Handball
Zwillingsduell und Wiedersehen: Eulen treffen auf EHV Aue
Im zweiten Saisonheimspiel am Freitagabend in der Eberthalle (19 Uhr) empfangen die Eulen Ludwigshafen den nächsten Zweitliga-Aufsteiger. Der EHV Aue ist nach einem Jahr in der Drittklassigkeit zurück. Und hat einige interessante Persönlichkeiten dabei.
Eigentlich sind Finn und Jakob Leun unzertrennlich. Das war zumindest bis Februar 2023 so. Im Sommer 2020 waren die Zwillinge aus Buxtehude nach Leipzig gewechselt, um den nächsten Schritt in ihrer Handball-Karriere zu vollziehen. In der Akademie des Handball-Bundesligisten SC DHfK Leipzig reiften sie weiter, feierten mit der männlichen B-Jugend die deutsche Vize-Meisterschaft. Mit der A-Jugend erreichten sie das DM-Halbfinale. Das ist Vergangenheit. Jetzt sind sie beide in der Zweiten Liga unterwegs. Am Freitagabend feiern sie ein spezielles Wiedersehen, dann stehen sie sich erstmals sogar auf dem Spielfeld gegenüber.
Erstes Wiedersehen seit Wechsel
Seit dem Wechsel von Finn im Juli zu den Eulen nach Ludwigshafen haben sie sich nicht mehr gesehen. Dafür kommunizieren sie beide täglich miteinander. „Aber aktuell nicht über Handball, es gibt auch genug andere Themen“, erzählt Jakob Leun. Denn er wechselte bereits zur Winterpause von Leipzig nach Aue. „Wir freuen uns wahnsinnig auf das Spiel. Gott sei Dank sehen wir uns mal wieder“, verrät er. Und Zwillingsbruder Finn spürt nicht nur eine Vorfreude, er erwartet in den kommenden Tagen ein „Kribbeln“. „Es ist ja für uns schon ein sehr besonderes Spiel“, sagt Finn Leun. Beide sind Linkshänder und auch im rechten Rückraum zu Hause.
Die Familie wird fast komplett in Ludwigshafen auf der Zuschauertribüne sein. Lediglich Vater Dirk Leun wird nicht in die Pfalz reisen, da er als Cheftrainer mit den Bundesliga-Frauen des Buxtehuder SV unterwegs ist. Trotzdem freuen sich die beiden 20-Jährigen auf den Familienbesuch. „Für wen sie während des Spiels klatschen, das müssen sie selbst entscheiden“, erklärt Jakob Leun mit einem Augenzwinkern.
Spieler kommt als Trainer zurück
Es ist nicht das einzige Wiedersehen am Freitagabend. Stephan „Apollo“ Just, der 2022 den EHV als Trainer übernommen hatte und diesen in die Zweite Liga zurückgeführt hat, hatte als Spieler von 2012 bis 2015 bei den Eulen unter Vertrag gestanden.
Für beide Teams steht einiges auf dem Spiel. Die Eulen wollen nach der Niederlage in Bietigheim wieder an Tugenden wie Kampfgeist und Leistungsbereitschaft anknüpfen und die nächsten beiden Zähler einfahren. „Wir wollen auch mit dem tollen Publikum im Rücken alles in die Waagschale werfen, um das nächste Spiel zu gewinnen“, sagt Finn Leun. „Es wird sicherlich kein leichtes Spiel werden. Aber mit dem Kampfgeist wie gegen Vinnhorst und den Zuschauern im Rücken sollten wir hinten heraus den längeren Atem haben, um die nächsten Punkte einzufahren“, so die Leihgabe des SC DHfK Leipzig.
Trainer will bessere Lösungen sehen
Das hofft auch Cheftrainer Johannes Wohlrab: „Aue kommt ähnlich wie Vinnhorst mit Euphorie und Selbstvertrauen. Sie werden mutig spielen und sich nicht verstecken, denn sie konnten ihre letzten beiden Spiele lange offen gestalten“. Und er fordert etwas von der Mannschaft ein: „Wir sollten den Fokus auf uns legen, unsere Angriffseffektivität verbessern und uns die individuell besseren Lösungen erarbeiten.“
Der EHV Aue hat bisher alle drei Pflichtspiele verloren, bewies aber gegen durchaus ambitionierte Gegner, dass das Team in der Lage ist, 45 bis 50 Minuten Paroli zu bieten. „Auch wenn bei uns die Vorbereitung nicht so optimal verlief, sind wir weiterhin positiv gestimmt und wollen auch in Ludwigshafen versuchen, die ersten Punkte zu holen“, sagt Jakob Leun. „Mein Bruder hat mir schon berichtet, dass die Stimmung ganz speziell sein soll. Aber wir werden versuchen, alles rauszuhauen. Und dann hoffe ich auf das interne Duell mit Finn.“ Das werde beide zusätzlich motivieren. „Wenn der Anpfiff erfolgt, dann ist 60 Minuten alles egal“, stellt Finn klar.