Wasserball
Zweite Liga: WSV Vorwärts Ludwigshafen startet in die Saison
Bei den Wasserfreunden Fulda beginnt am Samstag für den WSV Vorwärts Ludwigshafen die Saison in der Zweiten Bundesliga. Für die Ludwigshafener eine Zeit des Umbruchs mit neuem Trainer, neuen Spielern und vor allem ohne altbekannte Leistungsträger. Entsprechend schwer ist eine Vorhersage für die Runde.
Der Name Görge prägt den WSV weiter. Allerdings legt Martin Görge, bis zur vergangenen Saison noch verlängerter Arm von Cheftrainer Pierre Hilbich und zweitbester Torjäger der Ludwigshafener, zumindest eine Pause ein. Auch Hilbich selbst ist nicht mehr auf dem Kommandostand. Mit Benjamin Hettich, Kai Widmann, Niels Zimmer und Lukas Rolko haben weitere Stützen der Mannschaft ihre Karriere entweder beendet oder zumindest den Verein verlassen. Rolko ist für den Lokalrivalen SC Neustadt gemeldet. Dafür teilt sich Oliver Görge in dieser Spielzeit die Verantwortung am Beckenrand mit seinem Vater Andreas. „Er hat die Lizenz. Ich bin so etwas wie der Spielertrainer“, erklärte Oliver Görge die Arbeitsteilung.
Schneller als erwartet
Dabei kam sein Schritt in die Verantwortung ein wenig schneller als ursprünglich gedacht. „Es war klar, dass ich früher oder später auch Trainer beim WSV werde“, erklärte der 35-Jährige. Immerhin hat er den Großteil der Mannschaft, ebenfalls gemeinsam mit dem Vater, schon in den Jugendmannschaften betreut. „Es war deshalb klar, dass ich auch mal bei den Aktiven trainieren will.“ Aber eigentlich wollte er sich in dieser Spielzeit noch einmal auf seine Leistung als Spieler konzentrieren. Daraus wurde nichts.
Schon frühzeitig, genau genommen vor zwei Jahren, hatte Pierre Hilbich seinen Rückzug als Trainer verkündet, sich im Vorjahr unter einem besonderen Konstrukt der geteilten Verantwortung noch einmal breitschlagen lassen. Aber zum Ende der vergangenen Runde war dann endgültig Schluss - und der WSV auf Trainersuche. Die zog sich lang und länger. Naheliegende Lösungen hatten sich zerschlagen, Anzeigen in gängigen Fachmagazinen für auswärtige Lizenzinhaber brachten nicht den erhofften Erfolg. „Über den Sommer sind wir alle ein wenig nervös geworden“, erklärt Görge den Findungsprozess. Gemeinsam mit der Vereinsführung habe man sich deshalb noch einmal zusammengesetzt und die interne Lösung gefunden.
Rat des Vaters
Oliver Görge kann dabei nicht nur auf den Rat seines Vaters und die Erfahrung im Jugendwasserball bauen. „Ich hatte während meiner Zeit in Neustadt und Mannheim innerhalb kürzester Zeit viele verschiedene Trainer, von denen ich mir jeweils etwas abschauen konnte.“ Diese Erfahrung will er nun im neu formierten Kader einbringen. „Wir sind seit September im Training.“ Allerdings zunächst einmal im ungeliebten Grundlagentraining. Technische Feinheiten und auch die Integration der Neuzugänge. Mattias Kreiling (Karlsruhe), Silas Beck (Neustadt), Leopold Heinrich (Erfurt) und Ilya Dmytriiev (ab Januar mit Zweitstartrecht aus Kaiserslautern) seien hingegen Sache der letzten Vorbereitungstage. Joost Christoffels ist zwar ein Ur-Ludwigshafener, muss aber ebenfalls erst wieder in die Mannschaft integriert werden, nachdem er die komplette Vorsaison mit einer Schulterverletzung ausgefallen war.
„Im Prinzip fangen wir mit einem neuen Spielsystem komplett von vorne an“, sagt Görge, der sich deshalb gar nicht erst auf ein Saisonziel festlegen will. Nur gut, dass in der erneut verkleinerten Liga aufgrund der eigentlichen Sollstärke ein Abstieg von vornherein praktisch ausgeschlossen ist. „Wir starten jetzt erst einmal in die Saison, dann sehen wir, was in diesem Jahr geht.“ Und nach dem Saisonauftakt in Fulda kommt zum einzigen Heimspiel des Jahres mit dem SC Neustadt auch direkt der richtige Gradmesser ins Hallenbad Süd.