Neustadt „And the winner is ...“

An der grandiosen Abi-Feier des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums müssen sich künftige Schülergenerationen vermutlich messen lassen: Die 89 Abiturienten verwandelten den Saalbau am Donnerstagabend in ein Hollywood-Filmtheater.
Unter dem Motto „Abiversal, ab jetzt führen wir selbst Regie“ entführten die Schülerinnen und Schüler ihre Eltern, Verwandten und Freunde nach Los Angeles, in die Welthauptstadt der Filmindustrie. Die kluge Regie zeigte sich dabei in vielen Details. Die Titelmelodie aus „Star Wars“ stimmte beispielsweise optimal auf die folgenden fünf Stunden ein. Der Einmarsch der „Oscar-Anwärter“ verlief stilvoll paarweise. Und jedes Paar hielt genügend Abstand zu seinem Vorgänger, so dass alle würdig begrüßt werden konnten. Ein Regie-Einfall, der so auch noch nicht im Saalbau gezeigt wurde. Bevor es an die „Oscarverleihungen“ ging, lobte Schulleiter Mervyn Whittaker den scheidenden Jahrgang für dessen „gescheites und zugleich bescheidenes Motto“. So hätten die Schüler durchaus schon seit einigen Jahren die Regie in ihrem Leben übernommen, indem sie soziale Verantwortung als Übungsleiter oder ehrenamtliche Helfer zeigten. Whittaker betonte, das Abitur, die genossene Bildung, sei sowohl Aufgabe als auch Verpflichtung: „Dreht eure Filme mit Verstand und dem Herz auf dem richtigen Fleck. Ich bin sicher, ihr werdet einmal in berufliche Positionen gelangen, an denen ihr Verantwortung übernehmen könnt.“ Er wagte auch den Blick auf die USA, wo sich mit Donald Trump ein Mann anschickte, Präsident zu werden, der in Gesprächen meist sehr einsilbig sei. „Damit lassen sich keine Zusammenhänge erklären“, mahnte Whittaker die Schüler. In der Schülerrede von Florian Hoffman und Sophie Rohe kam zum Ausdruck, dass auch die Abiturienten mit ihrer Schule zufrieden waren. Bei manchen sei es zwar auf der Zielgerade etwas holprig geworden, aber es habe einen sehr guten Zusammenhalt in der Oberstufe gegeben. Vor allem aus den Studienfahrten hätten alle Schüler bleibende Eindrücke mitgebracht. 23 Absolventen bestanden das Abitur mit „sehr gut“, zwei Schüler schafften die Prüfungen nicht. Auf den offiziellen Teil folgte ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm mit Spielen, Männerballett und Musik, moderiert von dem Schülerquartett Larissa Appel, Robert Vogt, Johannes Niklas und Kristin Wasmuth. Leonie Breika und Juliana Saib traten als Solisten auf. Einen musikalischen Part übernahm zudem der Abichor. (kle)