Neustadt Ärger über Schlossverkehr

Der Verkehr zum Schloss sorgt für Ärger.
Der Verkehr zum Schloss sorgt für Ärger.

Der Autoverkehr zum und vom Hambacher Schloss sorgt zurzeit für Ärger in der Freiheitsstraße und in der Bergsteinstraße. Darüber berichtete am Donnerstag der stellvertretende Ortsvorsteher Pascal Bender (SPD) im Hambacher Ortsbeirat.

Derzeit werden Autofahrer durch die Eichstraße zum Schloss hoch und durch die Freiheitsstraße nach unten gelenkt. Allerdings nur bis zur Abzweigung Triftbrunnenweg, dort sollen die Autofahrer in den Triftbrunnenweg abbiegen. Zumindest ein Teil der Schlossbesucher biegt jedoch nicht ab, sondern fährt weiter durch die Freiheitsstraße, was vor allem im engen unteren Bereich immer wieder zu Problemen führt. Die Anwohner der unteren Freiheitsstraße seien „hochgradig sauer“, sagte Bender. Auch in der Bergsteinstraße gebe es Klagen. So werde dort ein Flugblatt verteilt, in dem die Anwohner aufgefordert werden, ihre Autos auf der Straße zu parken, damit die Durchfahrenden gezwungen werden, langsam zu fahren. „Ich finde das ziemlich dreist“, kommentierte Bender. Kurt Werner (Grüne) regte an, den schon seit Jahren häufig diskutierten Vorschlag, die Autofahrer durch den Triftbrunnenweg und den oberen Teil der Freiheitsstraße zum Schloss hoch zu lenken und den abfließenden Verkehr durch die Eichstraße zu führen, für die Dauer von zwei Jahren auszuprobieren. Das sei die einzige Möglichkeit, den unteren Teil der Freiheitsstraße zu entlasten. Dem stimmte Hartmut Heller (FWG) zu. Martin Hauck (SPD) äußerte dagegen die Ansicht, diese Änderung würde zu zusätzlichen Belastungen der Anwohner in der Freiheits- und der Bergsteinstraße führen. Er plädierte für eine verkehrsberuhigte Zone in der unteren Freiheitsstraße. Andreas Beil (FWG) regte an, abzuwarten, ob die Zufahrt zum Hambacher Schloss Teststrecke des Projekts Mobility-on-Demand des Neustadters Stefan Rouwen wird. Rouwen, der in die Sitzung eingeladen worden war, erläuterte, es sei Ziel des Projekts, dass selbstfahrende Elektroautos Teile des Individualverkehrs ersetzen. Als Pilotprojekt soll dies beim Transport der Besucher zum Schloss getestet werden. Dafür sei ein Zuschuss beim Bundesverkehrsministerium beantragt. Falls dieser bewilligt werde, „sind ab Februar 2018 Testfahrzeuge in Hambach“, so Rouwen. Wenn es keinen Zuschuss gebe, wolle er die Kosten von drei Millionen Euro, die für das Pilotprojekt anfallen, durch Sponsoren finanzieren. Auf Frage von Steffen Kern (CDU) sagte Rouwen, dass ein Parkplatz als Start- und Zielpunkt gebaut werden müsste. Für die selbstfahrenden Elektrofahrzeuge müsse eine eigene Spur angelegt werden, auf der kein anderes Fahrzeug fahren dürfe. Ob die Straßen umgebaut werden müssten, sei noch unklar. Grundsätzlich begrüßte der Ortsbeirat das Pilotprojekt, doch wurden einige Bedenken geäußert. „Bei vielen wird der Gedanke, dass ein führerloses Fahrzeug auf das Schloss hochschießt, keinen Anklang finden“, so Ute Jausel (FDP). „Die anderen Autofahrer werden von dem mit 25 Stundenkilometer dahin tuckernden Fahrzeug nicht begeistert sein“, sagte Peter Knoll (FWG). Als einen Schritt in die richtige Richtung sehen die Mitglieder des Ortsbeirats die Lärmaktionsplanung, deren Ziel es ist, in Straßen mit hohem Verkehrslärm Tempo 30 einzuführen. In Hambach sind das die Hambacher Straße zwischen Dr.-Siebenpfeiffer-Straße und Grundwiesenweg, die Weinstraße von der Dammstraße bis zur Abzweigung Winzerstraße und die Wein- und Dammstraße zwischen dem Discounter Treff 3000 und der Abzweigung Horstweg. Bender betonte, dass man noch ganz am Anfang sei, und es sicher noch einige Zeit dauern werde, bis dieses Vorhaben umgesetzt werden kann. Unter anderem müsse darüber geredet werden, ob die Temporeduzierung Auswirkungen auf den Busverkehr haben wird. Die Geschwindigkeitsreduzierung bringe nur dann etwas, wenn sie kontrolliert werde, so Bender. Werner äußerte die Ansicht, dass in den Straßen bauliche Veränderungen erforderlich sind. Abgelehnt wurde der Wunsch von Anliegern der Grasgasse, an der Ein- und Ausfahrt in die Straße Schraffuren aufzumalen, um zu verdeutlichen, dass dort nicht geparkt werden darf. Und auch der Wunsch nach einer Zickzacklinie auf der Straße in Höhe der Andergasse 85 wurde abgelehnt. Steffen Kern monierte den „ungepflegten Anblick“ des Hambacher Kreuzes.

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