Neustadt Anruf zwecklos

91-82185568.jpg

Neustadt. Die Schaffenszeit des Fußballers und Trainers Rudolf Benkler neigt sich dem Ende zu. Neun Spiele, und sein Engagement bei A-Klassist TSG Deidesheim ist Geschichte. Doch wie endet die dreijährige Geschichte?

Ein glückliches Ende ist möglich. Im Augenblick belegt die TSG mit 39 Punkten Platz sechs, der Abstand zum Tabellenzweiten FC Speyer 09 II beträgt neun Zähler. Gleichwohl hat die TSG zwei Nachholspiele zu bestreiten. Siege vorausgesetzt, könnte der Rückstand auf drei Punkte schrumpfen. Und diese sind in den übrigen sieben Begegnungen allemal aufzuholen. Gegen die Spitzenteams der Spielklasse hat die TSG stets gut ausgesehen, das jüngste 4:2 gegen den TSV Königsbach oder das 3:0 gegen Klassenprimus FC Lustadt eine Woche zuvor dienen als aktuelle Belege. Allerdings leistet sich die TSG immer wieder auch den „Luxus“, Außenseiter reich zu beschenken. Gegen den Tabellenelften TuS Altrip war dies mit dem 1:1 der Fall, der SpVgg Edenkoben/TuS Martin wurde in der Hinrunde ein 2:2 zuteil. Und dies sind nur zwei Beispiele. Will die TSG die Vision von Aufstiegsspielen bewahren, darf sie mit dem Drittletzten des Klassements keine Federn lassen, wenn dieser am Sonntag (15 Uhr) zur „Revanche“ nach Deidesheim kommt. „Wir wollen so weit nach oben kommen, wie es nur geht“, sagt Rudolf Benkler. „Sollte es uns gelingen, unsere Hausaufgaben zu machen, dann haben wir es noch in der eigenen Hand, auf Platz zwei zu kommen. Ich wollte immer eine Klasse höher mit der TSG, vielleicht gelingt mir das noch.“ Selbst wenn: An Benklers Entschluss ist nicht zu rütteln. Er wird am Saisonende aufhören. Zu dem zentralen Grund, dem Besuch einer Meisterschule in den nächsten drei Jahren, gesellt sich die Enttäuschung darüber, vom Verein nicht die entsprechende Unterstützung bekommen zu haben. So zumindest empfindet es Benkler. Seine Appelle seien verpufft. „Dann setzt du dich zu Hause hin, überlegst und kommst irgendwann zu dem Schluss, dass du dir das auch nicht mehr antun musst. Ein Trainer ist nicht auch noch dafür verantwortlich, dass die Trikots am Platz liegen oder Eiswürfel im Koffer sind ...“ Unmittelbar nach dem öffentlichen Bekanntwerden seines Entschlusses (die RHEINPFALZ informierte zu Jahresbeginn) rappelte bei Benkler ein paar Mal das Telefon. Fünf Vereine erkundigten sich nach seiner Zukunft. „Die Gespräche waren allesamt nach zwei Minuten beendet“, sagt Benkler. Er hat seine Trainerlizenz auslaufen lassen, wird keine neue Aufgabe annehmen, auch nirgendwo spielen. Er will nach Job und Schule seinen eigenen Jungs beim Kicken zusehen und mehr Zeit für die Familie haben. Dass Benkler noch einmal für die TSG aufläuft, ist wahrscheinlich, aber nicht sicher. Sieben Wochen nach dem Bruch des Handgelenks wurde er am Montag dieser Woche vom Gips befreit. Ehe er überhaupt mit der Mannschaft üben kann, wird eine Zeit vergehen. Gegen die SpVgg Edenkoben/St. Martin sollte die TSG auch ohne ihn bestehen, vorausgesetzt, die Einstellung stimmt. Slawomir Stulins Mannschaft belegt mit zehn Punkten den 14. und damit drittletzten Rang. Platz 13 ist satte 15 Zähler entfernt. Im zweiten Derby des Wochenendes empfängt der TSV Königsbach am Sonntag (14.30 Uhr) den VfL Neustadt II. Auch hier scheinen die Rollen klar verteilt zu sein: Gegen das Schlusslicht von der Haidmühle ist der TSV als Siebter Favorit. (aboe)

x