Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Maimarkt-Bilanz: Das sind die großen Gewinner

Viele Menschen hatten Nachholbedarf in Sachen Maimarkt.
Viele Menschen hatten Nachholbedarf in Sachen Maimarkt.

Nach zwei Jahren Pause ist der Maimarkt ein Schritt Richtung Normalität gewesen. Zwar sind weit über 100.000 Besucher weniger als üblich zur Verbrauchermesse geströmt, viele Aussteller sind aber zufrieden. Manche Branchen jubeln besonders.

Es war ein besonderer Maimarkt in der 409-jährigen Geschichte der Verbrauchermesse. Veranstalterin Stefany Goschmann freut sich zwar, wenn ihr Aussteller bescheinigen, dass es „der beste Maimarkt jemals“ gewesen sei, „aber wir haben da einen etwas anderen Blick“.

Die Zahlen fallen zwiespältig aus. Normalerweise sind rund 350.000 Besucher auf dem Messegelände zu Gast. So viele waren es beim Neustart bei Weitem nicht, auch wenn endgültige Zahlen erst in ein paar Tagen vorliegen werden. „Wir werden sicher auf über 200.000 Besucher kommen“, sagt Goschmann. Allerdings seien noch nicht alle Vorverkaufsstellen eingeflossen. Ähnliches gelte auch für die Anzahl der Aussteller. Das waren im Jahr 2019 noch 1365. In diesem Jahr hatte Goschmann zunächst von „rund 800“ gesprochen. Zum Abschluss habe man noch einmal genauer nachgezählt. „Mittlerweile liegen wir bei über 900 Ausstellern.“ Das liege daran, dass viele sich wirklich erst extrem kurzfristig für eine Teilnahme entschieden hatten.

Das Erfolgsrezept

Die Resonanz der Besucher bei den Ausstellern sei nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause enorm gewesen. Als Beispiel nennt Goschmann einen Anbieter aus der Baubranche: „Der hat uns gesagt, dass er das erste Corona-Jahr mit Aufträgen aus dem Nach-Messe-Geschäft des Maimarkts von 2019 überbrücken konnte. Und in diesem Jahr liege er noch einmal über 20 Prozent über den Zahlen von damals.“

Vor allem die Trendthemen Energie, Elektromobilität und Verkehr sind beim Publikum in diesem Jahr sehr stark gefragt gewesen. Eine interessante Randnotiz: „Vom verregneten Auftaktwochenende abgesehen, waren die Fahrradständer deutlich stärker frequentiert als in den Jahren zuvor“, berichtet die Messe-Chefin. In den Hallen und Zelten waren die Anbieter von Energieversorgung, Photovoltaik und Heizsystemen die größten Gewinner. Aber beileibe nicht die Einzigen. „Selbst aus den Hallen Kunsthandwerk und Basar kamen in diesem Jahr ausschließlich positive Rückmeldungen“, sagt Goschmann. Nichts ersetze eben das persönliche Gespräch, findet sie. Und genau das sei eines der Erfolgsrezepte der größten Verbrauchermesse im Südwesten.

„Ich habe Tränen in den Augen“

Das hat offensichtlich auch die Messe-Neulinge überzeugt. Für die Sonderschauen „Höhle der Löwen“ mit cleveren Erfindungen und Produkten aus der TV-Sendung sei für das kommende Jahr mehr Platz erbeten worden. Und auch auf der Hunde-Sonderschau auf dem Freigelände gab es strahlende Gesichter. „Ich habe Tränen in den Augen, wenn ich sehe, wie gut unsere Show bei den Besuchern ankommt“, wird Hundeflüsterin Andrea Kammann in der abschließenden Pressemitteilung zitiert. Ähnlich sah es auch in der „Halle des Handwerks“ aus, in der der Themenschwerpunkt Berufsberatung sehr stark nachgefragt gewesen ist. Das könne allerdings eine Folge der zu Jahresbeginn ausgefallenen Messe „Jobs for Future“ sein, räumt Goschmann ein. Beim Reitturnier gab es einen traurigen Zwischenfall: Ein Pferd musste nach einem Sturz eingeschläfert werden.

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