Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite Liga: Ein Mann stiehlt dem WSV Ludwigshafen die Show

Bester WSV-Werfer: Jonas Pohle traf viermal.
Bester WSV-Werfer: Jonas Pohle traf viermal.

Der WSV Vorwärts Ludwigshafen empfängt mit einem Rumpfteam den aktuellen Tabellenführer der zweiten Liga SC Neustadt. Ein Spieler ist an diesem Tag einfach nicht zu halten.

Ein hochkonzentrierter SC Neustadt mit einem überragenden Timo van der Bosch war eine zu große Aufgabe für den WSV Vorwärts Ludwigshafen. In der zweiten Wasserballbundesliga unterlagen die Gastgeber dem Tabellenführer mit 7:20 (1:5, 2:5, 1:7, 3:3). Am Ende waren jedoch beide Trainer zufrieden.

Die Gäste waren gewarnt. Nach der Niederlage in Ludwigshafen aus der Vorsaison sollte es deshalb keinen weiteren Ausrutscher geben. „Ludwigshafen ist ein schwieriges Bad, weil die Zuschauer fast direkt am Beckenrand sitzen. Da kann sich schnell auch eine Euphorie entwickeln“, hatte SCN-Trainer Thorsten Preuß vorab gewarnt. Immerhin hatte sich seine Miene schon vor dem ersten Anschwimmen ein wenig entspannt, denn mit einem Blick auf die Aufstellung der Gastgeber, war schnell klar, dass der WSV weit von der eigenen Bestbesetzung entfernt war. Vor allem der erkrankte Martin Görge fehlte an allen Ecken und Enden. Drei Tore aus den ersten drei Angriffen, zwei davon über Timo van der Bosch – mit dem 0:3 nach etwas mehr als zwei Minuten war die Richtung für den weiteren Spielverlauf praktisch vorgegeben, konnte es für die Ludwigshafener nur noch um Schadensbegrenzung gehen.

Moral bleibt intakt

„Timo ist im Prinzip drei Klassen über der zweiten Liga“, verdeutlicht WSV-Trainer Pierre Hilbich die Kräfteverhältnisse. Erst mit drei Mann war der Neustadter Center, der mit sechs Toren trotzdem bester Werfer seiner Mannschaft war, auszuschalten – dafür waren allerdings zwei SCN-Spieler ungedeckt. Und weil auch noch Matthias Held aus dem Rückraum nicht nur ein starker Schütze, sondern auch ein guter Spielmacher ist, wurde die Aufgabe für die Ludwigshafener Abwehr insgesamt zu schwer. Beim 3:10 zur Halbzeit war die Begegnung längst entschieden. „Mir war es nur noch wichtig, dass wir moralisch deshalb nicht auseinandergebrochen sind“, erklärt Hilbich.

Das sind die Ludwigshafener tatsächlich nicht. Sie erfreuten sich an kleinen Erfolgen: an den drei von vier gewonnenen Anschwimmen zum Beispiel, an gewonnenen Zweikämpfen und auch an der ein oder anderen guten Abwehraktion. Und als größter unter den kleinen Siegen war das mit 3:3 ausgeglichene Abschlussviertel ein weiterer Beleg dafür, dass Moral und Kampfgeist der Gastgeber trotz der deutlichen Unterlegenheit bis zum Schluss intakt waren.

Viele Ausfälle

Aber auch Thorsten Preuß war zufrieden: nicht allein, weil seine Mannschaft die Warnungen des Trainers beherzigt hatten, sondern auch über eine seriöse Leistung. „Natürlich hat Timo van der Bosch wieder die meisten Tore erzielt, aber wir waren nicht zu Center-lastig“, bilanziert er. Tatsächlich fielen die Tore aus allen Bereichen des Spielfeldes. Das war wiederum allerdings der einzige Kritikpunkt des SCN-Trainers: „Wir haben die Tore insgesamt gut verteilt“, bis auf Stefan Ehrenklau und Maksim Bahchevanov trugen sich alle Feldspieler aus Neustadt in die Torschützenliste ein, „aber insgesamt haben wir im Angriff ein bisschen zu viel liegen lassen.“ Gerade im Schlussabschnitt fehlte ihm, allerdings auch bei einigen Pfostentreffern, die letzte Konsequenz seiner Mannschaft. Preuß räumte aber auch ein: „Das ist Kritik auf einem ganz hohen Niveau.“ Denn insgesamt hatte auch er Verständnis dafür, dass seine Mannschaft gegen Ende nicht mehr den allerletzten Biss zeigte. Viel eher freute er sich über die Rückkehr von Torhüter Joona Vagts, der nach einigen Problemen im letzten Viertel wieder Einsatzzeit erhielt und damit dem Trainer eine weitere Variationsmöglichkeit mehr gibt.

Bei den Gastgebern sah Hilbich seine Erwartungen angesichts der Personalprobleme, neben Görge fehlten weitere tragende Säulen krankheits-, berufs- und zeitbedingt, erfüllt. „Wir wollten unser Spiel bis zum ende durchziehen. Die Moral war da. Wir haben bis zum Ende 100 Prozent gegeben.“ Mehr als die Niederlage mit 13 Toren Unterschied, Jonas Pohle war mit vier Treffern bester WSV-Werfer, sei damit gegen Timo van der Bosch und sein Begleitorchester einfach nicht möglich gewesen.

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