Neustadt
Frankeneck: Neuer Ortsbürgermeister Fränzel heimatverbunden
Der 44-jährige Marco Fränzel ist in Frankeneck aufgewachsen und über die Vereine gut vernetzt. Doch das Vereinsleben wird schwächer, die Bürger immer schwerer zu erreichen. Wie lässt sich dennoch etwas bewegen? Das ist für Fränzel die größte Herausforderung.
Eins war klar für Marco Fränzel: Wenn er sich der Aufgabe stellt, seinen Heimatort Frankeneck zu führen, dann muss er dabei Unterstützung haben von jemandem, der Erfahrung mitbringt. Denn Fränzel war vor seiner Kandidatur als Ortsbürgermeister nur eine Legislaturperiode lang Ratsmitglied. Das schien ihm zu wenig, um die Verantwortung mit einem weiteren Anfänger zu teilen. Doch der langjährige Beigeordnete der Verbandsgemeinde Hans Seiberth, der Fränzel ins Spiel gebracht hatte, machte von Anfang an deutlich, dass er als Beigeordneter zur Verfügung stehen würde. Und so kam es dann zu der aktuellen Konstellation: Fränzel ist Ortsbürgermeister, Seiberth Beigeordneter.
Kurzes Zwischenspiel in Esthal
An Ortskenntnisse und Kontakten fehlt es dem 44-Jährigen indes nicht. Fränzel ist in Frankeneck aufgewachsen und durch und durch Frankenecker. Wie sehr er seiner Heimat verbunden ist, merkte er, als er – vorübergehend – in Esthal wohnte. Obwohl der Nachbarort nicht weit entfernt ist – Frankeneck fehlte ihm. Und so ergriff er die erste Gelegenheit, um mit seiner Frau und seinen beiden Kindern – ein Mädchen und ein Junge – in seinen Geburtsort zurückzukehren. Und damit auch wieder in die Feuerwehrgruppe, der er seit seiner Jugend verbunden ist. Inzwischen ist er dort auch stellvertretender Wehrleiter.
Die zweite Voraussetzung für seine Kandidatur war für Fränzel die Zustimmung seiner Familie. „Ich habe das nicht nur mit meiner Frau besprochen, sondern auch mit den beiden Kindern“, betont Fränzel. Elf und neun Jahre alt sind die beiden jetzt, und damit aus Sicht des Familienvaters alt genug, um beurteilen zu können, ob sie bereit sind, ab und an auf den Papa zu verzichten.
Leben im Dorf hat sich verändert
Wobei Fränzel einen großen Teil seiner Aufgaben als Ortsbürgermeister zu Zeiten erledigt, zu denen die beiden ohnehin in der Schule sind. Möglich ist das, weil Fränzel, der gelernter Papiermacher ist, bei der Firma Glatz im Schichtdienst arbeitet. Mit 15 hat er dort angefangen, damals hatte die Firma noch 1000 Mitarbeiter.
Die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile sind es nur noch 200 Mitarbeiter. Geändert habe sich auch das Leben im Dorf, sagt Fränzel. Das Vereinsleben werde immer schwächer, die Bürger zu erreichen, immer schwerer. „Wie ich hier etwas bewegen kann, das ist für mich die größte Herausforderung“, sagt Fränzel.
„Kita zentrale Einrichtung“
Ganz wichtig ist ihm, dass in der Kindertagesstätte alles gut läuft. „Das ist eine zentrale Einrichtung für einen kleinen Ort“, erklärt der 44-Jährige. Zurzeit steige die Anzahl der Kinder. Immer mehr Zweijährige werden angemeldet, und für immer mehr Kinder wird ein Ganztagsplatz benötigt. „Wir brauchen mehr Plätze“, sagt der Ortsbürgermeister.
Sehr am Herzen liegt ihm außerdem der Bürgerbus. Bevor Fränzel Bürgermeister wurde, war er selbst als ehrenamtlicher Fahrer im Einsatz. Das hat er jetzt aufgegeben, denn die Arbeit als Bürgermeister sei doch ziemlich umfangreich.
Dafür läuft es im Gemeinderat gut. Es gibt viele neue Gesichter, aber bisher sind alle Entscheidungen einstimmig getroffen worden.