Mannheim Vorgeschmack auf Bundesgartenschau
„Schuld an dem Projekt sind meine Mitarbeiter, die mir schon länger in den Ohren lagen, das Gelände hinter dem Chinesischen Teehaus in Richtung Neckar zu gestalten“, erzählt die gärtnerische Leiterin Ellen Oswald bei der Eröffnung, zu der Kamelienfreunde weit über Mannheim hinaus in die Quadratestadt gereist waren. An ihrer Spitze Anke Koschitz, die Direktorin der Internationalen Kameliengesellschaft für Deutschland und Österreich.
Inspiriert durch die bei den Besuchern so beliebten Schneeglöckchentage, hatten Oswald und Koschitz ursprünglich vor, im März erstmals Kamelientage anzubieten. Corona kam dazwischen, und man legte stattdessen unter Ausschluss der Öffentlichkeit einen kleinen Kameliengarten direkt im Teehaus an, der mit einem Video auf der Homepage online eröffnet wurde. Inspirationen hatte man sich zuvor in Köln geholt. Schon vorher ziemlich verzaubert von den zarten Teestrauchgewächsen sei bei ihr da der „Point of no Return“ erreicht gewesen, berichtet Oswald, wie sie sich nahtlos in die Reihe der Kamelienenthusiasten einreihte und mehr wollte. Schließlich gab es ja da noch dieses 800 Quadratmeter große Stück an Fläche hinter dem Chinesischen Teehaus.
200 Sorten sind das Ziel
Anke Koschitz war sofort Feuer und Flamme und man plante einen großen Kameliengarten. Die Park-Azubis verlegten viele laufende Meter an Pflasterband, um die Beete einzufassen. 150 Kubikmeter Rhododendronerde wurden aufgebracht und Pflanzenlisten erstellt. Kamelien unterschiedlicher Wuchshöhe fanden einen neuen Standort, und ein geschwungener Weg wurde durch die Anlage geführt. All das spielte sich hinter dem sogenannten Mondtor im Chinesischen Garten ab, das bislang zwar optisch beeindruckte, aber keine wirkliche Funktion hatte. Ab sofort bleibt es für die Parkbesucher als Zugang zum neuen Kameliengarten geöffnet. Doch auch durch die in die Mauer des östlichen Pagodengangs eingelassenen Fenster ergeben sich reizvolle Blickachsen auf die Schönheiten, von denen einige Sorten auch mitten im Winter Blütenpracht entfalten werden.
„Kamelien werden zusammen mit Seerosen und Päonien bei der Bundesgartenschau 2023 eine besondere Rolle spielen“, gibt Parkchef Joachim Költzsch einen kleinen Vorgeschmack auf das, was der Luisenpark als Buga-Satellit plant. Und wenn alles glatt läuft, dann wird man zu diesem Zeitpunkt auch den offiziellen Titel eines „Exzellenzgartens“ tragen dürfen. „200 unterschiedliche Sorten müssen wir dafür mindestens vorweisen. 193 haben wir bereits“, informiert Koschitz.
Die Kölner Flora unterstützte den Luisenpark mit Pflanzenspenden ebenso wie Kamelienfreunde deutschlandweit. Und weil alles seinen Ursprung in der Idee zur Durchführung von Kamelientagen hatte, starten Oswald und Koschitz einen zweiten Versuch und geben mit dem 20. und 21. März 2021 bereits jetzt den Termin bekannt.