Neustadt Abschied und Rückkehr zugleich

Tauschten die Plätze: Christian Baur (links) und Norbert Krischer.
Tauschten die Plätze: Christian Baur (links) und Norbert Krischer.

Das Personalkarussell beim Finanzamt Neustadt hat sich gestern im Herrenhof auch offiziell weitergedreht. Bei einem Festakt mit Finanzministerin Doris Ahnen wurde Vorsteher Christian Baur verabschiedet und Norbert Krischer als Nachfolger eingeführt. Krischer hatte dieses Amt ab 2004 schon einmal inne, wechselte aber 2007 nach Edenkoben als Direktor der Hochschule für Finanzen Rheinland-Pfalz. Ein Amt, das nun Baur übernimmt.

Der eigentliche Wechsel war bereits im Sommer 2018 vollzogen worden (wir berichteten). Gestern folgte der offizielle Teil vor großem Festpublikum und vielen Mitarbeitern des Finanzamts. Christian Baur war rund viereinhalb Jahre als Vorsteher in Neustadt gewesen, eine gute Zeit, wie er erklärte, mit nur ganz wenigen Tagen, an denen er sich „ganz woanders hingewünscht“ hätte. Für Norbert Krischer ist es der achte berufliche Wechsel als Steuerbeamter. Wie verbunden er dem Finanzamt Neustadt sei, zeige, dass er sich nur einmal offiziell auf eine neue Stelle beworben habe, und zwar 2004 auf jene des Neustadter Vorstehers. Dass er sich mit seinen 58 Jahren ein zweites Mal auf eine Stelle bewerbe, sei unwahrscheinlich, meinte er mit einem Augenzwinkern. Und sagte damit indirekt, dass beim Amt des Neustadter Vorstehers nun etwas Ruhe einkehren könnte. Das Finanzamt Neustadt zählt 332 Mitarbeiter und 27 Anwärter und ist für gut 195.000 Einwohner in Neustadt, Bad Dürkheim, Haßloch sowie den Verbandsgemeinden Deidesheim, Freinsheim, Lambrecht und Wachenheim zuständig. Es zählt zu den großen unter den 22 Finanzämtern im Land und ist außerdem eines von vier Steuerfahndungsämtern. Ein klares Alleinstellungsmerkmal, wenn auch eher im negativen Sinn, sei, dass die Mitarbeiter auf sieben Dienstgebäude verteilt seien, so Krischer, die Außenstelle Kaiserslautern eingerechnet. Da würde er sich eine Verbesserung wünschen, sagte er in Richtung Finanzministerin. Ein Wunsch, den zuvor schon Lothar Barth als Personalratsvorsitzender geäußert hatte, als er Christian Baur bescheinigte, ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern gepflegt zu haben. Nur die räumliche Konzentration sei ein Traum geblieben, „aber vielleicht schafft das ja unser neuer Vorsteher“, so Barth. Diesen Ball nahm Finanzministerin Ahnen allerdings nicht auf. In ihrer Festrede charakterisierte sie die Finanzverwaltung als besondere Verwaltung: Sie habe die „fundamentale Aufgabe“, für Einnahmen zu sorgen, damit die anderen Verwaltungen ihre Aufgaben wahrnehmen könnten. Das sei überaus wichtig für das Gemeinwohl, wobei den Menschen gleichzeitig vermittelt werden müsse, dass es dabei gerecht zugehe. Dass die Finanzverwaltung unter einem „immensen Veränderungsdruck“ stehe, wie es schon Baur, Krischer und Barth beschrieben hatten, bestätigte die Ministerin. Als Beispiele nannte sie Herausforderungen, die Änderungen bei der Grundsteuer, der Online-Handel und Steuervermeidungsmodelle ohne Anzeigepflicht mit sich bringen würden.

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