Neustadt Über Populismus entsetzt

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Der letztlich doch überraschende Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl beschäftigt auch die politischen Parteien in Neustadt. Wir haben bei den Vorsitzenden nachgefragt.

Für Pascal Bender (SPD) ist der denkbar schlechteste Fall eingetreten. Aber man müsse die Entscheidung der Amerikaner akzeptieren. Überrascht hat ihn der klare Vorsprung Trumps. Die USA würden sich jetzt verändern: „Meine Erwartungen zu dem, was kommt, sind sehr gedämpft.“ Europa müsse nun zusammenrücken und sich emanzipieren. Als Lehre ergibt sich für Bender: „Die Bürger wollen ernst genommen werden, dieses Gefühl hat Trump wohl vermittelt.“ Das sollte sich auch die deutsche Politik bewusst machen, „sonst holt uns die Populismus-Welle auch hier ein.“ „Ich hielt es für möglich, dass Trump gewinnt, war also nicht total überrascht“, so Marc Weigel (FWG). Das Ergebnis sei zu akzeptieren, auch wenn es tragisch sei, dass das amerikanische Volk einen empathielosen, ungebildeten und unbeherrschten Mann an die Spitze gewählt habe. Ursächlich sei, wie in Deutschland, eine scheinbar alternativlose Politik. Natürlich müsse die Hand ausgestreckt bleiben, denn Amerika sei kein Feind, sondern Partner. Gleichzeitig müsse sich Europa emanzipieren. Ein geeintes Europa sei dringender denn je. Reagan, Obama, Trump – überraschende Präsidentschaftswahlen in den USA seien nicht ungewöhnlich, so Ingo Röthlingshöfer (CDU). Alle drei hätten indes nicht das umsetzen können, was sie angestrebt hätten. Allerdings werde das Verhältnis zu den USA nun sicher ein Stück weit schwieriger werden. Überraschend sei für ihn der deutliche Vorsprung Trumps gewesen. Das zeige, „dass extreme Persönlichkeiten ziehen“, so Röthlingshöfer, der ebenfalls kein Fan Trumps ist. Parteien mit solchen Kandidaten würden sich an dessen Ecken und Kanten gewöhnen müssen, im Alltagsgeschäft würden sie zum Teil abgeschliffen, was auch für Trump und die Republikaner gelten werde. „Schon überraschend, weil ich durchaus etwas auf die Umfragen landauf, landab gegeben habe“, kommentiert Matthias Frey (FDP) die Wahl Trumps. Zugleich sei er entsetzt, weil er den Eindruck habe, dass die Populisten mittlerweile auch in den USA die Oberhand gewonnen haben. Das werde sich auf Europa und insbesondere auf Deutschland auswirken. Frey hofft, dass sich in der alltäglichen Politik anderes ergibt als das, was Trump im Wahlkampf präsentiert habe. Und dass die Demokratie stark genug sein wird, „um ihn in irgendeiner Form zur Räson zu bringen“. Die Grünen beunruhige am meisten, dass nun ein Mann im Weißen Haus sitze, der den Klimawandel leugne, sagte Corinna Kastl-Breitner. Das Wahlergebnis sei ein „Richtungswechsel gegen die offene Gesellschaft“. Doch hofft auch Kastl-Breitner, dass sich viele Aussagen aus dem Wahlkampf „als heiße Luft entpuppen werden“. Politik |ahb

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