Ludwigshafen Zwei deutsche Meister und eine WM-Nominierung
«Ludwigshafen.» Marie Christine Gerhardt vom Ludwigshafener Ruderverein ist deutsche Meisterin der Altersklasse U23. Sie siegte zusammen mit ihrer Partnerin Janika Kölblin aus Stuttgart im Leichtgewichts-Zweier. Nun wird Gerhardt an der U23-Weltmeisterschaft in Polen teilnehmen.
Die deutsche Meisterschaft hatte „unangenehme“ Begleiterscheinungen. Weil die 21 Jahre alte Marie Christine Gerhardt den Titel gewann und zudem in diesem Jahr im Zweier ungeschlagen bleibt, wurde sie für die U23-Weltmeisterschaft vom 27. bis 29. Juli in Posen (Polen) nominiert. Das aber bedeutet, dass Gerhardt ihren eigentlichen Urlaub streichen muss. „Die WM war zu Jahresbeginn der ferne Traum. Jetzt hat es wirklich geklappt. Da machen fünf weitere Wochen Training auch nichts aus“, sagt Gerhardt. Das erfolgreiche Training hat sich schon in Köln auf dem Fühlinger See bemerkbar gemacht. Das Duo um Schlagfrau Gerhardt zeigte zu keinem Zeitpunkt Schwächen und konnte so einen Start-Ziel-Sieg einfahren. „Es war ein perfektes Rennen. Aufgrund des Windes waren wir aber doch nervös, da kann immer etwas passieren. Aber Marie und Janika machten das großartig und kontrollierten sich und die Gegner“, freut sich Christian Knab, der Leistungssportverantwortliche des LRV. Im selben Finale zeigten Hannah Rieder und Eva Hohoff (beide LRV) in ihrem ersten Jahr in dieser Altersklasse ebenfalls eine ganz starke Leistung und belegten nach einem fulminanten Endspurt den dritten Platz – ihre erste Medaille bei den U23. Ebenfalls ganz oben stand zum ersten Mal Carina Pollmer. Die 17-Jährige trat im Leichtgewichts-Zweier der U19 an und wurde deutsche Meisterin. Auch für Pollmer war es der erste Titel. Nach etwas verhaltenem Start drehte der Zweier mit Carina Pollmer und ihrer Eberbacher Partnerin Amelia Isabel Böhle auf, kämpfte sich von Platz vier noch ganz nach vorne und siegte letztendlich souverän mit drei Sekunden Vorsprung. Dabei hatte sich der Zweier erst vor sechs Wochen kurzfristig zusammengefunden. Fast täglich pendelte Carina Pollmer nach Eberbach, die Wochenenden wurden auf Regatten oder auch in Eberbach verbracht. „Es war eine anstrengende Zeit, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Als Erster über die Ziellinie zu fahren, ist einfach ein tolles Gefühl“, sagte Pollmer. Pollmer ruderte dann mit dem Vierer – eine Renngemeinschaft aus Eberbach, Marbach. Ludwigshafen und Ulm – auf den dritten Platz. „Zwei Titel, zwei Bronzemedaillen und eine WM-Nominierung, was will man mehr“, fasste Karin Stephan, Sportvorsitzende des Ludwigshafener Ruderrvereins, zusammen. Für Pollmer, Hohoff und Rieder geht es als Saisonabschluss in zwei Wochen zur Deutschen Großbootmeisterschaft nach Brandenburg.