Ludwigshafen Zwei Kohl-Stiftungen: Wie der CDU-Chef reagiert
Neben der bereits bestehenden Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung des Bundes mit Sitz in Berlin hat Maike Kohl-Richter (57), Witwe des früheren Bundeskanzlers, wie berichtet, einen Verein mit dem Namen „Helmut-Kohl-Stiftung“ gegründet. Er hat seinen Sitz in der Marbacher Straße in Oggersheim. CDU-Kreisvorsitzender Torbjörn Kartes (42) setzt dabei auf Kooperation statt Konkurrenz, wie er auf Anfrage erklärte. „Natürlich ist es möglich, dass sich auch weitere Stiftungen und Vereine dem Erbe Helmut Kohls verschreiben, sein politisches Handeln aufbereiten und auch für die Nachwelt erlebbar machen. Es wäre insofern zu wünschen, dass sich die Differenzen überwinden lassen. Dann könnten sich die beiden Engagements, die jetzt nahezu zeitgleich gestartet sind, auch gegenseitig bereichern.“
Prominent besetztes Kuratorium
Es sei gut, dass die Bundesstiftung ihre Arbeit aufgenommen habe und das Kuratorium so prominent besetzt sei, so Kartes weiter. Kohl sei als Kanzler der Einheit eine für die Geschichte der Bundesrepublik herausragende Persönlichkeit. „Alle können davon ausgehen, dass ein Kuratorium, in dem politische Größen wie Kurt Beck, Jean-Claude Juncker und Bernhard Vogel sitzen, die Geschicke der Stiftung mit Bedacht und Weitblick leiten werden. Ich habe immer wieder betont, dass diese Stiftung in ihrem praktischen Wirken, das jetzt konzipiert wird, immer wieder die Brücke von Berlin nach Ludwigshafen schlagen sollte. Denn Kohls Geburts- und Wohnort, wo er viele Staatsgäste empfangen hat und wo Geschichte geschrieben wurde, ist von großer Bedeutung, wenn man ihn und sein Wirken verstehen will.“
Kritik der Witwe
Maike Kohl-Richter kritisierte, Bund und Länder hätten sich mit der Bundesstiftung „über den letzten Willen Helmut Kohls bewusst hinweggesetzt“. Sie hätten Kohl-Richters „Mitwirkungsrechte als Witwe Kohls und seiner von ihm ausdrücklich bestimmten Alleinerbin wissentlich missachtet“. Kohl-Richter wohnt nach wie vor in Kohls Wohnhaus in der Marbacher Straße.
In Ludwigshafen soll die geplante Stadtstraße nach Ehrenbürger Kohl benannt werden (Helmut Kohl-Allee). Diese Entscheidung begrüßte Maike Kohl-Richter.