Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Technologiezentrum: Hingucker mit inneren Werten

Viel Glas, viel Holz, möglichst wenig Stahl: Der Entwurf des Büros Steimle Architekten ist einer der Sieger.
Viel Glas, viel Holz, möglichst wenig Stahl: Der Entwurf des Büros Steimle Architekten ist einer der Sieger.

In Mannheim steht der Bau des nächsten Zentrums für innovative Produkte an. Dabei soll schon an der Optik des Gebäudes zu erkennen sein, um was es in dessen Inneren geht. Bei dem Architektenwettbewerb gibt es nun gleich zwei Sieger.

Die Architektur soll für sich sprechen: Unter dieser Prämisse hatte die Stadt Mannheim den Architektenwettbewerb für das Innovationszentrum Green Tech ausgelobt. In unmittelbarer Nähe zum Mafinex-Technologiezentrum am südlichen Ende des Glückstein-Quartiers soll kein Standardbürokomplex entstehen, sondern ein Gebäude, das aufgrund seiner Gesamtoptik und der dafür verwendeten Baumaterialen äußerlich widerspiegelt, um was es in den Büros, Werkstätten und Experimentalräumen im Inneren gehen wird.

Sowohl Start-ups als auch etablierte Firmen, die an zukunftsweisenden Projekten im Bereich Umwelt- und Energietechnologien forschen, sollen dort die entsprechenden Voraussetzungen finden. „Wir sind bereits in Kontakt mit Hochschulen und Unternehmen in der Region“, sagte Christine Ram von der Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt. Interessierte könnten sich zudem direkt bei ihrem Fachbereich melden, müssen jedoch noch ein wenig Geduld mitbringen. Denn bis in dem neuen Innovationszentrum nachhaltige Produktionsprozesse entwickelt oder klimafreundliche Materialien getestet werden, dauert es noch ein wenig. Denn erstmal muss das Gebäude gebaut werden. Bis zum Jahr 2025 soll es stehen.

Umweltfreundliche Bau- und Betriebsweise

Die Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort durch Photovoltaik, die Begrünung des Gebäudes und eine möglichst geringe Flächenversiegelung gehörten zu den Wettbewerbsvorgaben der Stadt. Dass das Preisgericht nun zwei Entwürfe zum Sieger erklärt hat, bezeichnet Klaus Elliger vom Fachbereich Stadtplanung als „Luxusproblem“. Da ist zum einen die UTA Architekten und Stadtplaner GmbH aus Stuttgart, die in Kooperation mit einem Architekturbüro aus Madrid, das Green Tech auf dem schmalen Grundstück bewusst nicht parallel zum Mafinex anordnen und die Fassade auf der einen Seite in Terrassen mit Platz für Kommunikations- und Außenräumen gestalten will. Zum anderen ist da das Büro Steimle Architekten aus Stuttgart. Dieses sieht in seinem Entwurf eine Verschachtelung des der Fassade zur Straße hin vor, wodurch verschiedene versetzte „Häuser“ entstehen und damit einhergehend ebenfalls Freiflächen.

Beiden Entwürfen gemeinsam ist, dass sie die klassische Flursituation üblicher Bürobauten aufbrechen und Innenräume damit flexibel genutzt werden können. Vor allem jedoch zeichnen sie sich durch eine CO 2 -arme Bau- und Betriebsweise unter Verwendung von so viel Holz wie nur möglich und so wenig Stahl wie nötig aus. Durch die modularen Elemente ermöglichen beide Entwürfe zudem einen hohen Vorfertigungsgrad.

Förderung von EU und Land

Für einen von ihnen wird sich die Stadt in den nächsten Monaten entscheiden müssen. Dabei wird auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle spielen. „Wir lassen uns dieses Projekt etwas kosten“, sagt Bürgermeisterin Diana Pretzell (Grüne) mit Blick auf das veranschlagte Investitionsvolumen von 14,1 Millionen Euro. 6,7 Millionen hat der Mannheimer Gemeinderat genehmigt. Gerechnet wird zudem mit bis zu fünf Millionen Euro Zuschuss von der EU sowie 2,5 Millionen vom Land Baden-Württemberg.

Möglich wurde die Förderung, weil das Konzept in Stuttgart überzeugte, vom Land als Leuchtturmprojekt für einen EU-Wettbewerb eingereicht und im April 2021 prämiert wurde. Das Konzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Denn im Green Tech geht es nicht allein um Produktforschung, sondern auch um Wissenstransfer und Vernetzung insbesondere im Bereich der Themenfelder Energie und Mobilität, sowie Kreislauf- und Wasserwirtschaft.

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