Neustadt 271 Kita-Plätze für unter Dreijährige fehlen noch

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2010 gab es in Neustadt 221 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Aktuell sind es 434 – und dennoch gibt es einen Fehlbedarf von 271. Im Jugendhilfeausschuss wurde am Donnerstag der neue Kindertagesstättenplan vorgestellt.

„Wir bauen aus, so schnell wir können“, sagte Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer (CDU) im Hinblick auf den seit August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige. Die Versorgungsquote liegt in Neustadt bei knapp 34 Prozent und damit knapp unter dem vom Bund vorgegebenen Ziel von 35 bis 39 Prozent. Der Geburtenanstieg in Neustadt sorgt allerdings dafür, dass die Probleme eher größer als kleiner werden. 2012 kamen in Neustadt 375 Kinder auf die Welt. In den beiden Folgejahren 437 und 470. Vor allem in der Innenstadt gibt es Probleme. Im Osten fehlen 83 Plätze, im Westen 109. „Die Wünsche der Eltern sind auch immer schwerer vorauszusagen. Eltern legen viel Wert auf Qualität und sind auch bereit, dafür ihre Kinder in Kitas anzumelden, die weiter entfernt sind“, sagte Jugendamtsleiterin Marion Walz. Sozialdezernent Röthlingshöfer machte deutlich, dass die Stadt über weitere Neubauten nachdenken müsse. „Unser Problem ist doch, dass dort, wo der größte Bedarf ist, in der Innenstadt, die wenigsten Grundstücke und Immobilien zur Verfügung stehen“, sagte er. An dieser Stelle gebe es auch einen Zielkonflikt im Bezug auf die Wohnungssuche für Asylbewerber. Der Bürgermeister berichtete von Gesprächen mit den Investoren für das Ibag-Gelände in Branchweiler, die dort nicht nur Wohnraum für Familien mit Kindern schaffen sollten. Auf Nachfrage erläuterte er: „Ich will nicht Kinder vertreiben, aber mir geht es um eine gesunde Mischung. Auch für altersgerechtes Wohnen gibt es einen großen Bedarf.“ Zum 1. September wird die neue Kita in der Landwehrstraße nochmals um eine Gruppe erweitert und hat dann 155 Plätze in acht Gruppen. In der Pulverturmstraße wird eine neue Kita gebaut. Ab Frühjahr 2016 sollen dort 105 Plätze zur Verfügung stehen. Im Schöntal soll die Grundschule in die ehemalige Hauptschule auf dem Gelände umziehen, damit in der bisherigen Grundschule eine Kita mit vier Gruppen einziehen kann. „Die Bauverwaltung ist noch in der Planungsphase“, so Röthlingshöfer. Im laufenden Jahr will die Stadt zudem die katholische Kita St. Bernhard bei der Sanierung unterstützen und sich Gedanken um die Situation in Lachen-Speyerdorf machen. Der geplante Ausbau auf dem Gelände der August-Becker-Schule hat sich zerschlagen, weil die Schule einen erhöhten Bedarf angemeldet hat. Jetzt wird sogar über einen Neubau nachgedacht. Auch soll in Neustadt mittelfristig ein Waldkindergarten für zehn bis 15 Kinder gegründet werden. Die Förderung weiterer Plätze von freien Trägern erweist sich als schwierig. „Es gab Gespräche, unter anderem mit dem Waldorfkindergarten. Aber wir dürfen nur fördern, wenn dann unsere Regeln gelten. Dann dürfen zum Beispiel nur noch Kinder aus der Stadt aufgenommen werden. Das wollen viele der freien Träger nicht“, so Röthlingshöfer. Die Stadt hat 16 Kitas und unterstützt 15 Einrichtungen freier Träger. In den Kitas fallen Personalkosten von 6,4 Millionen Euro an. „Ich habe Verständnis für die Lohnforderung, aber ich weiß nicht, wie wir sie bezahlen sollen“, sagte Röthlingshöfer im Bezug auf die Tarifauseinandersetzung. Entspannter ist die Situation bei den Drei- bis Sechsjährigen. Hier stehen 1504 Plätze für 1432 Kinder zur Verfügung. Bei der Stadt wurden von Eltern, die ihre Kinder lieber von zu Hause betreuen, 327 Anträge auf Betreuungsgeld gestellt. (wkr)

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