolle Erlebnis freute. Überhaupt war es beeindruckend, dass fast alle Starter mit nahezu völlig entspannten Gesichtszügen den Zielstrich passierten. Das zeugte von einer hervorragenden Vorbereitung auf die „Tour de Klapp de Kalmit“. Doppelte Last hatte „Tierfreund Henry“ aus Edesheim, alias Rochus Henrich, den Berg hinaufzufahren. Ein echter Blickfang sein selbstgebastelter Anhänger mit dem grauen Plüschelefanten. Ins Auge fiel auch „Gräfin von Fleck“, bürgerlich Katrin Siegel. Die Karlsruherin hatte sich als Giraffe verkleidet und auch ihr Gesicht Fleckfarben geschminkt. Ein wahrer Augenschmaus. „Seit März schon basteln wir an den Kostümen und haben uns zig-mal geschminkt, dass wir heute auch richtig gut aussehen.“ Das gelang. „Wir“, das waren noch der „Herzog“ und der „Baron“, die allerdings deutlich nach der „Gräfin“ oben ankamen. Lohn der ganzen Arbeit war ein Sonderpreis der Rennleitung für das tolle Outfit, über den sich auch noch Elefanten, Zirkuszelte und Elwetritsche freuen durften. Aber auch der rosarote Bärenkäfig, das Tandem mit der kleinen Giraffen im Anhänger, der „Vespa-Roller“ oder das „Kalmit-Wasser-Taxi“ wären würdige Preisträger gewesen. Technische Defekte konnten niemand davon abhalten, bis nach oben durchzufahren oder eben auch mal abzusteigen und per pedes weiterzustreben. Wenn die Kette mal abspringt – na und? „Wer sein Klapprad liebt, der schiebt“, sagte der junge Pechvogel lachend. Holger Gockel war vollauf zufrieden. „Für uns ist ja in erster Linie immer wichtig, dass nichts passiert. Heute kann man, bezogen auf das diesjährige Motto sagen, dass niemand von den Löwen und Tigern gefressen wurde. Der Regen am Morgen und am Abend tat der Stimmung gar keinen Abbruch. Es war alles von A bis Z sehr harmonisch.“ „Jimi Herings Klapprad Experience“ musste im Zirkuszelt bei der abendlichen Manegenparty eine Stunde über die Zeitvorgabe hinaus Ehrenrunden drehen, forderten die Zirkusartisten doch eine musikalische Zugabe nach der anderen. Bei der Klapprad-Cup-Party verließ keiner der „Artisten“ vorzeitig das Zirkuszelt. Holger Gockel lobte auch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Erlebnisland Maikammer. „Die Leiterin des Tourismusbüros, Maria Bergold, hat unheimlich viel Dynamik mit in unsere Veranstaltung gebracht. Sie ist ein wahrer Glücksfall in dieser Beziehung.“ Da steht ja der nächsten Austragung ja nichts im Wege!

Starke Männer traten im Circus Kalmit auf.
Starke Männer traten im Circus Kalmit auf.
x