Idar-Oberstein
90 Infektionen in Seniorenheim in Idar-Oberstein
Im Zuge von Rückverlegungen aus dem Krankenhaus seien parallel zwei Corona-Infektionen aufgefallen, teilte der Pressesprecher des Schwesternverbands, Dirk Sellmann, auf Nachfrage der RHEINPFALZ mit. Zeitgleich seien durch interne Schnelltests drei Mitarbeiter positiv getestet worden. Durch nachfolgende PCR-Tests habe sich herausgestellt, dass inzwischen 90 Bewohner und Mitarbeiter positiv sind.
Tests vor Dienstantritt
Die Bewohner seien isoliert worden. Im Haus finde Zimmerpflege mit Vollschutz statt, alle Mitarbeiter würden vor Dienstantritt getestet, berichtet Sellmann. Besuche seien aktuell nicht möglich. „Auf diese Weise werden wir alles versuchen, die Infektionsketten zu unterbrechen“, betonte der Sprecher.
Obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Birkenfeld damit die 200er-Schallmauer durchbrochen hat, bleibe die Bevölkerung vorerst von weiteren Maßnahmen verschont, die die Bewegungsfreiheit beschränken, teilte ein Sprecher des Landkreises weiter mit. Weil der Inzidenzwert laut Landesuntersuchungsamt auf 214,9 stieg und damit erstmals über 200 lag, hatte die Kreisverwaltung das weitere Vorgehen mit der Landesregierung abzustimmen – wie es die aktuelle Corona-Bekämpfungsverordnung vorschreibt. Schon während sich diese Entwicklung abzeichnete, fand eine erste Beratung statt. Eine neuerliche Abstimmung ergab, dass den Einwohnern momentan noch keine zusätzlichen Beschränkungen auferlegt werden, ergänzt der Kreis-Sprecher.
Soldaten als helfende Hände
Grund der Zurückhaltung sei, dass vor allem das Seniorenheim in Göttschied den hohen Inzidenzwert verursacht. „Das übrige Geschehen im Landkreis bewegt sich im durchschnittlichen Rahmen“, erklärt Landrat Matthias Schneider. Er wird sich am Dienstag erneut mit dem Gesundheitsministerium besprechen.
Im Seniorenheim Göttschied sind inzwischen vier Soldaten der Bundeswehr aus dem Programm „Helfende Hände“ eingetroffen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können.
Das Seniorenheim war laut Sellmann schon als „impfbereit“ gemeldet worden. „Das Verfahren für die Impfungen ist in Rheinland-Pfalz leider sehr zeitaufwendig“, bedauert er.