Neustadt Anzahl der Straftaten auf altem Niveau

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Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Haßloch umfasst das Großdorf sowie die Verbandsgemeinde (VG) Deidesheim. Rund 34.000 Bürger wohnen im Zuständigkeitsbereich. Wolfgang Brunke, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der PI, sowie Jochen Gleich, Erster Kriminalhauptkommissar, betonen, dass es sich bei den vorgelegten Daten um eine „Hellfeldstatistik“ handle, daneben gebe es ein „Dunkelfeld“ in unbekannter Größe. „Je geringer die Straftat, desto weniger wird Anzeige erstattet“, weiß Gleich. Die Häufigkeitsziffer (Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) liege in Haßloch bei etwa 8000, im gesamten Zuständigkeitsbereich bei rund 6000. In kleineren Orten ist vieles überschaubarer, die Menschen kennen sich besser, achten mehr auf Auffälligkeiten, so die Erfahrung der Kommissare. Die insgesamt 2123 Straftaten bedeuten eine Steigerung um 228 Fälle gegenüber dem Vorjahr. Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr liegt die Anzahl der Straftaten jetzt wieder knapp unter dem Niveau der Jahre 2011 bis 2013. In Haßloch wurden mit 1589 Taten knapp 75 Prozent davon erfasst, im Bereich der VG Deidesheim waren es 534 Taten. 1126 Straftaten konnten aufgeklärt werden (Aufklärungsquote: 56,1 Prozent). Insgesamt wurden 836 Tatverdächtige ermittelt (66 mehr als 2014), davon 649 Männer. 175 Tatverdächtige (20,9 Prozent) haben keine deutsche Staatsbürgerschaft, der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Vertreten waren unter den Nichtdeutschen 43 Nationalitäten. Unter den 175 ausländischen Verdächtigen befanden sich 34 Flüchtlinge/Asylsuchende (2014: 14). Unter den 50 von ihnen begangenen Straftaten (2014: 16) verzeichnete die Polizei unter anderem 13 Ladendiebstähle, sechs Wohnungseinbrüche, zehn Körperverletzungsdelikte, aber auch einen Totschlag. 187 (210) Tatverdächtige waren unter 21 Jahre alt. Bei dieser Gruppe registriert die Polizei in den vergangenen fünf Jahren einen stetigen Rückgang. Erstmals ist die Anzahl der Diebstähle aus Wohnungen von 67 auf 85 stark gestiegen, darunter waren 58 (34) Einbruchsdiebstähle. „Täter nutzen vor allem die Dämmerung. Bei Nachteinbrüchen gehen sie sogar bis ins Schlafzimmer, während die Bewohner dort schlafen“, so Gleich. Das sei eine starke psychische Belastung für die Betroffenen. Häufiger versuchten sie einzubrechen, wenn niemand zuhause sei. „Licht in uneinsehbaren Bereichen, veränderte Rolladenpositionen und ein geleerter Briefkasten können Täter abhalten.“ Durch die 2015 gegründete „AG Bande“ könne besser und großräumiger ermittelt und Präventionsarbeit geleistet werden, das zeigten die Erfolge. Bei Diebstählen an und aus Autos wurden Wertgegenstände wie Handys, Notebooks oder Handtaschen gestohlen, die häufig sichtbar im Innern liegengelassen wurden. Verstärkt werden Kennzeichen entwendet, um an TÜV- und Zulassungsplaketten zu gelangen oder Tankbetrügereien zu begehen. Bei den Sachbeschädigungen reichen die Delikte von der Beschädigung von Autos, Verkehrsschildern oder Wahlplakaten bis hin zu Graffitis. „Oft ist Mutwille und Alkohol im Spiel“, weiß Gleich. 2015 habe man eine Serie von mehr als 40 Fällen aufklären können. Auch im Bereich der PI seien die Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte auf acht angestiegen, davon zwei mit verletzten Beamten. Die Polizei begegne diesem bundesweiten Trend mit der Verstärkung der technischen Ausstattung wie Body-Cams oder Kameras in Polizeiautos. 373 Personen, davon 134 Frauen, wurden Opfer einer Straftat. Als Opfer wird in der Kriminalstatistik angesehen, wer durch die Straftat verletzt wurde. Bei rein materiellen Schäden fallen Geschädigte nicht darunter. Präventive Maßnahmen 2015 waren unter anderem Projekttage mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention an Schulen, Veranstaltungen in den 9. Klassen zum Thema Alkohol- und Drogen im Straßenverkehr und Präventionsvorträge bei Seniorennachmittagen. Ein „integratives Präventionskonzept mit der Gemeinde Haßloch und der Verbandsgemeinde Deidesheim soll bei großen Volksfesten wie Deidesheimer Weinfest oder Andechser Bierfest das subjektive Sicherheitsgefühl der Besucher erhöhen und Straftaten verhindern. (uhk)

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