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Ann-Kathrin Rohe: Mehr Meter als ein Langstreckler gemacht
5000 Meter war die längste Strecke, die für die Langstreckenläufer bei den süddeutschen Meisterschaften der Klassen U23 und U16 im Bienwaldstadion in Kandel bei großer Hitze zurückzulegen war. Noch einmal einige Meter mehr absolvierte zusammengenommen an den drei Wettkampftagen Ann-Kathrin Rohe, die im Organisationsteam des Leichtathletikverbandes Pfalz einmal mehr für die Durchführung der Siegerehrungen verantwortlich zeichnete.
Oft hat sie in ihrer eigenen sportlichen Karriere selbst nach ihren Wettkämpfen sogar auf den obersten Treppchen gestanden. Im Trikot des LC Haßloch holte sie etwa im Mai den Pfalzmeistertitel der Frauen über 100 Meter Hürden und war bei den Masters-Pfalzmeisterschaften mit gleich fünf Siegen in der Klasse W35 die erfolgreichste Teilnehmerin. „Ich finde es sehr wichtig, den Siegern und Platzierten einen angemessenen Rahmen bei der Würdigung ihrer Leistungen zu bieten“, ist die mittlerweile in Bretten wohnhafte Abteilungsleiterin des TV Mußbach von der Bedeutung der Siegerehrung als abschließenden Teil der Wettkämpfe überzeugt. Neben einem zügigen Ablauf der Zeremonie gehört dazu zwingend auch eine passende Musikuntermalung, für die in Kandel ein eigener Discjockey verantwortlich war.
Bloß keine Wettkämpfe stören
„Geprobt haben wir zuvor nicht, aber es hat dennoch geklappt“, spricht sie über eine gute Zusammenarbeit auch mit dem guten Dutzend an Helfern, die ihr bei der Bewältigung ihrer Aufgabe zur Seite standen. Die jeweils passenden Urkunden und Medaillen waren vorzubereiten, Präsente für die drei Erstplatzierten bereitzustellen. Hinter der Tribüne war zudem ein Sammelpunkt eingerichtet worden, an dem Ann-Kathrin Rohe in der Regel die acht Erstplatzierten jeder Disziplin in Empfang nahm und anschließend zum Siegerpodest führte. Dabei kamen im Verlauf der drei Wettkampftage für sie neben vielen Einsatzstunden einige zurückgelegte Meter zusammen, „und die starke Sonneneinstrahlung war schon eine Herausforderung“.
„Am wichtigsten ist für uns, zum einen den Zeitplan möglichst genau einzuhalten, und zum anderen laufende Wettbewerbe und vor allem die Läufe auf der Bahn nicht zu behindern“, schildert Ann-Kathrin Rohe die Herausforderung. Nicht zu lange Zeit sollte andererseits zwischen dem Wettbewerbsende und der Ehrung liegen. Daher gelte es, immer einen Blick auf den Zeitplan zu richten und ständigen Kontakt mit den beiden Stadionsprechern zu halten, mit denen die Reihenfolge der Siegerehrungen abgesprochen wurden.
Ziele: Workshops und endlich ein Jugendsprecher
Dass sie diese Aufgabe mit Hilfe ihres Teams sehr gut gemeistert hat, war mit ein Grund für das einhellige Lob seitens der aus Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland angereisten Athletinnen und Athleten für die hervorragende Organisation. Daher würdigte der Kandeler Leichtathletik-Abteilungsleiter Julian Rödel auch ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam des Leichtathletikverbandes Pfalz, in dem Ann-Kathrin Rohe seit dem Verbandstag im Vorjahr in Mußbach als Jugendwartin aktiv ist. „Nachdem ich vorher in dieser Funktion im Bezirk Vorderpfalz tätig war, bekomme ich jetzt von der gesamten Verbandsarbeit im Hintergrund natürlich viel mehr mit“, macht die Lehrerin in Sport und Geografie an einem Gymnasium in Mühlacker auf den Unterschied aufmerksam.
Wichtige Erkenntnisse und neue Kontakte im Hinblick auf eine verstärkte Jugendförderung brachten ihr die Vorbereitung und Durchführung des ersten Hallen-Länderkampfes zwischen der Pfalz, Baden und dem Saarland Anfang des Jahres in Ludwigshafen. „Das Team aus der Pfalz erstmals zusammenzustellen und zu betreuen, dabei den Kontakt mit den Trainern zu suchen und Termine zu finden, war schon eine Herausforderung, aber hat sich gelohnt“, sagt sie und hofft auf eine Fortsetzung der Veranstaltung im kommenden Jahr. Positiv sieht sie auch die Teilnahme von drei jungen Athletinnen am Jugendlager des DLV bei den deutschen Meisterschaften in Dresden, „das wird für zusätzliche Motivation sorgen“. Für die nahe Zukunft plant sie Jugend-Workshops in Zusammenarbeit mit den Bezirken des LV Pfalz und hofft darauf, dass sich Interessenten für das seit Längerem verwaiste Amt des Jugendsprechers oder der Jugendsprecherin finden.