Neustadt 923 Bioweine aus 20 Ländern
Bereits zum zweiten Mal fand der Öko-Wein-Convent in Deidesheim statt. Im Mittelpunkt der vom Freundeskreis ehemalige Synagoge durchgeführten Veranstaltung, die diesmal unter dem Motto „Wein, Wasser, Leben“ stand, war die Verleihung des internationalen Biowein-Preises. Gleich drei pfälzische Betriebe erhielten die Auszeichnung „Großes Gold“. Dagegen blieb die Besucherresonanz bei der dreitägigen Probe der prämierten Weine hinter den Erwartungen zurück.
Marie Menger-Krug war gefragte Gesprächspartnerin. Die Diplom-Weinbauingenieurin, die 2014 mit ihrem Weingut Motzenbäcker in Deidesheim den Wandel zum Biowein-Anbau abgeschlossen hat, stand Gastronomen, Sommeliers und Verbrauchern mit Rat und Tat zur Seite. Die rochen und schmeckten die Erzeugnisse. „Echt knackig“, bekam sie zu hören. „Wer nachhaltig wirtschaftet, bei dem führt kein Weg am Biowein vorbei“, sagte Menger-Krug. Im Mittelpunkt stand ihre Weißwein-Cuvée, die mit Silber beim Biowein-Preis 2015 ausgezeichnet wurde. Auch Winzer Daniel Aßmuth (Bad Dürkheim) probierte selbst und nutzte die Veranstaltung ebenso zum Dialog mit Kollegen. Die Weine der europäischen Spitzenwinzer konnten diesmal probiert werden, auch weil die Verleihung des internationalen Biowein-Preises anstand. Die einheimischen Winzer waren erfolgreich: In der Kategorie Rotwein sicherte sich erneut das Bioland-Weingut Schwarztrauber (Mußbach) mit einem Masterpiece Rotwein trocken - Cabernet Dorsa, Merlot QbA, ebenso wie das Weingut Castel Peter (Bad Dürkheim) mit einem Cabernet Cubin trocken mit je 96 Punkten die Auszeichnung „Großes Gold“. In der Kategorie Weißwein wurde das Weingut Schweikart (Landau-Godramstein) mit einem Chardonnay Kabinett ebenso mit 96 Punkten bewertet. Die internationale Prämierung für Bioweine hat sich zu einer der wichtigsten Verkostungen der Branche entwickelt. 2015 haben 220 Winzer und Händler aus 20 Ländern mit 923 Bioweinen teilgenommen – Rekordbeteiligung. So wurde an den drei Tagen im Weingut Dietz-Matti viel probiert und geredet. „Schade, dass wir nicht die gewünschte Resonanz beim Endverbraucher gefunden haben“, sagte Gisela Wüstinger, Geschäftsführerin der Wine-System AG. Gibt es eine Hemmschwelle für Bioweine? „Definitiv nicht“, sagt sie. Auch deswegen nicht, weil die Produktion und der Verbrauch beim Biowein sowohl im Land Rheinland-Pfalz als auch weltweit gegenüber dem Vorjahr um knapp 50 Prozent zugenommen habe. Dies bestätigte Thomas Griese, Staatssekretär im Mainzer Umweltministerium, bei der Eröffnung des Convents. „Es wird höchste Zeit, global und lokal über den Schutz des Wassers nicht nur nachzudenken“, sagte Freundeskreis-Vorsitzender Franz Josef Ratter. Das war auch das Thema eines Vortrages mit dem einstigen Frontmann der „Söhne Mannheims“ Rolf Stahlhofen, Sportmediziner Klaus Jung und Astrid Waller vom Vorstand des Katholikenrates im Bistum Speyer. Dass Wasser und Wein eine nicht unbedeutende Rolle im Leben der Menschen einnehmen, unterstrichen Stahlhofen, der mit seiner Stiftung „Water in right“ für die Notwendigkeit des sauberen und bezahlbaren Wassers warb, sowie Jung. Er zeigte die positiven gesundheitlichen Aspekte des maßvollen Weingenusses auf. (wij)