Neustadt Alle in Bewegung
Mannheim. Ein Unentschieden in einem Heimspiel ist für eine Mannschaft, die Meister werden will, eigentlich grundsätzlich zu wenig. Eigentlich – denn im Fall des Fußball-Regionalligisten SV Waldhof war das 2:2 (0:1) gegen Wormatia Worms nicht so dramatisch, schließlich hatte der TSV Steinbach ebenfalls nur Unentschieden gespielt.
Damit behielten die Mannheimer ihren komfortablen Vorsprung auf den Tabellendritten und sind den Aufstiegsspielen einen Schritt näher gekommen. Vor der Pause wirkten die Waldhöfer überheblich, weil sie allzu sorglos in die Partie gingen und den Sieg mit halber Kraft erringen wollten. Dass die Mannschaft nicht überheblich ist, stellte sie nach dem Seitenwechsel jedoch nachdrücklich unter Beweis, als sie den Wormaten mit viel Wucht, Willen und Leidenschaft die Luft zum Atmen nahm. „Wenn wir alle Mann in Bewegung haben, sieht man ja, wozu wir in der Lage sind“, sagte Trainer Gerd Dais. In der kommenden Woche will er mit seinen Spielern reden, um die Wiederholung eines leblosen Auftrittes wie in den ersten 45 Minuten auszuschließen. Parallel zum sportlichen Wirken hin in Richtung Aufstieg ist der Klub gezwungen, hinter den Kulissen zweigleisig zu planen. Die Verträge einiger Leistungsträger laufen am Ende der Saison aus und das Bestreben des Klubs ist es, das Team zusammenzuhalten. Den Anfang machte Jannik Sommer. Der offensive Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2019 – der für die Regionalliga und die 3. Liga gültig ist. „Ich hoffe, dass jetzt viele meinem Beispiel folgen“, sagte Sommer. Die Leistungsträger – so die Botschaft von Sommer – sollen auch im kommenden Jahr für den SVW auflaufen. Darauf hofft auch Marcel Seegert. Der Innenverteidiger ist eine Integrationsfigur, schließlich spielte er schon in der Jugend für Blau-Schwarz und ist längst ein Leistungsträger. Der 22-Jährige liebt den SVW, trug selbst in seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim Waldhof-Shirts unter dem Trikot – und ist doch unsicher, ob er beim Klub bleibt. Es gibt nämlich Interessenten aus höheren Spielklassen, die den torgefährlichen Abwehrspieler verpflichten wollen. „Wir sind hier wie eine große Familie“, erklärt Seegert. Eine Familie, die er nur ungern verlassen würde, weshalb er eine Lösung für sein persönliches Dilemma hat: „Wir steigen einfach auf, das ist das Beste für alle.“ In dieser Konstellation würde der Kern der Mannschaft ganz sicher zusammenbleiben. Bleiben soll auch Michael Fink. Der 35-Jährige wird nach ursprünglichen Planungen nach der aktiven Karriere eine Funktion im Verein übernehmen, schon jetzt ist er spielender Co-Trainer. „Wir befinden uns in Gesprächen. Mal gucken, wie es im Sommer weitergeht“, sagt Fink. Nicht ausgeschlossen ist, dass er sich dann immer noch im Kader der Waldhöfer befindet. Die Leistungen des ehemaligen Bundesliga-Profis auf dem Platz machen eine Verlängerung der sportlichen Karriere logisch. Gegen Worms war Fink der beste Mann auf dem Feld.