Neustadt Am Rande der Bande:

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Der Begriff schlechte Verlierer ist im Sport ja allgegenwärtig. Vermutlich jeder hat schon einmal erlebt, dass ein Unterlegener aus Frust dem Gegner nicht gratuliert, auf den Schiedsrichter geschimpft oder auch ein paar böse Worte an den Kontrahenten gerichtet hat. Der hat ja schließlich nicht gewonnen, weil er besser war, sondern weil andere Faktoren den Erfolg erst möglich gemacht oder beeinflusst haben. Eher selten, oder vielleicht sogar noch seltener als selten, kommt es hingegen im Sport vor, dass es schlechte Gewinner gibt. Also Sportler, wenn man sie in diesem Zusammenhang noch so nennen kann, die sich daneben benehmen – obwohl ihnen ja eigentlich schon der Erfolg Genugtuung geben müsste. Bei Marius Jörres war dies neulich offenbar nicht der Fall. Jörres spielt beim TV Großsachsen Handball in der Dritten Liga, der auch die TSG Haßloch angehört (zur Erinnerung: Die TSG besiegte den TVG Anfang Dezember mit 29:28). Zumindest, wenn er nicht gerade mit anderen Dingen beschäftigt ist, so wie jüngst im Drittliga-Spiel gegen den SV 64 Zweibrücken, das der TVG mit 28:24 gewann. Die Nummer sieben der Gastgeber jedenfalls fiel schon während der Partie negativ auf: Durch Schimpfeinlagen, durch das Einschlagen auf einen Mattenwagen in der Gerätehalle hinter der Großsachsener Bank nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung der Unparteiischen. Und durch eine Zeitstrafe, weil er in einer Situation immer weiter meckerte – als Auswechselspieler übrigens. Die Krone setzte Jörres, der auch schon beim letzten Gastspiel seiner Mannschaft in Zweibrücken negativ aufgefallen war, seinem Verhalten allerdings dadurch auf, dass er nach dem Abpfiff dem RHEINPFALZ-Journalisten während eines Interviews mit dem Zweibrücker Spieler Dennis Götz dazwischenquatschte und riet: „Schreib’ doch einfach, alle Zweibrücker sind scheiße.“ Ah, ja. Noch weitere Wünsche? Noch weitere Beleidigungen? Nein? Dann vielen Dank. Völlig erstaunlich ist natürlich, dass so etwas ausgerechnet in einer Halle passiert, in der Trainer ihre Gründe zu haben scheinen, eine Pressekonferenz nach der Begegnung nicht zu besuchen. Der ehemalige SV-Trainer Stefan Bullacher jedenfalls spielte vor vier Jahren mit dem Gedanken, einer Pressekonferenz in Großsachsen fernzubleiben. Sein Nachfolger in Zweibrücken, Tony Hennersdorf, tat es dann am vergangenen Samstag. Selbiges haben auch schon Ole Andersen (Trainer der SG Köndringen/Teningen) und vor zwei Wochen der Trainer des TuS Fürstenfeldbruck, Martin Wild, gemacht. Immerhin: Beim Großsachsener Auftritt in Haßloch wussten die Gäste sich zu benehmen. Wo während der Sommersaison die Rennpferde hinter der Tribüne gehätschelt und die Wettbeträge an den Schaltern eingezahlt werden, herrschte neulich ein gewaltiges Gedränge. Doch diesmal waren es nicht Zuschauer, die den Vierbeinern beim Rundendrehen auf der Haßlocher Pferderennbahn zusahen. Es wollten die Zweibeiner selbst laufen. Sie meldeten sich zum Nikolauslauf des LC Haßloch an und hatten neben den beiden Läufen für Jugendliche die Qual der Wahl. Die lange Strecke, also drei Runden durch den Ordenswald, um einen Halbmarathon zu absolvieren, oder „nur“ eine Runde über sieben Kilometer? Egal, welche Distanz, der Zuspruch bei der Premiere an der Rennbahn war mit über 750 Startern sehr gut. Eine schöne Parallele zu den Pferderennen sind übrigens die wunderbaren Kopfbedeckungen der Läufer gewesen. Neben Nikolausmützen herrschte eine große Palette von Wollkappen, Stirnbändern und Fleecemützen vor, anstatt luftiger Hutkreationen im Sommer. Denn es war diesmal frostig kalt. Jetzt ist aber Nachbessern für den LC Haßloch angesagt. Im durch Plastikplanen geschützten Wirtschaftsbereich, wo sich die hungrigen und frierenden Zuschauer mit heißen Getränken und Essen versorgen konnten, war es ziemlich ungemütlich. Auch die Umkleidekabinen seien ungeheizt gewesen, teilten Sportler mit. Für die Angehörigen, die zwar bei den guten Wetterbedingungen die wärmenden Sonnenstrahlen gesucht und meist über zwei Stunden auf „ihre Läufer“ am Waldrand gewartet haben, wäre es auch ein guter Service gewesen, hätte der LC Haßloch dort Bierzelt-Bänke aufgestellt. LCH-Vorsitzender Joachim Tremmel erwartet, dass der Leichtathletikclub auch im nächsten Winter seinen Lauf an der Rennbahn ausrichtet, auch wenn bis dahin das Sportheim am VfL-Platz am August-Schön-Weg wieder benutzbar wäre. Denn immerhin finden sich bei der Rennbahn auch großzügigere Parkmöglichkeiten. Gelegenheit zu zeigen, dass der LCH auch bei Winterwetter für Wärme sorgen kann, eventuell mit dem Einsatz von Warmluft-Gebläsen im Wirtschaftsbereich, gibt es bereits am 18. Februar 2017. Dann nämlich richtet der Leichtathletik-Club auf dem Innengelände der Rennbahn die Rheinland-Pfalz-Cross-Meisterschaften aus. Eingeschlossen sind dann auch die Pfalzmeisterschaften des Leichtathletikverbandes Pfalz. Die Sportler beweisen dann zwar bei der schnellen Hatz über das Gelände, dass sie nicht aus Zuckerwatte sind. Aber über etwas Wärme freuen sie sich nach dem Lauf dennoch. |tnf

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