Neustadt Alles in Handarbeit
Was aus alten Safttüten noch Nützliches werden kann, zeigten die Meckenheimer Landfrauen bei ihrem jüngsten Bastelkurs im „Café Jedermann“. Bei zwei Treffen fertigten sie praktische Einkaufstaschen aus Tetrapak, die auch optisch ein Blickfang sind.
„Solche Taschen sind voll im Trend und lassen sich sehr gut beladen“, erklärte Andrea Jung vom Landfrauen-Kreisverband Vorderpfalz und Leiterin der Kreativangebote. Während handelsüblichen Tetra Pak-Taschen oft aus fabrikneuen Verbundstoffen bestehen, wurden beim Landfrauen-Kurs Getränkekartons eingesetzt, die ansonsten im Müll gelandet wären. „Wir waren etwas skeptisch, ob sich genügend Frauen für die Bastelarbeit anmelden“, gab die Vorsitzende der Meckenheimer Landfrauen, Ingrid Metz, zu bedenken. Dann aber sei der Kurs ruckzuck ausgebucht gewesen. Für eine Tasche benötigten die Bastelfreudigen ungefähr 27 Milch- oder Getränketüten, die die Kursteilnehmer selbst mitgebracht hatten. Vorab mussten die Tüten ausgespült, Deckel und Boden abgeschnitten und die geklebte Doppelnaht aufgetrennt werden. Beim ersten Treffen ging es erst einmal an die Vorarbeit. Die neun Frauen schnitten die vorbereiteten Tetra Paks mit der Schneidmaschine in zwei Zentimeter breite Streifen. Danach wurden die Streifen zusammengeklebt. Wer am Ende damit nicht fertig war, bastelte zu Hause weiter. Beim zweiten Termin ging es dann ans Flechten. „Das ist kein Hexenwerk“, versicherte Jung. Allerdings benötige man dazu viel Platz. Mit dem Flechten des Taschenboden ging es los, was sich doch als etwas kniffelig herausstellte. Doch nach dem Fixieren mit Wäscheklammern blieb alles schön in Form. Danach wurden die Seitenteile gewebt. „Die Streifen sind doch etwas widerspenstig“, fand eine Teilnehmerin. Aber mit Hilfe von Messer und Schere klappte auch das. Abschließend erhielt die Tasche am oberen Rand noch einen Verstärkungsstreifen. Dann wurden vier Blindnieten für die Taschenhenkel gesetzt und die Gurte – ganz normale Spann- oder Rollladengurte – eingezogen. Die Resultate konnten sich sehen lassen. Für den Verkauf sei die Arbeit jedoch zu aufwendig, betonte Jung. 25 Euro müsste man schon dafür hinlegen, schließlich stecke rund sieben Stunden Arbeit darin. So viel wollten aber die wenigsten dafür bezahlen. Aber als Geschenk eigne sich solche eine Tasche prima. Sollten sich noch einmal genügend Interessenten melden, „werden wir den Kurs im Frühjahr noch mal anbieten“, sagte Metz. (vnl)