Neustadt Adventskalender (23): Blaues Licht kann Leben retten

Das blitzende Blaulicht am Kühlergrill der Rettungsfahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dient als Warnung für den vorausfahrenden Verkehr. Blaues Licht und Martinshorn werden aber nur bei einem Einsatz wegen eines „akut lebensbedrohlichen Zustandes“ eingesetzt. Was daraufhin bei den vorausfahrenden Autofahrern auftritt – ob Fluchtreflex oder Schreckstarre zum Beispiel –, hängt vom jeweiligen Charakter des Fahrers ab. Die blauen Lichter an den Fahrzeugen des DRK Vorderpfalz bestehen aus einem komplexen System blauer LED-Lampen, deren Aufleuchten in blitzschnellen Lichttakten von Relais gesteuert wird. Ihre Vorgänger waren zunächst Drehspiegelleuchten mit einer blauen Glühbirne und einem im 360-Grad-Winkel rotierenden Spiegel und später dann blaue Stroboskopleuchten, wie sie aus Diskotheken bekannt sein dürften. Langlebig und zuverlässig sind die neuen LED-Systeme, sie halten meist die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs. Laut Thomas Hauser, Bereichsleiter des DRK Vorderpfalz, der früher selbst Rettungsfahrzeuge im Einsatz gesteuert hat, ist das Fahren mit Blaulicht und Martinshorn für den Fahrer viel stressiger als das Fahren ohne. Der Grund dafür: Es lässt sich schlecht einschätzen, wie die anderen Verkehrsteilnehmer auf das Blaulicht reagieren. Manche Autofahrer bremsten heftig oder wollten gar im Rückwärtsgang aus dem Fahrweg kommen. Das alles muss ein Rettungsfahrer versuchen vorauszuahnen und seine Fahrweise an die Situation anpassen. Das Blaulicht nimmt er dabei gar nicht wahr, weil es im Kühlergrill seines Wagens untergebracht ist, wie Hauser berichtet. Er sieht die Alarmleuchte höchstens in einem Spiegel oder in einem Schaufenster, an dem er vorbeifährt. (heye)