Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Auflagen: Mannheimer Karneval-Kommission sagt die Saalfasnacht ab

Da war noch alles gut: Prinzessin Maren-Michel I. und Prinz Naro I. tanzen beim Weißen Ball im Januar 2020.
Da war noch alles gut: Prinzessin Maren-Michel I. und Prinz Naro I. tanzen beim Weißen Ball im Januar 2020.

Kein glanzvoller Weißer Ball im Rosengarten, kein Prinzenpaar für Mannheim und die Kurpfalz, keine Prunksitzungen: Am Donnerstag hat die Karneval-Kommission Mannheim (KKM) bekanntgegeben, dass die Präsidenten der sieben federführenden Vereine beschlossen haben, ihre Saalfasnacht in der Kampagne 2020/2021 aufgrund der derzeit gültigen Hygienebestimmungen wegen der Corona-Pandemie abzusagen.

Die Vereine der KKM stellen alljährlich das Stadtprinzenpaar, und sie halten es aus Kostengründen für nicht darstellbar, eine Sitzung unter den aktuellen Auflagen kostendeckend auf die Beine zu stellen. „Aus Gründen der Planungssicherheit habe man sich daher zu diesem Schritt entschieden“, so KKM-Präsident Thomas Dörner. Die Absage ist bindend für die sieben Vereine. Die KKM als Dachorganisation von insgesamt 24 Vereinen empfiehlt allen Mitgliedern, ebenfalls auf die Saalfasnacht zu verzichten. Das stößt jedoch nicht überall auf Verständnis. Einige Vereine hätten sich etwas mehr interne Kommunikation im Vorfeld gewünscht.

„Vor drei Wochen wurden wir von der KKM nach unseren Planungen gefragt und wie wir die Lage sehen. Ohne Zwischenmeldung eines Ergebnisses kam jetzt die Info mit der Absage“, sagt „Schlabbdewel“-Präsident Elmar Petzinger und teilt mit, dass die Fasnachter aus Mannheim-Friedrichsfeld zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle ihre Saalveranstaltungen absagen wollen. „Unsere finanziellen Risiken sind überschaubar, und da noch niemand weiß, was im Januar ist, möchten wir die Hoffnung nicht aufgeben“, meint er. Natürlich müsse jede Veranstaltung Hand und Fuß haben und den Hygienevorschriften entsprechen. Vielleicht würden ja auch neue Formate entstehen.

„Raum für kreative Ideen“

Auch Andreas Eder im benachbarten Stadtteil Seckenheim hält die Absage der Saalveranstaltungen für verfrüht. Im Elferrat sei man sich einig darüber, im Rahmen der geltenden Vorgaben Präsenz zu zeigen. „Unsere Kampagneneröffnung findet seit drei Jahren im Freien mitten im Ort statt. Ich bin zuversichtlich, dass wir das auch dieses Mal hinbekommen“, sagt der „Zabbe“-Präsident. Allen sei bewusst, dass die Fasnacht nicht laufen werde wie gewohnt. „Warum nicht Raum lassen für kreative Ideen und schauen, was geht – statt Saalveranstaltungen bereits jetzt komplett abzusagen“, meint Eder.

Neuen Ideen will sich auch Oliver Althausen, „Feuerio“-Elferrat und zuständig für die Pressearbeit im Prinzen stellenden Verein, nicht verschließen. „Wir denken gerade über interne Veranstaltungen nach, die sich an Senatoren, Freunde und Förderer richten. Aber von Seiten der federführenden Vereine werden keine neuen oder anderen öffentlichen Saalveranstaltungen geplant. Der ,Feuerio’ wird keinen Weißen Ball ausrichten. Wir machen keine Orden“, sagt er und geht davon aus, dass die meisten Vereine der KKM-Empfehlung folgen werden. Tatsächlich hatten schon vor dem KKM-Beschluss die „Gowe“ aus Wallstadt ihre Saalveranstaltungen abgesagt und waren damit der Empfehlung der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine vom 29. Mai gefolgt.

Was wird aus dem Umzug?

„Mir blutet das Herz, aber ich kann es aus Kostengründen gegenüber meinen Mitgliedern nicht verantworten, die großen Veranstaltungen in der Feudenheimer Kulturhalle wie gewohnt zu planen“, sagt Daniela Gruber von der KG „Lallehaag“, die zu den federführenden Vereinen gehört und im vergangenen Jahr die Prinzessin stellte. Unter der derzeit gültigen Abstandsregelung fehle einer jeden Saalveranstaltung zudem die Atmosphäre, meint Gruber.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf die Straßenfasnacht. Ob der Umzug Mannheim/Ludwigshafen stattfindet, will die KKM gegen Jahresende in Absprache mit der Stadt entscheiden.

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