Handball Zweite Liga: Die Eulen Ludwigshafen immer in seinem Herzen

Gegen den TV Großwallstadt soll der nächste Erfolg für die Eulen und Trainer Johannes Wohlrab her.
Gegen den TV Großwallstadt soll der nächste Erfolg für die Eulen und Trainer Johannes Wohlrab her.

Wenn die Eulen Ludwigshafen zu Hause auf den Traditionsklub TV Großwallstadt treffen, steht ein Mann am Spielfeldrand, der sich in vielen Bereichen für den Verein engagiert.

Mit dem TV Großwallstadt empfängt der Handball-Zweitligist Eulen Ludwigshafen beim Familientag am Sonntag, 17 Uhr, einen der einst erfolgreichsten Traditionsclubs Europas in der Friedrich-Ebert-Halle. Bei allem Respekt zum Gegner zählt für „Edel-Fan“ Christian Hasert nur die Zukunft. Er ist optimistisch, dass es diesmal wieder etwas in der Eberthölle zu feiern gibt.

Von einem Rückblick auf vergangene Zeiten hält er nicht viel. „Was einmal war, ist Vergangenheit, was zählt, ist die Zukunft“, sagt Christian Hasert. „Tradition hin, Tradition her, ich habe einen Riesenrespekt davor, welche glorreichen Zeiten der TV Großwallstadt, aber auch die Eulen in den letzten 30 Jahren erlebt haben. Das ist aber Geschichte“, bringt es der 63 Jahre alte ehemalige Vertriebsmitarbeiter auf den Punkt.

Eule durch und durch: Christian Hasert.
Eule durch und durch: Christian Hasert.

Er macht jedoch eine Ausnahme. Er erzählt, wie er einst zu den Eulen gekommen ist, weshalb er ihnen seit 20 Jahren die Treue hielt und warum er sich dort engagiert. „Ich war eigentlich gar kein Handballer. Als ich so um die sieben Jahre alt war, hat man mich und mein Zwillingsbruder Thomas angesprochen, ob wir nicht vom Turnen zum Handball kommen würden, denn sie suchten einen Kreisläufer“, erzählt Hasert. „Wir hatten kein Talent, wir warfen uns nur die Bälle hin und her, so war nach einem Jahr schon wieder Schluss“, beschreibt er das Intermezzo. „Ich bin eben Skifahrer“, erklärt er und lacht.

Über den Sohn zu den Eulen

Aber vom Handball kommt er dennoch nicht los. Es dauert nur eine Weile. Als Sohn Nicolas vor knapp 20 Jahren bei den Minis der TSG Friesenheim anfing, fand der Vater an dem schnellen Sport Gefallen. Das ist bis heute so geblieben. Hasert ist inzwischen fester Bestandteil der Eulen Ludwigshafen. Und das auf mehreren Ebenen. „Die Eulen sind für mich Herzenssache, Herzblut, Leidenschaft Teamgeist und Familie“, erzählt er. So saß er bis zum Ablauf der vergangenen Spielzeit fast regelmäßig bei den Heimauftritten im Fanblock und sorgte mit seinen Freunden für gute Stimmung. Auch bei den Auswärtsspielen war er meist mit von der Partie. „Ich bin Eulen-Fan, und das werde ich immer bleiben. Ich möchte diese Zeit nicht missen“, sagt Hasert.

Nach seinem beruflichen Ausscheiden aus Altersgründen aus dem Vertrieb der Linde AG hat er noch mehr Zeit in „seine“ Eulen investiert. Er fungiert als zweiter Vorsitzender des Eulen-Clubs 100, dazu packt er kräftig im Auf- und Abbauteam der Eberthalle an und hilft bei den Heimspielen als Ordner. Letztgenannte Aufgabe bereitet ihm das eine oder andere Mal etwas Kopfzerbrechen. Auch deshalb, weil er in dieser Funktion zur Neutralität während des Spiels verpflichtet ist. „Ich muss mich da schon häufiger zusammenreißen“, verrät Hasert. In ihm schlägt eben das Herz eines Eulen-Fans. „Es fällt einem doch schon schwer, nicht mal einen Jubelschrei rauszulassen, wenn die Mannschaft erfolgreich ist“, erzählt Hasert. Einer negativen Stimmung gegenüber Fans der gegnerischen Mannschaft oder Unparteiischen erteilt er eine klare Absage. „Heimspiele sind für mich eben etwas Besonderes“.

Neu im Stab

Seit wenigen Wochen gehört er zum Stab von Cheftrainer Johannes Wohlrab und hat mit seinem Freund Peter Ackermann (60) die Aufgabe des Betreuers, insbesondere bei den Auswärtsspielen übernommen, wo sie für die Spielstatistik zuständig sind. Da holt er sich den zusätzlichen Sachverstand zum Sportlichen. Bekanntlich lügen Statistiken nicht. So fällt sein Urteil zur Niederlage im Spiel bei der HSG Krefeld recht klar aus. „17 Fehlwürfe, zwölf technische Fehler, die zu fünf Gegentoren führten. Da darf man sich nicht wundern, wenn es nicht gereicht hat“, erläutert Hasert. „Mein Eindruck war auch, dass wir uns an einige Absprachen nicht gehalten haben.“

Trotzdem schaut er positiv auf die anstehende Partie. Keinesfalls mit Blick auf die zwei Niederlagen der Mainfranken zum Saisonauftakt. „Ich habe eine positive Grundeinstellung, mit dieser gehe ich als Eulen-Fan in jede Partie. Ich möchte nicht nur ein gutes, sondern ein sehr gutes Gefühl vermitteln. Von mir wird man nie etwas Negatives hören“, erklärt Hasert. „Mein Beruf hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber die Eulen sind für mich eine Herzenssache.“ So glaubt er nicht nur an die nächsten zwei Punkte gegen den TV Großwallstadt, er ist sogar felsenfest von einem Sieg überzeugt. Es wäre auch der perfekte Abschluss für den Familientag. Und da die Partie gegen den Dessau-Rosslauer HV bereits am Mittwochabend feststeht, ist diesmal kein Abbau notwendig. Aber auch das wäre kein Problem für den engagierten 63-Jährigen gewesen. Christian Hasert ist eben ein Mann, dem für die Eulen nichts zu viel ist.

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