Neustadt Arthouse: Amy

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Neustadt. 27 Jahre – das ist im Popmusikbusiness eine verfluchte Zahl. In diesem Alter starben Jim Morrison, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Kurt Cobain – und Amy Winehouse, die am 23. Juli 2011 mit 4,14 Promille im Blut abtrat. Dieser Dokumentarfilm scheint sämtliche Klischees über gefährdete Künstlerseelen zu bestätigen. Konzertausschnitte, Songtexte, hunderte Interviews mit Freunden, aber auch Handyvideos und Tagebucheinträge fügen sich zum Portrait einer ungeheuer talentierten Musikerin und eines verletzlichen Menschen. Ihre Songtexte, die simultan zum Mitlesen auf der Leinwand laufen, geben Einblick in ihr Gefühlsleben. Es gibt nur wenige Streiflichter auf die Jahre vor ihrem Ruhm, doch sie zeigen ein Mädchen, das, aufgewachsen mit den Jazzplatten ihres Vaters, nichts weiter will als singen. Jahre später trägt sie ihre berühmte auftoupierte Bienenkorb-Frisur und macht mit rauen Soulsongs im Motown-Stil, aber zunehmend auch durch Drogenexzesse und Zusammenbrüche, Furore. Der Film von Asif Kapadia zeigt, wie viele besonders in den Medien von dieser außergewöhnlichen Sängerin profitierten und weist indirekt ihrem Vater, der sich um die Karriere seiner Tochter kümmerte, eine Schuld an ihrem frühen Tod zu. Schließlich bezieht sich zum Beispiel ihr berühmtester Song „rehab“ mit dem einpeitschenden Refrain „No, no, no“ auf ihre Weigerung, in eine Reha-Klinik zu gehen. Nicht zuletzt ist auch dieser Film selbst – posthum – Teil der Ausbeutungsmaschinerie. Sehr traurig. Termine Zu sehen heute um 17.30 Uhr und 20 Uhr in der Kunstfilmreihe „Arthouse“ im Neustadter Roxy-Kino. (chy/Foto: prokino)

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