Neustadt Über Stämme, eine Brücke und „Treibsand“
Spaß, Spannung und Sport für Hund und Mensch bot der Verein „Hundesport-Freunde Neustadt“ am Samstag beim Sommerfest in Lachen-Speyerdorf.
In der Lilienthalstraße 79 b hat der Verein neben dem Gelände des Schützenvereins nach langer Suche eine optimale Bleibe gefunden. Das Areal nutzte vorher der Schäferhundeverein Lachen-Speyerdorf. „Durch Zufall erfuhren wir von dem Platz und konnten ihn 2017 übernehmen. Wir haben dann zunächst die Büsche zurückgeschnitten, den Rasen neu eingesät und weitere Veränderungen vorgenommen“, erzählt Vorsitzender Matthias Rabe. Der Verein wurde vor fünf Jahren gegründet und hat jetzt 58 Mitglieder. Rund 80 Prozent kommen aus Neustadt, weitere Hundefreunde stammen aus der Umgebung, so aus Wachenheim oder auch Annweiler. „Unser Anliegen ist vor allem eine harmonische Beziehung zwischen Hundebesitzern und Menschen ohne Hunde. Wir wollen die Vorurteile gegenüber Hunden abbauen“, betont Rabe. Dabei komme es oft vor, dass Hundefreunde zunächst gar keine Vorstellung der verschiedenen Sportvarianten haben, die sie mit ihrem vierbeinigen Freund ausüben können. So gehen manche Hundebesitzer auf den Verein zu, weil sie ein Erziehungsproblem mit ihrem Tier haben. „Und dann finden sie heraus, welche Beschäftigungen für ihren Hund sinnvoll sind und beginnen mit einer Sportart“, erklärt Rabe. Etwa die Disziplin „Rally Obedience.“ Hier gibt es 80 genormte Übungen, von denen zum Beispiel 20 Aufgaben bei einem Wettbewerb abgerufen werden. So muss der Hund still die Sitzposition halten, während das Herrchen sich um ihn herum bewegt. Die einzelnen Aufgaben sind genau festgelegt und sehr unterschiedlich. Alle zielen darauf ab, dass der Hund seinem Menschen vertraut, aber dass beide Spaß bei der Beschäftigung haben. Während des Sommerfestes spazierten viele unterschiedliche Rassen über das Gelände. Von kleineren Rassen wie Terriern und Schnauzern bis zu Schäferhunden und stattlichen Wolfshunden. Dennoch blieben die Tiere ruhig und gesittet, denn ihre Herrchen und Frauchen waren bereits in allen Fragen der Hundeerziehung gut ausgebildet. Viel Spaß machte den Mensch-Hund-Paaren der „Fun-Parcours“ unter dem Motto „Ab in die Wildnis.“ Die elf Aufgaben, die von Ausbilderin Petra „Pepe“ Pfeiffer gestellt wurden, entpuppten sich als Dschungelcamp für Hunde und Menschen. Toby, ein zehnjähriger Schnauzer-Terrier- Mischling war mit Begeisterung dabei. Zunächst ging es mit Frauchen Heike Herner über eine Wackelbrücke, dann über Baumstämme und „gefährlichen Treibsand“, der mit einer Decke symbolisiert wurde. Mit Leckerlis wurde jede gelungene Aktion von Herner belohnt, bevor es über das „Wackelbrett“ ging. Auch eine Schlammgrube musste Frauchen auf kurzen Stelzen überqueren, wobei Herner den Hund gleichzeitig dazu bringen musste, über einige Stangen zu hüpfen. Die Stationen waren fantasiereich gestaltet, bei denen auch bunte Plastikflaschen an Seilen den pfiffigen kleinen Hund nicht verwirren konnten. Toby, den Herner als Zweijährigen aus dem Neustadter Tierheim geholt hatte, besuchte ein Jahr lang eine Hundeschule und legte auch die Begleithundeprüfung ab. Herner erklärte: „Die Leckerlis sind eine positive Verstärkung. Wenn die Übungen sitzen, dann reicht es auch, wenn ich mit Worten motiviere.“ Info —Trainingszeiten: Dienstag, 18.30 bis 19.30 Uhr: Fun Training. Ab 19.30 Uhr: Gruppen/Basis-Training; Mittwoch, 19 bis 20.30 Uhr: Rally-Obedience; Samstag, 9.30 bis 11 Uhr: Welpen/Junghunde nach Voranmeldung; ab 11 Uhr: Begleithunde/Teamtest. —Schnuppertraining nach Absprache mit Matthias Rabe 0170/9253946. — weitere Infos unter www.hundesport-freunde-neustadt.de.