Meisenheim Land sucht neuen Träger für das Gesundheitszentrum Glantal
Eine Schließung des Hauses sei kein Thema, doch man stelle frühzeitig die Weichen, um den Standort langfristig zu sichern, heißt es in einer Pressemitteilung, mit der das Landeskrankenhaus – eine Landesanstalt des öffentlichen Rechts mit Verwaltungssitz in Andernach – die Pläne öffentlich machte. „Wir sehen es angesichts veränderter Rahmenbedingungen als notwendig an, eine dauerhafte und nachhaltige Anbindung des Hauses an einen somatisch ausgerichteten Träger mit größeren Versorgungsstrukturen anzustreben“, wird der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Dr. Alexander Wilhelm, darin zitiert.
Land: Stütze der Versorgung der Region
„Wenn sich kein geeigneter Träger findet, werden wir das Gesundheitszentrum Glantalklinik weiter betreiben. Das Meisenheimer Krankenhaus soll zukunftssicher aufgestellt werden, damit die Patientenversorgung fortbestehen kann“, so Wilhelm. „Der Standort ist eine Stütze der Versorgung in seiner Region und das Land wird die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitszentrums Glantal weiterhin eng begleiten, unabhängig davon, wie das Interessenbekundungsverfahren ausgeht“, bekräftigt Nicole Steingaß, Vorsitzende des Aufsichtsrates des Landeskrankenhauses und Staatssekretärin im Mainzer Ministerium für Gesundheit und Wissenschaft, laut der Mitteilung.
In den kommenden Monaten können sich nun Trägergesellschaften melden, die sich für das Krankenhaus, die angeschlossene Pflegeschule sowie den Sitz des Medizinischen Versorgungszentrums interessieren. Ausgenommen davon ist das Sprachheilzentrum, es verbleibt auf jeden Fall in Trägerschaft des Landeskrankenhauses.
Alleinstellungsmerkmal bringt Probleme
Die Hoffnung ist, dass ein neuer Träger den Standort besser weiterentwickeln kann, als es das Landeskrankenhaus könnte. Dessen Kompetenzen liegen vor allem in psychiatrischen, psychotherapeutischen, psychosomatischen und neurologischen Behandlungen. So gehören die Rheinhessen-Fachklinik in Alzey, die geriatrische Fachklinik Rheinhessen-Nahe in Bad Münster am Stein-Ebernburg und das Viktoriastift in Bad Kreuznach zum Landeskrankenhaus.
Meisenheim sei ein solitäres Haus innerhalb des Landeskrankenhauses. Dieses Alleinstellungsmerkmal erfordere ein außergewöhnlich hohes Maß an Spezialisierung und fachlicher Expertise, auch in der Verwaltung, was mit erheblichem Aufwand verbunden sei, so der Geschäftsführer.
Viele Angebote, geringe Fallzahlen
Das Krankenhaus, das neben einer neurologischen Abteilung auch über eine Chirurgie, innere Medizin, Anästhesie sowie Intensiv- und Notfallmedizin verfügt, ist als Krankenhaus der Grundversorgung eingestuft. Derzeit laufe das medizinische Grundkonzept in Meisenheim, eine große Breite von Behandlungsangeboten auch bei vergleichsweise geringer Fallzahl anzubieten, der Zielsetzung des aktuellen Bundesgesetzes zur Verbesserung der Krankenhausversorgung entgegen.
Die angesetzten Mindestbehandlungszahlen können deshalb in Meisenheim nicht mehr erbracht werden. Langfristig sei aufgrund wegfallender Leistungen und auf Grund des Fachkräftemangels die Meisenheimer Einrichtung nicht mehr positiv wirtschaftlich zu führen. Für einen möglichen größeren Träger mit mehreren klassischen Krankenhäusern könne sich das hingegen mehr lohnen, so Wilhelm. Wer dieser sein könnte, blieb auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz offen.
Das Landeskrankenhaus und das Land Rheinland-Pfalz haben den Neubau des Gesundheitszentrums im Jahr 2015 eröffnet. Die Gesamtkosten betrugen rund 42 Millionen Euro bei einem Eigenanteil des Landeskrankenhauses von etwa 20 Millionen.