Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Altlasten am Winzinger Knoten: Sanierung kann 2023 starten

Das Gelände beim Winzinger Knoten wurde kürzlich gerodet, hier fotografiert aus dem Zug.
Das Gelände beim Winzinger Knoten wurde kürzlich gerodet, hier fotografiert aus dem Zug.

In den vergangenen Wochen ist das ehemalige Schrottplatzgelände Ecke Winzinger Straße/ Landauer Straße Büsche gerodet worden. Dabei handelte es sich um weitere Vorarbeiten der Deutschen Bahn, die dort den Boden von Schadstoffen befreien muss.

Die vereinzelt aufgetürmten kleinen Berge, Überreste von Bäumen und Büschen, sind über die Feiertage verschwunden, das Gelände ist mittlerweile weitgehend freigelegt. Nachdem die Deutsche Bahn, der das ehemalige Schrottplatz-Gelände am Winzinger Knoten gehört, noch im September Boden- und Grundwasserproben entnommen hat, wurde das Areal zuletzt zwischen der Landauer Straße und den Bahngleisen gerodet. Die Maßnahme gehört zu den vorbereitenden Arbeiten der Deutschen Bahn, die als Besitzerin des Grundstücks Schadstoffe wie Benzol aus dem Boden holen muss. Das Benzol war in den 1950er-Jahren unter anderem über unterirdische Tanklecks und einen Zugunfall in den Boden gesickert. Die Stoffe bedrohen laut den Behörden zwar das Grundwasser nicht, schädlich sind sie aber dennoch.

Auch unter Naturschutz stehende Reptilien spielten bei den jüngsten Rodungsarbeiten eine Rolle, wie Nora Schweikert, Pressesprecherin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, auf Anfrage mitteilt: Weil sie nur während der warmen Jahreszeit bei gerodetem Gelände umgesiedelt werden könnten, seien die Pflanzen nun während der Vegetationsruhe entfernt worden. Die Genehmigungsbehörde hatte die Altlastensanierung von der Deutschen Bahn gefordert und ist für deren Überwachung zuständig.

In einem Jahr kann es losgehen

Der finale Sanierungsplan, an dem die Bahn derzeit arbeitet, soll noch in diesem Jahr als verbindlich erklärt werden, sagt Schweikert. Bedeutet: Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2023 kann es endlich damit losgehen, das belastete Erdreich abzutragen. Wobei dabei nicht alle Schadstoffe aus dem Boden geholt werden können, weil dies zu großen verkehrlichen Einschränkungen führen würde, so die SGD Süd. Die im Untergrund verbleibenden Schadstoffe sollen aber über Messungen im Auge behalten werden.

Wie lange die Sanierung dauert, ist laut einer von der Bahn vorgelegten Machbarkeitsstudie davon abhängig, ob noch weitere Schadstoffe als die bisher bekannten im Boden gefunden werden. Möglich ist eine Dauer von zwei bis sieben Jahren plus anschließende Überwachung des Grundwassers, ein sogenanntes Monitoring.

Seit 90er-Jahren in DB-Besitz

Die ungewisse Dauer ist der Hauptgrund, weshalb der Stadtrat sich vergangenes Jahr dazu entschlossen hat, das Areal aus dem Plangebiet „Winzinger Spange“ herauszunehmen. Die geplante Straße zwischen der Speyerdorfer Straße auf Höhe des ehemaligen Aldi-Markts und der Winzinger Straße soll demnach unabhängig von den Bahnarbeiten realisiert werden. Wobei Schweikert nach Rücksprache mit der Bahn angibt, dass die Altlastensanierung zeitlich eng verknüpft sei mit der Sanierung der Eisenbahnüberführung in der Winzinger Straße.

Das ehemalige Schrottplatz-Gelände gehört seit den 1990er-Jahren der Bahn. Sie verpachtete es zeitweise an eine Rohstoffverwertungsfirma und später an einen Schrotthandel. 1992 wurde bereits Benzol im Grundwasser entdeckt. Dazu, was aus dem Gelände werden soll, wenn es erst einmal saniert ist, äußert sich die Bahn-Pressestelle nach wie vor nur vage: So lägen ihr „über langfristige oder dauerhafte Planungen zum Umgang mit der Fläche nach Sanierungsende“ keine Informationen vor. Im Herbst hieß es, dass sich „temporär eine bahnbetriebsnotwendige Nutzung“ anschließe. Ob das Gelände verkauft werden soll, bleibt offen.

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