Neustadt
Schadstoffsanierung am alten Schrottplatz: Bald geht es los
Bereits Anfang der 1990er-Jahre wurde im Boden des Grundstücks am Winzinger Knoten, an der Ecke Landauer Straße/ Winzinger Straße, Benzol gefunden. Nach mehreren Untersuchungen werden dort außerdem Mineralölkohlenwasserstoffe wie Diesel oder Benzin und Schwermetalle wie Blei vermutet. In früheren Jahren – noch bevor die Rohstoffverwertung GmbH und die EVV Schrotthandel und Recycling GmbH dort Schrottplätze betrieben haben – stand auf dem Gelände eine Tankstelle. Nach RHEINPFALZ-Information haben in den 1950er-Jahren zwei unterirdische Tanks geleckt. Bei einem Zugunfall fielen nicht lange danach zudem zwei Tankwaggons um. In beiden Fällen floss Super-Benzin und damit Benzol in den Boden.
Viele Jahre warteten die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, die die Arbeiten überwacht, und die Stadt darauf, dass die Deutsche Bahn AG als Grundstücksbesitzerin das Gelände umfassend saniert. Doch dazu fehlte lange das Geld im Bahn-Etat. 2013 hatte die SGD Süd dann angeordnet, das Unternehmen solle untersuchen, in welchem Umfang saniert werden muss. Dazu wurden Grundwassermessstellen errichtet und Probebohrungen unternommen. Vergangenen Sommer legte die Bahn eine 140 Seiten starke Machbarkeitsstudie vor.
Weitere Messstellen
Seither hat sich zumindest für Außenstehende wenig getan. Doch hinter den Kulissen wurde einiges vorbereitet. Ende März hat sich die Bahn dann laut Thomas Baldermann, Abteilungsleiter Umwelt bei der Stadtverwaltun, bei der Stadt gemeldet und angekündigt, dass demnächst Anträge eingehen werden für weitere Bohrungen. Laut der Studie sollen nämlich sieben Messstellen zu den vorhandenen hinzukommen, in einer Tiefe von bis zu 25 Metern. Während der Schadenskernsanierung könne somit das Grundwasser dauerhaft über ein sogenanntes Grundwassermonitoring beobachtet werden.
Jedoch seien die nächsten Pläne der Bahn noch nicht final mit der SGD Süd abgestimmt, sagt Baldermann. Das bestätigt Nora Schweikert, Sprecherin der Genehmigungsbehörde. So dienten die geplanten Feldarbeiten zunächst dazu, „den Sanierungsplan zu konkretisieren“.
Es gibt keine Frist
Sind die Messstellen erst einmal eingerichtet, würden neue Proben entnommen. Diese würden dann analysiert, die Daten ausgewertet und in die technische Sanierungsplanung eingepflegt, so Schweikert.
Eine Frist, bis wann die Bahn das Gelände bearbeitet haben muss, gebe es nicht. Jedoch seien Ziele einzuhalten, die im Bescheid zur Sanierungsplanung festgehalten sein werden. „Klar ist schon jetzt, dass Teilbereiche nicht komplett ausgehoben werden können“, sagt die SGD-Sprecherin. Dabei handele es sich um ein Gebiet an der Grundstücksgrenze in Richtung Bundesstraße 39. Die Schadstoffreste dort zu entfernen, würde „erhebliche Standsicherheitsprobleme mit entsprechenden Einschränkungen für die verkehrliche Situation nach sich ziehen“, so Schweikert. Rechtlich ist man damit aber auf der sicheren Seite: Laut dem Bodenschutzgesetz muss der Boden nicht zwingend vollständig dekontaminiert werden, erklärt Schweikert. So könnten also auch Sicherungsarbeiten als Sanierung gelten: „In einem solchen Fall schließen sich langjährige Monitoringmaßnahmen an.“
Dauer der Arbeiten ungewiss
Wie lange die Sanierung am Ende dauern wird, hängt laut der Machbarkeitsstudie vor allem davon ab, ob noch weitere Schadstoffe im Boden gefunden werden. Die Bahn spricht von maximal sieben Jahren. Die Pläne für die geplante Winzinger Spange – die neue Straße zwischen der Speyerdorfer und der Winzinger Straße –, bleiben von der Sanierung unberührt: Weil sich diese so lange hinziehen könnte, verzichtet die Stadt darauf, das Sanierungsgebiet in das Plangebiet für die Spange aufzunehmen.