Neustadt Am Rande der Bande:

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Dass sich der Geschmack im Laufe von Jahren und Jahrzehnten wandeln kann, ist bekannt. Das gilt für alle Lebensbereiche. Zum Beispiel auch dafür, wie Eltern ihre neugeborenen Mädchen nennen. So waren die beliebtesten weiblichen Vornamen zu Beginn der 1920er Jahre Gertrud und Hildegard, in den 40ern dominierten Karin und Renate, und nach dem Krieg nannten Eltern ihre Mädchen oft Brigitte. Zu Beginn der 60er Jahre wurden Sabine und Susanne am meisten verwendet. Eine Dekade später waren Nicole und Stefanie die Favoriten, und 2014 Sophie und Marie am beliebtesten. Doch es gab ein Jahrzehnt, da war es Usus, dass der Vorname von Mädchen auf A endet: die 90er. Beleg dafür ist die Liste der 16 jungen Fußballerinnen, die den U18-Kader des Südwestdeutschen Fußballverbandes (Jahrgänge 1998/99) bildeten, der kürzlich das Regionalturnier in Edenkoben bestritt. 15 der 16 Spielerinnen haben einen Vornamen, der auf A endet. Und die Palette ist groß, wie an den sechs im Kader stehenden Mädchen des FFC Niederkirchen abzulesen ist. Die heißen nämlich Vanessa, Alena, Sabrina, Sina, Gina und Lena. Die Liste lässt sich fast beliebig fortführen. Viktoria, Romina, Anika, Christina, Hanna, Anna, Laura und Lea heißen die anderen. Der einzige Name, der doppelt vorkommt, ist Vanessa. Bleibt noch die 16. Spielerin. Es ist die aus Mainz stammende Rosalinde – sie fällt etwas aus dem Rahmen. Wer weiß, vielleicht wird mit diesem, nicht unbedingt modernen Namen an eine Oma oder Tante erinnert. (thl) Je komplizierter die Sportart, desto größer die Kameradschaft unter den Sportlern. Das war auch bei den zweitägigen Mehrkampfmeisterschaften der Leichtathleten im Neustadter Stadion zu beobachten. Besonders gefordert waren natürlich die Zehnkämpfer. Sie hatten mit dem Stabhochsprung als achte Disziplin eine artistische Herausforderung zu meistern. Weil viele Athleten den Mehrkampf allerdings eher als Abwechslung und Zugabe zum Saisonende sehen, haben sie manchmal nur wenig Erfahrung mit dem Stab gesammelt. So gab es am vergangenen Sonntag gerade bei den Debütanten der Altersklassen U20 und U18 einige kuriose Flugversuche zu beobachten. Ganz still saß dort der Stabhochsprungtrainer Jochen Vetter (ASV Landau) an der Anlage. Sein Schützling Marc Philipp Gräfe ist Stabhochspringer und hat bei der U18 eine Bestleistung von 4,70 Metern stehen. Gräfe geht den umgekehrten Weg, er wollte zum Abschluss der Freiluftsaison einen Mehrkampf machen. Daher musste er auch einige Zeit warten, bis die Athleten, die mit 1,80 Metern in den Wettkampf eingestiegen sind, schon wieder ihre Stäbe einpackten. Denn Gräfe begann erst bei vier Metern. Derweil unterstützte Wetter den Konkurrenten von Gräfe, Marvin Kastl (TV Gimmeldingen), bei seinen Versuchen. Kastl war bei seiner Einstiegshöhe von drei Metern zunächst sehr nervös und hatte zwei Fehlversuche quittiert. Doch Wetters beruhigende Tipps halfen. Kastl überquerte auch noch 3,30 Meter. Raphael Tremmel (LC Haßloch) hatte ebenfalls Anlaufschwierigkeiten und riss zunächst bei seiner Starthöhe von 3,40 Metern. Wobei Kastl und Tremmel das Zehnkampftraining ganz gezielt betreiben und in der Disziplin Stabhochsprung bei Vladimir Ryzih in Ludwigshafen in die Lehre gehen. Doch auch Wetter ist natürlich mit den Athleten vernetzt und stellt ihnen beispielsweise die Stäbe zur Verfügung. „Viele