Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Passagen als Farbtupfer für die Fußgängerzone

Noch ist die Öva-Passage zwischen Planken und Fressgasse eine Baustelle.
Noch ist die Öva-Passage zwischen Planken und Fressgasse eine Baustelle.

Ein prägender Faktor der Mannheimer Innenstadt sind die Passagen zwischen Planken und Kunststraße beziehungsweise Fressgasse. Eine von ihnen soll nun nach einer aufwendigen Sanierung im Herbst wiedereröffnen.

Der große Planken-Umbau ist schon lange abgeschlossen, bald meldet sich ein weiterer für viele unverzichtbarer Bestandteil der Mannheimer Innenstadt zurück: Die Öva-Passage wird nach über zwei Jahren Sanierung im Herbst wiedereröffnet. Über den Baufortschritt informierten sich dieser Tage die Teilnehmer Immobiliensommertour der Metropolregion Rhein-Neckar, die herausragende Bauvorhaben im Rhein-Neckar-Dreieck in Augenschein nahm. Der Zugang in den sechsgeschossigen Gebäudekomplex mit der spielerisch verschlungenen Passage war auch für die Fachleute noch nicht möglich. Das war noch zu gefährlich.

Die Passage zwischen Fressgasse und Planken, die unter Denkmalschutz steht, hat 7500 Quadratmeter Nutzgeschossfläche, davon 1700 Quadratmeter Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss und 870 Quadratmeter Lagerfläche im Untergeschoss. Die Büroflächen in den Etagen eins bis fünf und die 440 Quadratmeter Wohnfläche erhielten hier seit Juni 2019 einen neuen Anstrich und vor allem eine neue Technik.

Hommage an die 50er-Jahre

„Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und eines restauratorischen Gutachtens ist es den Beteiligten gelungen, die Passage nahezu in ihren Originalzustand zurückzuversetzen“, wird der Eigentümer, die Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft, dazu in der Projektbeschreibung zitiert. Die Pläne dazu stammen von dem auch in Mannheim ansässigen Architekturbüro Blocher Partners. So wurde die Formsprache der 50er-Jahre, aktuell noch hinter den Schmutzschutzplanen, wieder aufgenommen und modern interpretiert. Die Farb- und Oberflächengestaltung von Wänden und Decke sowie der Metallrahmen der Oberlichtverglasung wurden wiederhergestellt, die Natursteinfließen am Boden erhalten.

Das neue Nutzungskonzept der Passage sieht aktuell zehn Verkaufsflächen vor, die nach Bedarf bis zur vollständigen Vermietung noch angepasst werden können. Dafür wurde die ehemalige Flächeneinteilung durch leichte Trennwände modifiziert. Für rund die Hälfte der Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss gebe es bereits langfristige Mietverträge, informierte der Eigentümer. So werde sich beispielsweise die Bäckerei Grimminger vergrößern. Ansonsten sind es Schuh- und Modeunternehmen, die sich bereits ihren Platz gesichert haben. Auch die Vermietung der Büroflächen sei bereits angelaufen. Die Vermarktung der Wohnfläche beginne hingegen erst nach der Fertigstellung der fünf Einheiten, voraussichtlich um den Jahreswechsel herum.

Kampf um Aufmerksamkeit

Die Einkaufspassagen gelten als prägender Faktor der Mannheimer Innenstadt. Fünf von ihnen befinden sich in den Planken, der Einkaufsmeile zwischen Paradeplatz und Wasserturm. Sie sind die Verbindungen zur Kunststraße beziehungsweise zur Fressgasse. Sie sind ein Markenzeichen der City und somit etwas Besonderes. Immer wieder gab es Initiativen, den Passagen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Mehr Werbung, bessere Eingangsgestaltungen und prägnante Überdachungen wurden dabei als Möglichkeiten genannt. Schließlich sollen die Menschen die Passagen nicht nur als Abkürzung benutzen, sondern aus Sicht von Einzelhandel und Stadt auch etwas kaufen.

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