Neustadt Arthouse: The Death of Stalin
«Neustadt». Moskau, 1953: der 75-jährige Diktator Josef Stalin erleidet einen Schlaganfall, bricht zusammen und wird erst am nächsten Morgen aufgefunden. Er ist noch nicht tot, als seine engsten Vertrauten bereits mit dem Tauziehen um die Nachfolge beginnen. Als da wären: der gefürchtete Geheimdienstchef Lawrenti Berija, Außenminister Wjatscheslaw Molotow, Außenhandelsminister Anastas Mikojan, Generalsekretär Georgi Malenkow und ZK-Sekretär Nikita Chruschtschow. Auch Stalins Kinder und ein in Ungnade gefallener Kriegsheld, General Georgi Schukow, kommen ins Spiel. Zwischen Tod und Beerdigung Stalins werden mit harten Bandagen Machtkämpfe ausgetragen. Dieses filmische Palastdrama basiert nicht auf Augenzeugenberichten und will auch keine authentischen Porträts der Beteiligten liefern. Es handelt sich um eine britisch-französische Historiensatire nach einem Comic-Roman, neudeutsch Graphic Novel genannt, die auf die schwarzhumorige Entlarvung der Absurditäten des despotischen Systems abzielt – voller bissiger Dialoge, tragikomischer Eitelkeiten und grotesker Situationskomik. Und stets durchzogen von Todesangst, vor dem Hintergrund von Verhaftungen, Erschießungen und Gulag. Eingedenk der Grausamkeit des stalinistischen Terrorregimes mit 20 Millionen Opfern bleibt einem deshalb trotz des coolen Gewitzels oft das Lachen im Hals stecken. Termine Zu sehen heute um 17.30 Uhr und 20 Uhr in der Kunstfilmreihe Arthouse im Neustadter Roxy-Kino. | Birgit Roschy