Neustadt Am Rande der Bande:

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Der Holländer Wim Smeets war einer der wenigen Starter beim Altstadtlauf am Freitag, der gleichzeitig Teilnehmer des „Neustadt in Europa“-Treffens war. „Meinen Start hatte ich schon eingeplant, als ich erfuhr, dass hier ein Volkslauf stattfindet. Darauf freute ich mich“, erzählte der 53-Jährige aus Niewstadt. Rund 380 Kilometer Anfahrt investierte er. Allerdings hatte er noch zwei weitere Auftritte in Neustadt: Als Musiker der Breuetaler Musikanten stand er am Freitag und Samstag auf der Bühne an der Stiftskirche. Direkt vor dem Zehn-Kilometer-Lauf musizierte er noch mit seinen 17 Kollegen. Er hätte sich zwar noch vorher umziehen können, aber es sei auch Absicht gewesen, in den Lederhosen zu laufen, verriet er. So hatte er ein „Übergewicht“ von rund fünf Kilogramm auf den vier Runden zu schleppen. „Gute Stimmung, weniger gutes Wetter, stellenweise zu wenige Zuschauer“, meinte er schwitzend nach dem Lauf. Er läuft „nur zur Fitness“. Seine Bestzeit über diese Distanz von 37 Minuten sei er mit 28 Jahren gelaufen. Von daher waren die 48:20 Minuten für ihn eine „ordentliche Zeit“. Die drei jungen Männer aus Afghanistan hatten sichtbar Spaß beim Altstadtlauf über zehn Kilometer. Im Ziel sprachen sie über ihr Leben in Neustadt. Reza Sharifi lebt seit zwei Jahren in Deutschland. Er geht auf die Realschule plus Maikammer/Hambach und hat bald seinen Abschluss in der Tasche. Eigentlich praktiziere er derzeit die Fastenregeln des Ramadan. Aber er habe gemerkt, dass es für seine Gesundheit nicht gut wäre, würde er vor und nach solch einem Wettkampf weder essen noch trinken. Daher erlaube es seine Religion, dass er selbst entscheide, wann es notwendig sei zu essen und zu trinken. Der 19-Jährige spielt Fußball beim FC Hambach. Sein Freund Bashir Soltani dagegen wollte unbedingt das Fasten am Freitag einhalten und fühlte sich nach den zehn Kilometern „sehr schlapp“. Schließlich hatte der 17-Jährige seit 3.30 Uhr am frühen Morgen nichts mehr zu sich genommen. Er musste noch 90 Minuten warten, bis ihm bei Sonnenuntergang nach den Regeln des Islam wieder Essen und Trinken erlaubt waren. Gut erholt hatte sich nach wenigen Minuten Rahman Yavarii. Der 19-Jährige boxt beim 1. Boxclub Neustadt. „Sport ist mein Hobby“, begründet er seinen Start beim Altstadtlauf. Dass er sich bereits hier heimisch fühlt, beweist ein schwarz-rot-goldenes Schweißband am linken Handgelenk Auch Yavarii legt jetzt seine Berufsreife an der Gebrüder-Ullrich-Realschule (Maikammer/Hambach) ab. Alle drei jungen Männer beherrschen bereits gut die deutsche Sprache. Für sie ist neben den Sprachkenntnissen der Sport ein wichtiges Mittel zur Integration. |kle

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