Neustadt
Ärger über Radfahrer an Fußgängerunterführung
Die Fußgängerunterführung am Bahnhaltepunkt Neustadt Süd verbindet die Lachener Straße mit der Chemnitzer Straße. Wer aus der Innenstadt kommend per pedes beispielsweise zum Globus-Markt möchte, welcher sich dort ganz in der Nähe befindet, dürfte diesen Weg nehmen. Udo Merkel nutzt die Unterführung nach eigener Aussage regelmäßig. Nicht selten ist er verärgert, wenn er diese Stelle passiert. Er sehe oft Zweiradfahrer, die die Regeln missachten. Statt abzusteigen und das Gefährt zu schieben, würden sie den Weg einfach befahren.
Merkel sieht dadurch die Fußgänger gefährdet. Einmal nicht aufgepasst, könne es zu einer brenzligen Situation oder gar zu einem Unfall kommen, gerade im Bereich der Unterführung. Viel Platz gebe es da nicht. Das Problem ist nicht neu, sagt Merkel. Seit drei Jahren weise er die Stadt und die Polizei immer wieder auf die Regelmissachtungen seitens der Zweiradfahrer hin. In Einzelfällen habe er sogar Motorradfahrer dabei beobachten können, wie sie den Abschnitt befahren. Die Polizei bestätigt auf Anfrage, dass kürzlich jemand zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Ihn erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 55 Euro.
Barrieren für mehr Sicherheit für Fußgänger
Die Beschwerden von Merkel haben mit der Zeit gefruchtet: „Im Oktober vergangenen Jahres wurden durch den Bauhof Hindernisse eingebaut.“ Seitdem stehen auf beiden Seiten der Unterführung jeweils zwei Rohrbügel, in einem Abstand von anderthalb Metern zueinander. Sie sollen Zweiradfahrer daran hindern, einfach durchzufahren. Doch wo ein Wille, da auch ein Weg.
Die rot-weißen Rohrbügel stellen zwar Hindernisse dar. Aber damit Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, an diesen vorbeikommen, müssen sie auch den entsprechenden Platz zum Passieren bieten. Genau diese Lücke wissen manche „unbelehrbare Radfahrer“, wie sie Merkel bezeichnet, für sich auszunutzen. Auf dem Sattel sitzend, umkurven sie die Barrieren. Die Stadt merkt auf Anfrage der RHEINPFALZ an, dass die Barrieren zumindest ihre Geschwindigkeit massiv drosseln.
„Wie sollen wir sonst auf die andere Seite?“
Es sei nicht so, dass er tatenlos zuschaue, sagt Merkel. „Wenn ich die Radfahrer auf ihr Fehlverhalten anspreche, ernte ich aber meist Unverständnis und in einigen Fällen auch üble Beschimpfungen sowie Androhung von körperlicher Gewalt.“ Kürzlich sei ihm in der besagten Unterführung ein junges Ehepaar mit zwei Lastenfahrrädern und ihren darin sitzenden beiden Kindern entgegengekommen. „Auf meinen Vorhalt hin, dass es sich um eine Fußgängerunterführung handelt, fragten sie mich doch, wie sie sonst auf die andere Seite kommen sollen“, berichtet Merkel. Auf die Idee, die Fahrräder zu schieben, sei das Paar nicht von selbst gekommen.
Merkel hält die Verantwortlichen auf dem Laufenden. Der Stadtverwaltung schrieb er im Juni, dass auf der Ostseite der Unterführung ein Bügel aus seiner Verankerung gerissen und in die angrenzende Grünanlage geworfen wurde.
Merkel weiß selbst, dass an der Unterführung baulich nichts mehr verändert werden kann, um das Problem noch weiter einzudämmen. „Hier hilft nur eins: regelmäßige Kontrollen durch das Ordnungsamt und Polizei sowie Bußgelder“, betont der Neustadter. Stadtsprecher Tobias Grauheding teilt auf Anfrage mit, dass es in der Vergangenheit regelmäßige Kontrollen gegeben habe, welche auch „erfolgreich“ waren, da Verstöße geahndet werden konnten. Und auch in Zukunft werde die Unterführung im Blick behalten.