Neustadt Ökologisch, modisch und fair

Symbolisch steht der Diamant für Stärke, Reinheit und Unzerstörbarkeit. Eigenschaften, die sich mit seinen ökologisch und unter Fairtrade-Bedingungen erzeugten Textilien auch das junge Neustadter Kunst- und Modelabel „Diamond Army“ auf die Fahnen geschrieben hat.
„Army wirkt sicher erst einmal etwas provokant“, räumt Benedikt Hauer ein. Gemeint sei aber ein friedlicher Widerstand gegen bisherige Wirtschaftsverläufe der Textilindustrie, die in Asien meist unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen umweltschädigend fertigen lasse. Außerdem drücke das englische Wort für Armee auch Durchsetzungskraft aus, die ein junges Label auf dem Markt brauche. Hauer kauft seine fertig geschnittenen Sachen bei einem belgischen Produzenten ein und veredelt sie anschließend daheim. Dazu überträgt er seine Handzeichnungen auf den Computer und mittels Belichtungsfilmen auf Siebdruckrahmen. Motive und kalligraphische Schriftzüge gelangen so auf die Textilien, deren Farbkombinationen er vorher liebevoll zusammengestellt hat. Im Sommer 2014 hat der 25-jährige Neustadter, der daneben auch im grünen Bereich und demnächst als Yogalehrer tätig ist, sein Gewerbe angemeldet. „Blauer Falke“ hieß seine Debütkollektion aus Pullovern und Shirts für Damen und Herren. Bis Ende Mai will er mit „White Night“ seine zweite Kollektion fertiggestellt haben, bei der Hosen für Männer und Frauen dazu kommen sollen. „Streetgold Army“ ist die dritte Reihe, die für junge Leute geschneidert wird. „Bezahlbar und attraktiv“, seien wichtige Eckpunkte nicht nur dieser Kollektion. Die Motive heißen zum Beispiel „Weltenengel“ und „Weltenbaum“. „Ich möchte das gerne ausbauen. Meine Vision ist, Leute aus der Region, aus Deutschland oder Europa zu beschäftigen“, erklärt Hauer. Werbung für sein Label macht er über Flyer, die er in Neustadt im „Abraxas“, im „Wirtshaus Konfetti“ und im „Quodlibet“ sowie in einem Mannheimer Bekleidungshaus auslegen darf. Sein Vertrieb läuft derzeit hauptsächlich noch über das Internet. Auf Messen und Veranstaltungen wie der „Design-Nacht Mainz“ macht er auf seine Mode aufmerksam, möchte sich auch an Boutiquen und kleine Läden wenden. „Neustadt zuerst ist naheliegend“, sagt er. Aber das Wirken geht über die Stadt hinaus: Fünf Prozent jedes verkauften Kleidungsstücks fließen als Spende an das Dorf Nibakebo am Amazonas zum Erhalt der Lebensweise der indigenen Bevölkerung. Noch Fragen? —Kontakt: Benedikt Hauer, Telefon 06321/ 963522; www.diamond-army.com —Buch zum Thema: „Futurzwei Zukunftsalmanach 2015/16. Geschichten vom guten Umgang mit der Welt“ von Welzer, Giesecke und Tremel. Fischer-Taschenbuch, 542 Seiten. Preis 16,99 Euro. (ain)