sagen, dass Stabhochsprung eine schwierige Disziplin sei. Das stimmt so nicht. Stabhochsprung ist komplex. Aber wenn man weiß, was mit dem Stab zu tun ist, ist es einfach“, sagt Wetter. Wetter hatte auch im ersten Jahr Raphael Tremmel unter seinen Fittichen. Er empfahl dem 19-Jährigen Haßlocher, zunächst die Kraft- und Koordinationsübungen am Barren und Reck, darunter die wichtigen Aufrollübungen. „Mit dem Stab wird höchstens an zwei Tagen trainiert“, betont Wetter. Er ist überzeugt: „Die Mehrkämpfer profitieren von einem gezielten Stabhochsprungtraining und nehmen die Fähigkeiten in die anderen Disziplinen mit.“ Wobei Wetter natürlich mit Freude die Entwicklung der Spezialisten verfolgt. So trainiert unter ihm Oleg Zernikel, der mit aktuell 5,51 Metern der stärkste U23-Stabhochspringer in Deutschland ist. (kle) Was sich bereits im Vorjahr bei den Pfalz-Mehrkampfmeisterschaften abgezeichnet hat, wurde jetzt bittere Gewissheit. Die Matte der Stabhochsprunganlage ist ein Fall für den Sperrmüll. Der Schaumstoff quoll während des Wettkampfes immer wieder aus der grünen Kunststoffhülle hervor. Das schützende Gummi ist an der Stelle, an der die Sportler mit ihren Spikes bei der Landung aufkommen, seit dem Vorjahr noch weiter aufgerissen. Die Helfer der LG Neustadt waren wiederholt bemüht, das Dämmmaterial zurückzustopfen. Der Wettkampf musste mehrmals unterbrochen werden. Zumal auch der Zweitplatzierte im Zehnkampf, Christian Heilmann (LTV Bad Dürkheim), bei der Landung in die marode Matte nach seinem Sprung über 3,10 Meter mit dem Fuß umknickte und sich eine schmerzhafte Bänderdehnung zuzog. Er absolvierte die neunte Disziplin Speerwurf nur noch aus dem Stand und konnte den abschließenden 1500-Meter-Lauf nicht mehr beenden. Doch LG-Teamchef Christian Müller wollte die Verantwortlichen der Sportamtes bei der Stadtverwaltung ausdrücklich von der Kritik an der zerschlissenen Matte ausnehmen. Müller betonte, dass die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung grundsätzlich sehr harmonisch verlaufe. „Wenn wir etwas benötigen, dann klappt das auch. Der Auftrag für die Matte ging frühzeitig heraus.“ Allerdings ergab jetzt eine Rückfrage bei der Stadtverwaltung, dass es nicht etwa um eine Neulieferung gehe, sondern um eine Reparatur der Matte. Diese sei Mitte Juli in Auftrag gegeben, die Kosten seien mit rund 1300 Euro angesetzt worden. Wegen eines Personalwechsels im Sportamt sei der Auftrag jedoch erst im Juli vergeben worden, informiert Dagmar Staab, Sprecherin der Stadtverwaltung. Laut Christian Müller habe die beauftragte Firma dann Anfang September mitgeteilt, dass der vereinbarte Termin nicht gehalten werden könne. Und deshalb sprangen die Sportler während des Zehnkampfs fleißig in die Löcher und vergrößerten unabsichtlich den Schaden. Jetzt bleibt für die Sportler zu hoffen, dass die Matte überhaupt noch repariert werden kann. Nach der starken Beanspruchung während dieser Sommersaison könnte eine Neuanschaffung vielleicht unumgänglich werden. Geschätzter Kostenpunkt einer neuen Matte: zwischen 5000 und 10.000 Euro. Eine Investition, die sich indes lohnt, wie die jüngsten hervorragenden Ergebnisse der Neustadter Athleten bei den Pfalz-Mehrkampfmeisterschaften im Stadion gezeigt haben. Jedenfalls sollte schnell gehandelt werden, damit zu Beginn der Freiluftsaison 2016 neue Höhenflüge möglich sind. (kle)

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