Neustadt Am Rande der Bande:
Seit Kurt Büttler im Ruhestand ist, kennt der Leichtathletiktrainer der TSG Haßloch keine Pause mehr. Unermüdlich hat er auch im vergangenen Jahr an „seinem“ Werferplatz gewerkelt. Mittlerweile ist daraus eine einmalige Trainingsstätte geworden, die gerne vom Leichtathletikverband Pfalz (LVP) zu offiziellen Wettkämpfen genutzt wird. So geschehen am vergangenen Samstag, als dort die Hammerwurf-Pfalzmeisterschaften über die Bühne gingen. Büttler hat den Platz so angelegt, dass der Hammer sogar 85 Meter weit fliegen könnte, falls sich einmal ein internationaler Meister ankündigen würde. Der Hammerwurf-Weltrekord liegt momentan bei 86,24 Metern und steht seit 1986 in den Annalen des Internationalen Leichtathletikverbandes. Nun, ganz so weit gehen die Würfe zwar in unseren Gefilden nicht. Aber neben den Werferanlagen in Mutterstadt und Zweibrücken ist Büttlers Platz wegen der großen Fläche einmalig in der Pfalz. Denn auf rund 2000 Quadratmetern hat er in vier Jahren ein Paradies für Werfer geschaffen. Der Platz befindet sich im Eigentum des Unternehmens Ardagh (früher Ball Packaging), die Nutzung ist mit der Gemeinde Haßloch vertraglich geregelt. Büttler hat indes, auch dank Materialspenden des Haßlocher Unternehmens, drei Wurfringe geschaffen und eigenhändig betoniert. So haben Diskuswerfer ebenso ihren eigenen Ring wie die Gewichtewerfer. Sie rotieren ähnlich wie die Hammerwerfer, nur ist die Kette, an der das runde Gewicht hängt, nur etwa halb so lang wie die Metallkette der Hammerwerfer. Auf die Hammerwurfanlage hat Büttler, damit der Belag für die glatten Schuhsohlen der Werfer richtig gleitfähig wird, vor gut zwei Wochen noch eine hauchdünne Spezialschicht aufgetragen. Kurt Büttler ist fast täglich auf dem Gelände zu finden, schließlich gibt es immer noch irgendein Detail, das der 70-Jährige verbessern kann. Er ist froh darüber, dass der Werferplatz auch rund um die Uhr vom Pförtner des benachbarten Unternehmens am Monitor überwacht wird. „Per Kamera kann das gesamte Gelände überblickt werden“, freut sich der Haßlocher. Einmalig sei nicht nur die Größe, sondern auch die Begrenzung des Wurfsektors, die er mit kleinen Kegeln in der Erde verankert habe. Kurt Büttlers nächste Baupläne warten schon auf ihre Verwirklichung: Dann kommt eine Anlage für das Steinstoßen hinzu. Neben Büttlers Verein TSG Haßloch können nach Absprache auch die Athleten des LC Haßloch die Anlage nutzen. Aber der emsige Haßlocher betont: „Aus Sicherheitsgründen dürfen nur Sportler auf die Anlage, die Mitglied in einem Verein sind. Außerdem sind die Sicherheitsabstände zu beachten.“ Klar, denn so ein Hammer hat durchaus die krachende Wucht einer Kanonenkugel. Daniel Neideck und Andreas Sehrt von der TSG Neustadt sind als Schiedsrichter der Feld- und Hallen-Bundesliga an vielen Wochenenden unterwegs, ihr Vereinskollege Andreas Bulla im Auftrag des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) als Schiedsrichterbobachter. Verdienen sie an ihrem Hobby? Und wenn ja, wie viel? Eines vorweg: Verdient im Sinne von Wohlhaben wird im deutschen Hockeysport nicht. Die Unparteiischen erhalten ihr Geld vom Schiedsrichter- und Regelausschuss des DHB. Die Vergütung erfolgt als eine von der jeweiligen Spielklasse abhängige Aufwandsentschädigung. Im reinen Amateurbereich – in der Ober- und Verbandsliga zum Beispiel – liegt die Aufwandsentschädigung im mittleren zweistelligen Bereich, also bei etwa 50 Euro. In den Ersten und Zweiten Bundesligen haben die Schiedsrichter Anspruch auf eine als Aufwandsentschädigung ausgewiesene Vergütung: im höheren zweistelligen oder im unteren dreistelligen Bereich. Je Spiel werden daher zwischen 80 bis 150 Euro gezahlt. Da es einschließlich Endrunde – in der 1. Feldhockey-Bundesliga in diesem Jahr wieder beim Mannheimer HC (27. und 28. Mai) – insgesamt 25 Spieltage gibt, können Schiedsrichter jährlich 3500 bis 4000 Euro erhalten. Das klingt zunächst einmal nicht schlecht. Aber: Meist müssen die Unparteiischen ihre Vergütung mit anfallenden Kosten, wie für Benzin oder für öffentliche Verkehrsmittel, verrechnen. Hierfür hat jeder Landesverband unterschiedliche Regelungen. In einigen Fällen werden die Schiedsrichterleiter vor Ort verköstigt und/oder eine Hotelübernachtung wird bezahlt. Die TSG-Schiedsrichter Daniel Neideck und Andreas Sehrt sind auch an diesem Wochenende „an der Pfeife“. Neideck und der Stuttgarter Stefan Leiber leiten heute, Samstag, 8. April, in Hamburg die Erstliga-Partie Harvestehuder THC gegen Crefelder THC und morgen, Sonntag, 9. April, Harvestehude gegen RW Köln, Sehrt gemeinsam mit Tim Meissner aus Bietigheim in Berlin die Spiele TuS Lichterfelde gegen Uhlenhorst Mülheim (Samstag) und Lichterfelde gegen Nürnberger THC am Sonntag. Über den Neustadter Tennistrainer Joe Onohiol haben wir an dieser Stelle schon mehrfach berichtet. Und sein Engagement ist es wert, noch weiter über ihn zu schreiben: Der Tenniscoach, der bei Speyer wohnt, aber auch in Neustadter Vereinen aktiv ist, stammt aus Kamerun und bietet regelmäßig in seiner afrikanischen Heimat kostenlose Tenniscamps für Kinder an, die sich diesen Sport ansonsten nicht leisten könnten. Tennis sei in Kamerun ein Sport für Reiche, hat Joe, so wird er von allen genannt, einmal in einem RHEINPFALZ-Interview erzählt. Wer Glück habe, ergattere einen Job als Balljunge. Joe Onohiol hat extra vor einigen Jahren den Verein „Tennis für Afrika“ gegründet, denn er wolle etwas für Kinder „in meinem Land tun“. Dabei war es ein Zufall, dass er jetzt in der Pfalz lebt: Seine Frau, eine gebürtige Mannheimerin, hat er 1994 im Senegal kennengelernt. Damals war er an die afrikanische Westküste gereist, um bei Turnieren mitzuspielen. Nun lebt er mit ihr in Römerberg. Morgen, Sonntag, ist es wieder so weit: Dann fliegt Joe Onohiol mit Koffern und Taschen voller in der Pfalz ausrangierter Tennisutensilien nach Kamerun. Begleitet wird er diesmal von den zwei jungen Tennisspielerinnen Charlotte Corbet und Friedericke Schattat, die Joe in Kamerun helfen, die Tennisschläger, -kleidung, kleinen gelben Bälle und sonstiges Zubehör für den weißen Sport unter den Kindern zu verteilen. |kle