Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Erster Trinkwasserbrunnen: Kostenlose Erfrischung per Knopfdruck

Bürgermeister Ralf Eisenhauer trinkt einen Schluck am neuen Trinkwasserspender.
Bürgermeister Ralf Eisenhauer trinkt einen Schluck am neuen Trinkwasserspender.

Gerade bei heißen Temperaturen ist es wichtig, genügend zu trinken. Am Alten Meßplatz können sich Bürger seit Dienstag an einem Trinkwasserspender bedienen.

Sommer, Sonne, 30 Grad – einen guten Tag hat sich Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD) ausgesucht, um den ersten Mannheimer Trinkwasserbrunnen in Betrieb zu nehmen. Als Ort fiel die Wahl auf den Alten Meßplatz in der Neckarstadt-Ost – und das aus mehreren Gründen. „Es ist ein Platz mitten in der Stadt“, sagt Eisenhauer zum einen. Zudem befindet sich eine stark frequentierte Straßenbahn-Haltestelle nur einen Steinwurf entfernt von dem neuen Wasserspender. Hilfreich war laut Armin Thasler, Projektleiter des städtischen Fachbereichs Bauen und Immobilienmanagement, dass es hier schon einmal einen Wasserspender gegeben habe. Somit musste der Anschluss nur reaktiviert werden. Überhaupt hat sich an dem zentralen Platz in den vergangenen Jahren viel getan – und das Umfeld wird sich weiter verändern.

Der neue Brunnen ist etwas mehr als einen Meter hoch, 25 Zentimeter breit und 40 Zentimeter tief. Mehrere Fraktionen im Gemeinderat hatten das Aufstellen von Trinkwasserspendern gefordert. Daraufhin prüfte der entsprechende Fachbereich der Stadt geeignete Orte und Modelle. Als örtlicher Versorger stellt die MVV Energie AG den Wasseranschluss zur Verfügung. Für den Betrieb allerdings ist die Stadt zuständig. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Brunnen regelmäßig zu warten, zweimal in der Woche zu reinigen und einmal im Monat die Hygiene zu überprüfen.

Weitere Spender sollen folgen

Zu dem Trinkwasserbrunnen auf dem Alten Meßplatz sollen weitere hinzukommen, wie Bürgermeister Eisenhauer ankündigte. Als weitere Standorte geplant sind der Marktplatz und der Paradeplatz. Dort können die Spender voraussichtlich ab April des kommenden Jahres, also rechtzeitig zum Start der Bundesgartenschau in Betrieb gehen. Außerdem sind Brunnen auf dem Platz vor der Abendakademie, auf der Spielfläche zwischen Alter Meßplatz und Neckar sowie auf dem Quartiersplatz im Jungbusch in Planung. Diese sollen bis Ende 2023 installiert und im April 2024 betriebsbereit sein. Passanten sollen sich von Frühling bis Herbst, mit kostenlosem Trinkwasser versorgen können. Die Kosten für einen dieser Brunnen belaufen sich nach Angaben der Stadt auf ungefähr 23.000 Euro. Für das gesamte Vorhaben stellt das Land 120.000 Euro zur Verfügung.

Wie Thasler erläutert, hat man sich erst kurz vor der Inbetriebnahme des ersten Brunnens dafür entschieden, dass er auf Knopfdruck und nicht als „Dauerläufer“ funktionieren soll. Das bedeutet, dass alle 15 Minuten für 60 Sekunden neues Wasser in den Spender fließt. So soll beispielsweise verhindert werden, dass sich das Wasser erwärmt. „Zuerst haben wir an einen Dauerläufer gedacht. Aber Wasserverbrauch ist heutzutage ja kein triviales Thema“, sagt Thasler.

Aus Stuttgart, wo es schon länger mehrere Trinkwasser-Brunnen gibt, sind Fälle bekannt, wonach Bürger körbeweise Glasflaschen mit frischem Wasser abfüllen. Nicht selten begründen sie das damit, dass die Leitungen in ihren Häusern sehr alt sind und das Wasser für Tee oder Kaffee nicht schmecke. Bei der Stadt Mannheim ist man optimistisch, dass die Trinkwasserbrunnen auch in der Kurpfalz gut angenommen werden.

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