Ludwigshafen Zur Sache: Weitere Erinnerungen der Leser
„Bei uns wandert die ganze Familie mit diesen Stöcken und von überall werden von unserem Enkel neue Stockschilder gesammelt und aufgenagelt“, berichtet Rosita Kraushaar aus Neuhofen. „Mittlerweile kommt ein ganz schönes Sortiment zusammen.“ Die Stocknägel sind aus der Schweiz, Österreich, Monaco und natürlich auch aus Deutschland. „Da besonders aus dem Allgäu, Bayern, vom Bodensee, dann von allen Nordseeinseln und auch aus unserer Pfalz.“ Viele dieser Stocknägel sind laut Kraushaar schon mehr als 40 Jahre alt. „Unsere beiden Kinder sammelten sie bei jeder Wanderung. Als die beiden auszogen, gingen die Stöcke als Andenken an die Wanderungen in der Kindheit mit.“ Kraushaars Enkel hätten die Wanderhilfen so gut gefallen, dass auch er anfing zu sammeln. „Da die Familie gerne unterwegs ist, kamen schon wieder einige voll benagelte Stöcke zusammen.“ (cju) Zwei Findlinge „Vor 58 Jahren hat mein Mann einen Wanderstock mit in die Ehe gebracht“, erzählt Sigrid Kaufmann aus Mutterstadt. Als 14-Jähriger habe Manfred Kaufmann bei einer Wanderung an der Mosel einen Stock gefunden, ihn geschält und dann bemalt. Der Trierer Dom, ein Moseldorf, zwei Katzenköpfchen, Ranken, Blumen, geometrische Muster und seine Initialen zieren den Stock, den er später noch lasiert hat. Im Laufe der Jahre kam noch ein zweiter Stock hinzu. Ebenfalls ein Findling. Bei einem Spaziergang mit Hund Foxl ragte aus abgelegtem Sperrmüll der Stock heraus. „Wir lachten und ich nahm ihn mit“, berichtet Kaufmann. „Es ist ein echter Ast mit gebogenem Griff, kleinen Astlöchern und einer eisernen Spitze.“ Dieser Stock hat auch Stocknägel aus Inzell, vom Großglockner und vom Zauberwald. „Eine vierte Plakette in der Mitte fehlt. Das tat meiner Liebe zu ihm keinen Abbruch.“ Die Stöcke hängen laut Sigrid Kaufmann „einträchtig“ nebeneinander an der Garderobe. Inzwischen gehen sie und ihr Mann mit Walkingstöcken wandern. Aber manchmal streifen sie die alten Stöcke „mit einem liebevollen Blick“. (cju) Hilfe bei Geröll Sein Wanderstock half Bernd A. Hettler aus Limburgerhof 1998 von Davos aus in der Schweiz über hohe Berge zu steigen. „Es ging über Geröll und Eis und ohne diesen Stock wäre ich nicht hinauf, geschweige denn herunter gekommen“, erinnert er sich. Die Stocknägel, die seinen Wanderstock zieren, hat er sich alle selbst erlaufen. „Ich benutze den Stock heute nicht mehr und wollte ihn schon entsorgen.“ (cju) Selbstgeschnitzt Im Besitz zweier selbstgemachter Spazierstöcke aus dem Ersten Weltkrieg ist Doris Rittmann aus Birkenheide. „Mein Schwiegervater fertigte sie aus dem dünnen Stamm eines Haselnussstrauchs“, erzählt sie. Die Schnittstellen der Äste seien noch heute gut erkennbar. Drei Plaketten sind am Stock befestigt: eine aus St. Gilgen, eine aus Salzburg und eine ohne Ortsangabe. Ihr Schwiegervater habe die Stöcke mitgebracht, als er 1945 als Deutscher aus der Tschechei ausgesiedelt wurde. Später hat er sie seinem Sohn vererbt, der hüte die Stöcke wie einen Schatz. (cju) Erbstücke Sechs Stocknagel-Wanderstöcke haben Inge und Bernd Schmidt aus Limburgerhof auf den „Marktplatz regional“-Aufruf hin in ihrem Keller wiedergefunden. Die Stöcke haben mehr als 40 Blechplaketten. „Diese stammen noch von unseren verstorbenen Groß- und Eltern aus den 1950er- bis 1960er-Jahren“, erzählt er. Gerne möchte er sie an Sammler oder auch Pfälzerwald-Vereine abgeben. (cju)