Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Spieleentwickler aus Amerika kreieren Brettspiel für Buga

Die Spieldesigner Adam Hnatkovich (links) und David Knee von Tunnel Monster Collective entwerfen ein Brettspiel für die Buga 202
Die Spieldesigner Adam Hnatkovich (links) und David Knee von Tunnel Monster Collective entwerfen ein Brettspiel für die Buga 2023 in Mannheim.

Vier Männer aus Pittsburgh (USA), die schon als Schüler ihre Köpfe für fantasievolle Spiele zusammensteckten, haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Gerade sind sie dabei, ein Brettspiel für die Bundesgartenschau 2023 in Mannheim zu gestalten.

6624 Kilometer Luftlinie trennen Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania von Mannheim. Um die Verbindung zu finden, muss man nochmals fast 3500 Kilometer weiter ostwärts blicken. Die „Land Art Generator“-Initiative (LAGI) aus Seattle (Washington) ist ein Projektpartner der Buga und für die Verknüpfung von erneuerbaren Energien mit Ästhetik und Design bekannt. In der Wüste von Nevada, wo jedes Jahr das Burning-Man-Festival stattfindet, entsteht gerade eine landwirtschaftliche Oase mit regenerativen Kreisläufen für Nahrung, Wasser, Strom und Abfallbeseitigung. Die Spielentwickler von Tunnel Monster Collective entwarfen für die Workshops dazu das passende Spiel, das sich mit Ressourcenverbrauch befasst und mehr als nur der Unterhaltung dienen soll.

Gleiches hat man nun in Mannheim vor, wo LAGI bereits einen Ideenwettbewerb zu den Themen Klima, Energie, Umwelt und Ernährung ausgerufen hat. Nachhaltige Agrikultur, erneuerbare Energien, aber auch deutsche Schrebergarten-Traditionen sollen sich auch in einem Buga-Brettspiel widerspiegeln. „Unsere Aufgabe ist es, komplexe Themen auf ein Spielbrett zu bannen. Herauszufinden, wie man eine möglichst große Spielwelt in ein paar Karten und Regeln packt, um die Fantasie lebendig werden zu lassen“, sagt Spieldesigner Adam Hnatkovich. Nachhaltiges Wissen soll vermittelt werden, aber Spaß und Spannung für Kinder bis Senioren stehen im Vordergrund. Das Lernspiel mit dem Titel „Kleingarten“ wird letztlich bei Workshops während der BUGA 23 kostenlos ausgegeben werden.

Zurück zur Landwirtschaft

Bei dem können die Spieler – ähnlich wie bei „Die Siedler von Catan“ – Gemüse anbauen, Tiere halten und den eigenen Farmer-Charakter heranreifen lassen. Gleichzeitig ist neben der Zucht fiktiver Tomatenstauden auf Nachbarschaftspflege und Wasserverbrauch zu achten. Pflanzt man nur auf eigene Faust oder tauscht man sich besser mit anderen Hobby-Gärtnern aus? „Jeder verfolgt eigene Ziele, aber es ist auch wichtig, wie man mit den anderen interagiert. Alle Mitspieler starten mit den gleichen Optionen, und doch wird jeder Garten anders wachsen und blühen“, verrät Ian Darwin, der auf die Idee für das Spiel gekommen ist.

Das sogenannte Urban Farming ist in den USA seit dem Verfall der Autometropole Detroit ein großes Thema. Aus Not, Armut und hoher Arbeitslosigkeit heraus wurde die Idee geboren, die Industriebrachen als landwirtschaftliche Flächen zu nutzen. „Aber auch Kleingärten werden bei uns immer beliebter. Ich wollte mir selbst einen zulegen, habe recherchiert – und bin auf das deutsche Schrebergarten-Phänomen gestoßen. Da war klar, dass das auch unser Thema für das Spiel zur Bundesgartenschau in Mannheim werden muss“, verrät Darwin.

„Spielezeit ist heilige Zeit“

Schon in der High-School lernten sich die heutigen Spielentwickler kennen. In einer von Darwin geschaffenen, weit über die Schule hinausreichenden Fantasy-Wrestling-Liga erstellten sie fiktive Kampf-Charaktere, um diese gegeneinander antreten zu lassen. Dass sie später professionell Spiele entwerfen würden, die über den Großen Teich hinaus bekannt werden, hätten sie vor 15 Jahren aber nicht zu träumen gewagt. Reine „Game-Nerds“ sind die vier Männer aus Pittsburgh jedoch nicht. In ihren „normalen“ Berufen haben sie viel Erfahrungen im Naturschutz und mit erneuerbaren Energien gesammelt. Daher kam es auch zur Kooperation mit LAGI.

„Wir finden, dass Spielzeit eine heilige Zeit ist. Man lebt eine Kreativität und Fantasie aus, die im realen Leben so nicht möglich ist. Auch als Erwachsener macht das Spaß, das hat man gerade während der Pandemie gespürt“, findet Leo Kowalski. „Es hat auch eine wichtige soziale Komponente. Man trifft sich und lernt im Spiel oftmals ganz andere Seiten von Freunden und Familienmitgliedern kennen. Und das Besondere an Brettspielen: Sie sind auf der ganzen Welt beliebt, es gibt keine kulturellen Barrieren“, ergänzt Dave Knee, der auf den Philippinen aufgewachsen ist. Nach der Schule ging er immer in Internet-Cafés, um Videospiele zu zocken. Aber auch, um Freunde zu treffen. Weniger digital im Internet, als vielmehr auf den Computerstühlen nebenan.

Gartenzwerge gibt es keine

Nun freuen sich die vier Spielemacher darauf, im April 2023 zur Eröffnung der Buga vielleicht selbst in Mannheim zu sein. Um die große Blumenschau, aber auch kleine, deutsche Schrebergärten zu besuchen. Gartenzwerge aber sollen in dem Brettspiel übrigens, trotz aller Fantasie, nicht auftauchen ...

aufmacher

Alle Infos, Artikel und Geschichten zur Bundesgartenschau auf einen Blick!

Informationen zum Eintritt, den Dauerkarten oder der Anreise: Hier finden Sie alle Artikel zur Bundesgartenschau 2023 in Mannheim. Dazu gehören Fakten zur Seilbahn, ein Überblick über die Gastronomie und Erfahrungen der ersten Buga-Besucher. Außerdem erklären wir, wo Luisenpark und Spinelli-Park genau liegen, was auf der Bundesgartenschau erlaubt und verboten ist und berichten über Veranstaltungen und Events.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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