Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite Liga: Eulen Ludwigshafen unterliegen VfL Lübeck-Bad Schwartau

Rückkehrer: Friedrich Schmitt von den Eulen Ludwigshafen gegen VfL Lübeck-Bad Schwartau.
Rückkehrer: Friedrich Schmitt von den Eulen Ludwigshafen gegen VfL Lübeck-Bad Schwartau.

Es ist angerichtet. Nur die Mannschaft spielt nicht mit. Die einen schwelgen in Erinnerungen. Etwas ganz anderes treibt den Trainer zur Weißglut.

Das Wiedersehen der Aufstiegshelden weckte Erinnerungen. Noch vor der Partie schrieben sie Autogramme und freuten sich auf die Begegnungen mit vielen Fans damals und heute.

Der Aufstieg der TSG Friesenheim in die Zweite Liga wurde wachgeküsst. Die gute Stimmung vor der Partie im Hallenfoyer verblasste schnell: Auch wenn die des Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen gegen VfL Lübeck-Schwartau ganz im Zeichen des Jubiläums „30 Jahre Bundesliga in Ludwigshafen“ stand, verlor die Sieben von Cheftrainer Michael Haaß gegen die Ostseestädter mit 24:35 (10:16).

Es war die fünfte Niederlage in Folge. Da riefen die Fans der Gäste schon Minuten vor dem Abpfiff „Auswärtssieg, Auswärtssieg ...“. Damit sind die Eulen erneut im Abstiegskampf angekommen, denn der Abstand zum ersten Abstiegsplatz beträgt vier Zähler.

Bülow enttäuscht

Das war ein Dämpfer am Jubiläumsspieltag. Dementsprechend herrschte Ratlosigkeit unter den Eulen-Akteuren. „Bei uns hat keiner die Leistung gebracht, beim Gegner eben alle die auf dem Spielfeld standen“, meinte Vincent Bülow ernüchternd.

Die Mannschaft konnte die taktischen Vorgaben, die sie „sich in einer guten Trainingswoche erarbeitet habe“, nicht umsetzen. Am Freitag trugen die Eulen auch die eigens angefertigten Nostalgietrikots des Aufstiegs von 1995.

Eine weitere Premiere: Vincent Bülow führte erstmals die Mannschaft auf das Feld, nachdem Frederik Stüber wegen einer Sehnenverletzung an der rechten Hand ausfiel. Es ist der vierte Ausfall nach Mihailo Ilic, Nici Waldvogel und Mats Gruppe. Der nächste personelle Ausfall machte sich bemerkbar.

Wenning kommt

Sorgen bereitete auch das kurzfristige Ausscheiden von Finn Leun, der einen Schlag auf den Wurf bekam und zunächst raus musste. So drohte ihnen nach 20 Minuten vor 2101 Zuschauern ein Debakel. Die Gäste aus der Marmeladenstadt Bad Schwartau und Lübeck führten zu diesem Zeitpunkt bereit mit 11:7 Toren.

Die Eulen fanden keinen Zugriff in der Abwehr, Ziga Urbic zwischen den Pfosten wirkte blass. Die Folge: Philipp Wenning kam für den Slowenen ins Spiel. Das brachte nicht viel, denn die Ostseestädter wirkten in der Abwehr aggressivier, entschlossener und zeigten deutlich mehr Biss.

Besonders Magnus Holpert, der Sohn des mit 625 Bundesligaspielen einstigen Rekordhalters Jan Holpert war nicht zu bremsen. Der 24 Jahre alte Rückraumspieler, ausgebildet bei der SG Flensburg-Handewitt, hatte mit sechs Treffern in den ersten 30 Minuten wesentlichen Anteil, dass die Mannschaft von Trainer David Röhrig bis zum Pausenpfiff ohne Mühe 16:10 davonzog. Dabei versuchte Trainer Michael Haaß in den letzten Minuten mit einer Drei-gegen-drei-Deckung das Angriffsspiel der Gäste zu unterbinden. Ein Trugschluss, denn es entstanden weitere Lücken, die Lübeck-Schwartau stets zu weiteren Torerfolgen nutzen konnte.

Nach 45 Minuten lag die Haaß-Sieben, bei der Friedrich Schmitt seine Rückkehr feierte, mit zehn Toren (16:26) zurück. Es wurde nicht besser: Die Eulen wirkten in allen Bereichen viel zu brav, es fehlte die Gegenwehr, wie sie in der Zweiten Liga notwendig ist.

Wieder Holpert

Als Magnus Holpert mit seinem elften Treffer zum 22:33 traf, hatte auch Haaß „die Nase voll“. Er brüllte laut und gestikulierend auf seine Mannschaft ein. Das hatte einen Grund: Der letzte Schritt in der Abwehr blieb wieder einmal aus und keiner war diesmal bereit dem anderen zu helfen. Dabei hatte sich die Mannschaft vorgenommen mit einem Sieg auch ihren Co-Trainer Andrej Kogut, der am Tag zuvor seinen Geburtstag feierte, zu beglückwünschen. Daraus wurde beim freitäglichen Treffen der Aufstiegshelden nichts...

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